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Zum Abschluß...
Ein keltischer Gedanke
Harmonie mit der Natur und mit all ihren immer wiederkehrenden
Ereignissen.
Die keltische Philosophie scheint aus dem Leben selbst geboren zu sein.
Tier, Mensch oder Pflanze, alles Leben und dessen Wirken sind untrennbar
miteinander verwoben.
Jedes Ereignis des einen hat einen direkten Einfluß auf das Leben des
anderen.
Das Leben an sich ist ein inniges, verschlungenes Miteinander.
Es kann keine Lebensform in völliger Abwesenheit der anderen existieren.
Sie ergänzen sich und ermöglichen sich gegenseitig das Leben.
Der Farn, der in seiner herrlich frischen, grünen Farbe im Schatten der
Waldbäume lebt; im Schutze der Lebensgenossen explodiert er förmlich vor
Lebensfreude.
Doch gäbe es den Schatten der Waldbäume nicht, würde die Lebensfreude
des Farnes in der Sonne verbrennen.
Doch selbst dann würde, wenn der Schatten eines neuen Waldbaumes auf den
Humus des vergangenen Farnes fällt, ein neuer junger Farn entstehen.
Das Leben ist eine Verbindung von völlig natürlichen Ereignissen. Jedes
Ereignis läßt ein anderes darauf folgen.
Auch der Tod ist im keltischen Glauben ein Ereignis wie jedes andere
zuvor.
Es ist kein Ende des Daseins und der Existenz; lediglich der Beginn
einer neuen Zeit, in einer anderen Welt der Wahrnehmung.
Diese andere, feinstoffliche Welt ist nicht die bekannte Welt der
christlichen Geister und Dämonen und schon gar nicht die Hölle oder der
Himmel.
Nein, es ist die Welt der Erinnerungen und der Träume, der Gedanken und
der Hoffnungen, der Wünsche und der Vorstellungen, die Welt des gelebten
und des noch zu lebenden Lebens.
Eine Welt voller Leben und Existenz, eine Welt voller Harmonie und eine
Welt, die in jedes Leben und jede Existenz einfließt, wie ein Strom der
Zeit und sich mit ihr verbindet.
Das Leben als Symbiose unvorstellbaren Ausmaßes.
Ich behaupte, die letzten Menschen auf dieser Welt, die diese Symbiose
noch vollständig begriffen haben, waren die alten Druiden vor mehr als
2000 Jahren.
Wobei ich die Druiden nicht im fäkalen Hollywood Image sehe, sondern als
wahrhaftige Beobachter des Lebens.
Sie erkannten, daß die Stimme jeglicher Existenz in jedem Leben spricht.
Diese Stimme war vor langer Zeit noch fester Bestandteil des Lebens. Man
fühlte und hörte diese Stimme bewußt. Man lebte mit ihr, der Stimme der
Seele, die älter war als jeder eigene Gedanke.
In der naturnahen keltischen Philosophie lebte der Mensch in seiner
Seele. Sie umgab ihn wie ein schützender, wärmender Mantel. Man konnte
sich in ihr wohlfühlen und sich in sie zurückziehen, um neue Kraft für
das Leben zu finden.
Der moderne Mensch aus der Zeit um 2004 hat aufgehört diese Stimme zu
akzeptieren.
Er verleugnet sie und lebt ein Leben in ständiger, unbewußter Unruhe.
Lärm, Streß und Vergnügungssucht sind die Gehilfen, um die feine Stimme
aus alter Zeit zum Schweigen zu bringen.
Das moderne Leben erscheint in seinen Zügen als wahrhaftige Entfernung
vom Leben.
Doch es gibt Menschen, die in ihrem Leben von einer tiefen,
unterschwelligen Unruhe begleitet werden. Das bohrende Gefühl einer
inneren Sinnlosigkeit läßt sich nicht unterdrücken und findet Zugang zum
Heim der innigsten Gedanken.
Für eine gewisse Zeit findet man noch Ablenkung in der
konsumorientierten Masse der neuzeitlichen Gesellschaft.
Die mediale Reizüberflutung dämpft sogar zeitweilig die innere
Ruhelosigkeit.
Die Möglichkeiten sich abzulenken scheinen unbegrenzt.
Doch einmal wieder erwacht aus alter Zeit, läßt sich der Ruf zum
Aufbruch nicht unterdrücken.
Das Gefühl, daß etwas unglaublich Wichtiges im Leben immer noch fehlt,
läßt sich nicht länger zum Schweigen bringen.
So scheint der Ruf des Lebens nicht an allen modernen Menschen
vorbeizugehen.
Die Stimme der Natur und des Lebens scheint tief verwurzelt zu sein, im
wirklichen „Zuhause“ – in der Seele des Menschen.
