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Dieter Rüggeberg


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Informationen zur Magie,
der Wissenschaft der Zukunft!
Von Dieter Rüggeberg
 


Gott
hat den Kosmos durch Magie geschaffen
und hält ihn durch Magie im Gleichgewicht!
 


Magie als Wissenschaft

 

Um dem Leser wenigstens einen kleinen Einblick in das Gebiet der Magie zu gewähren, habe ich ein paar Sätze ausgesucht, die den Wert der Magie so hervortreten lassen, wie es nach meiner Meinung notwendig ist, um den vielen negativen Urteilen darüber ein gewisses Gleichgewicht zu verschaffen. 
Bereits die wenigen zitierten Sätze zeugen von dem hohen Wert der Magie für das Leben und die Entwicklung des Menschen. Diejenigen Schriftsteller, die bis in Gegenwart die Magie als unwissenschaftlichen Aberglauben hinstellen, betreiben ihr Handwerk entweder aus Unwissenheit und Dummheit, oder aus politischen Gründen. Wer aber Schüler dieser Wissenschaft werden will, der kann diese Schülerschaft heute ohne einen persönlichen Lehrer beginnen, weil ihm insbesondere durch das Werk von Franz Bardon ein exaktes wissenschaftliches Entwicklungssystem zur Verfügung steht.
Wuppertal, 3. November 2006
Dieter Rüggeberg


www.verlag-dr.de


Franz Bardon
Die Praxis der magischen Evokation
 

Seite: 13: Magie
Magie ist das höchste Wissen, das es überhaupt auf unserem Planeten gibt, denn es lehrt sowohl die metaphysischen als auch die metapsychischen Gesetze auf allen Ebenen kennen. Dieses höchste Wissen trägt schon seit Menschengedenken die Benennung Magie, war aber bisher nur besonderen Kreisen, zu denen vorwiegend Hohepriester und die größten Machthaber gehörten, zugänglich. Als die höchsten Eingeweihten galten deshalb immer nur die Magos. Diese wußten von den wahren Lehren, hüteten sie aber mit aller Strenge. Sie kannten genau die Synthese nicht nur ihrer eigenen Religion, sondern auch aller übrigen Religionen. Dem Volke dagegen wurde jede Religion nur in Symbolen dargereicht. Erst nach vielen Jahrhunderten kamen einzelne Brocken dieses Wissens, begreiflicherweise sehr verhüllt, auch unter die Menschheit. Da jedoch die überwiegende Zahl der Menschen nicht gesetzmäßig magisch geschult war, konnte sie diese vereinzelten Brocken nur vom individuellen Standpunkt aus begreifen und demzufolge auch nur unzulänglich und einseitig weitergeben. Deshalb ist das magische Wissen ohne jede Übertreibung bis zum heutigen Tage ein Geheimwissen geblieben. Das Begreifen der wahren magischen Gesetze hängt von der magischen geistigen Reife eines jeden einzelnen ab. Um die erforderliche Reife zu erlangen, bedarf es unbedingt einer gewissen Vorschulung. Der Leser wird daher meinen Hinweis begreiflich finden, daß er die erste Tarotkarte wenigstens bis zur achten Stufe vollends beherrschen muß, wenn er in der höheren Magie weitere und ebenfalls gute Erfolge erreichen will.

Es gibt keine Wunder als solche, es gibt auch nichts Übernatürliches, denn diese Auffassung haben nur solche Menschen, denen Dinge und Geschehnisse, die sie nicht zu fassen vermögen, unverständlich sind. Magie ist ein Wissen, welches die praktische Anwendung der niedersten Gesetze der Natur bis zu den höchsten Gesetzen des Geistes lehrt. Wer sich mit Magie befassen will, muß unbedingt vor allem das Wirken der niedersten Naturgesetze verstehen lernen, um dann die darauffolgenden und zu guter Letzt die höchsten Gesetze zu begreifen.

Je nachdem, bei welchem Abschnitt der Leser angelangt ist oder mit welchen Gesetzen er sich augenblicklich befaßt, kann er sich der leichteren Übersicht halber das magische Wissen in drei Gruppen einteilen und zwar:

In eine niedere Magie, die die Naturgesetze, deren Wirken, Walten und Beherrschen angibt und gleichsam als Naturmagie bezeichnet werden kann.

Ferner in die mittlere Magie, die das Walten und Wirken und auch das Beherrschen der Universalgesetze im Menschen, im sogenannten Mikrokosmos, also in der kleinen Welt, behandelt, und schließlich:

In die hohe Magie, die das Wirken und Walten sowie das Beherrschen im Makrokosmos, womit das ganze Universum gemeint ist, umfaßt.

Daß die Kräfte und Gesetze sowohl der niederen als auch der mittleren und ebenso der hohen Magie in einem analogen Zusammenhang stehen, habe ich bereits in meinem ersten Werk "Der Weg zum wahren Adepten" einige Male erwähnt, in dem ich diese Kräfte, deren Wirken und Walten, ausführlich beschrieben habe.