Wird diese Stimme laut und ihre Sehnsucht nach Heimat grenzenlos,
verändert sich sein Weg. Jeder Weg ist einzigartig und keiner gleicht
völlig dem anderen.
So ist auch jeder persönliche Weg tief mit dem Leben von vielen anderen
Menschen verbunden.
Niemand macht sich wirklich bewußt, daß sein spontanes Handeln ein
ganzes Leben völlig verändern kann, ohne daß er es jemals merkt.
Diejenigen, die den feinen Ruf der inneren Stimme vernehmen, machen sich
auf den Weg der Suche – einer ganz persönlichen, individuellen Suche.
Einige vernehmen diese leise, unruhige Stimme seit langer Zeit. Sie
bereiten den Aufbruch lange vor. Andere hören diese Stimme und lassen
alles liegen, auch wenn es vorher noch so wichtig war.
Auch ein Schicksalsschlag oder ein tiefer Schmerz können der Auslöser
sein.
Man verläßt eingefahrene Wege und verändert seine persönliche Richtung
unwiederbringlich. Die Stimme der Seele kennt den Weg seit langer Zeit.
Dem Leben sind keine Grenzen gesetzt.
Im keltischen Glauben lebt die Seele in jeglichem Ding.
Selbst die irischen Landschaften und Berge sind mit Seele erfüllt.
Selbst in einem Stein ist Seele, die regungslos die Zeit überdauert.
Der Stein, ein stummer, regungsloser Zeuge. So wirkte er früher als
Verbindung zum Wissen und der Weisheit der Zeit. Als sichtbare Pforte
zur „Anderswelt“ – der Sinneswelt der Erinnerungen, der Träume und der
Hoffnungen.
Die Welt, in der Götter durch die Vorstellungskraft der Gedanken ins
Leben gerufen wurden.
Die Landschaften des Lebens liegen direkt vor den Füßen.
Manchmal verändern sich die Augen, mit denen sie gesehen werden. Neue
Wege werden auf einmal sichtbar, die lange Zeit im Verborgenen lagen.
Neue Wege bedeuten auch neue Erfahrungen und Erkenntnisse. Neues Wissen
wird jeden sicher über die Trampelpfade des Lebens leiten.
Das „Bewußt-Sein“ kann Dinge erkennen, die vorher lange im Dunkel lagen.
Steinchen setzen sich wie ein Mosaik zusammen und ergeben ein
leuchtendes Bild.
Manch einem wird deutlich, daß sich die begangenen Trampelpfade nicht
zufällig trafen.
War es nicht so, daß man vor kurzer Zeit noch über jedes Mosaiksteinchen
gestolpert ist?
Läßt man sich bewußt durch diese Pfade leiten, zeigt sich ein Weg des
eigenen Lebens, der weitaus tiefgründiger ist. Diese Erkenntnis als
Resultat der Erfahrungen ist nicht mit dem modern-logischen Verstand zu
erzwingen.
Innere Einkehr und Besinnung trennen sich von innerer Unruhe und
Rastlosigkeit.
Der logisch-analytische Verstand trennt sich von der analogen,
natürlichen Sichtweise.
Das Tunneldenken trennt sich von der weltlichen Panoramasicht aus alter,
unbelasteter Zeit.
Die unverstandene Sehnsucht des modernen Menschen tritt beiseite und
macht einem nie gekannten Gefühl von Verbundenheit mit dem Leben, mit
der Natur und all seinen Ereignissen Platz. Der Mensch wird wieder Teil
von ihr – der Natur aus der er kam.
Er ist nicht mehr länger Himmel und Sonne, er wird wieder zum Farn im
Schatten des alten Waldbaumes, unter dem er vor langer Zeit starb.
Es ist wie ein Heimkommen nach langer Zeit des Umherirrens an den
wärmenden Herd der Zugehörigkeit. Der Erkenntnis am Ende des Weges.
Y gwir yn erbyn byd
„Die Wahrheit gegen die Welt“
Der Ausspruch betitelte damals die alte Queste, die hohe Suche der
Druiden.
Man wollte die Wahrheit finden, wo immer sie auch gesucht werden mußte.
Beginnen wir also mit den folgenden Texten einen ganz persönlichen Weg
der Wahrheitssuche. Begeben wir uns auf den alten und neuen Weg. Stellen
wir uns Fragen von damals und heute. Die verborgenen und die
offenliegenden.
Lassen wir uns leiten von der alten Stimme und von der Intuition.
Jeder Leser wird Dinge in meinen Geschichten finden, die für seinen ganz
persönlichen Weg bestimmt sind. Geschichten, die aus dem Leben geboren
sind.
Und so reite ich weiter durch die Tiefen Wälder der Seele, auf der Suche
nach der Wahrheit, wo immer ich sie finden werde.
Die Intuition soll Euch begleiten.
Muirdin
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