Das magische Wissen könnte mit einer Schule verglichen werden, die die niedere Magie in die Elementarklassen, die mittlere Magie, das ist die des Menschen, in die Mittelschule, und die Magie des Makrokosmos, also die hohe Magie, in die Hochschule einreiht. Da laut der Hermestafel in der Magie das universale Axiom gilt, welches lautet, daß "das, was oben ist, auch das ist, was unten ist" und umgekehrt, so kann eigentlich weder von einer niederen und mittleren, noch von einer hohen Magie die Rede sein. Es gibt demnach nur eine einzige Magie, und der Reifezustand des betreffenden Magiers gibt den Grad seiner Entwicklung an, bis wohin er im magischen Wissen gekommen ist, d. h. wie weit er sich bereits entwickelt hat.

Die universalen Gesetze, ob nun in guter oder böser Absicht berücksichtigt oder angewendet, bleiben immer ein und dieselben. Die Anwendungsweise eines Gesetzes hängt vom Charakter und von der Absicht des einzelnen ab. Gebraucht der Magier die Kräfte für gute Zwecke, mag er für sich selbst den Ausdruck "weiße" Magie wählen, verfolgt er aber unedle Zwecke, nenne er es "schwarze" Magie. Bei guten wie bei bösen Handlungen kommen stets ein und dieselben Gesetze in Betracht.

Der vernünftige Leser wird sich jedoch vollkommen klar darüber sein, daß es weder eine weiße noch eine schwarze Magie gibt. Diesen unterschiedlichen Begriff brachten mystische und religiöse Sekten in allgemeinen Gebrauch, indem sie einen Menschen, der ihnen nicht behagte, einfach als Schwarzmagier hinstellten. Um einen schlagkräftigen Vergleich anzuführen, sei bemerkt, daß es ebenso unlogisch wäre, wollte man vom universellen Standpunkt aus z. B. die Nacht als schlecht und den Tag als gut bezeichnen. Eines kann ohne das andere nicht bestehen, und diese beiden Pole mußten bei der Schaffung der großen und der kleinen Welt entstehen, um sich voneinander zu unterscheiden.

Gott, der universale Schöpfer, hat nichts Unreines und Schlechtes erschaffen. Damit soll aber nicht gesagt sein, daß der Mensch das Gute und das Böse tun soll. Der Gegensatz besteht nur deshalb, damit ihn der Mensch beherrsche und das Wahre vom Gegensätzlichen unterscheiden lerne. Der wahre Magier wird deshalb niemals das Negative unterschätzen, er wird es aber auch nicht meiden. Er räumt dem Negativen stets den Platz ein, der ihm zusteht, und das Negative muß ihm geradeso nützlich sein wie das Positive. Der Magier sieht daher in den negativen Kräften niemals böse Kräfte. Gut wie Böse wird er nicht vom religiösen, sondern vom universellen Standpunkt aus sehen und berücksichtigen.

Magie wird zumeist mit Zauberei verwechselt. Ich will hier nur kurz den Unterschied zwischen Magie und Zauberei erklären. Der wahre Magier hält sich genau an die universalen Gesetze, er kennt ihre Ursache und Wirkung und arbeitet bewußt mit diesen Kräften, wohingegen sich der Zauberer Kräfte bedient, deren wahre Ursache er überhaupt nicht kennt. Der Zauberer weiß zwar, daß, wenn er diese oder jene Kraft in Bewegung setzt, dieses oder jenes geschieht, aber über die weiteren Zusammenhänge kann er sich keine richtige Vorstellung machen, da ihm die Kenntnis der Universalgesetze fehlt. Er kennt vielleicht dieses oder jenes Gesetz oder er weiß teilweise Bescheid darüber, aber er kann sich keinen analogen Zusammenhang vom Wirken, Werden und Walten dieser Universalgesetze machen, da er die nötige Reife nicht besitzt.

Ein wahrer Magier dagegen, der nicht zum Zauberer hinabsinken will, wird niemals etwas tun, worüber er im voraus nicht vollkommen im Bilde wäre. Auch ein Zauberer kann im guten oder im bösen Sinne dies oder jenes aus der Geheimwissenschaft in Anwendung bringen, wobei es nicht darauf ankommt, ob es positive oder negative Kräfte sind, mit denen er arbeitet. Nur ist er nicht berechtigt, deshalb schon als Magier zu gelten.

Ein Scharlatan wiederum ist eine Person, die anderen Menschen etwas vorzutäuschen versucht und daher weder als Magier noch als Zauberer angesehen werden kann. Der Volksmund würde einen solchen Menschen einfach Betrüger nennen. Scharlatane prahlen nur zu gerne mit hohen magischen Kenntnissen, die sie nicht besitzen, und hüllen sich in mystische Geheimnistuerei, nur um die eigene Unkenntnis zu verbergen.

Gerade diese Kategorie von Menschen hat es auf dem Gewissen, daß das wahre magische Wissen sehr entstellt und entwürdigt wurde. Der wahre Magier kennzeichnet sich weder durch Geheimnistuerei, noch durch äußeren Prunk, im Gegenteil, er ist bescheiden und jederzeit bestrebt, der Menschheit zu helfen und den Reifen das Wissen verständlich zu machen. Dem Unreifen wird der Magier begreiflicherweise keine Mysterien anvertrauen, um das heilige Wissen nicht zu entwürdigen. Niemals wird der wahre Magier durch sein äußeres Gebaren das wahre Wissen nach außen hin zeigen. Ein wahrer Magier ist von einem Durchschnittsmenschen fast überhaupt nicht zu unterscheiden, denn er paßt sich jedem Menschen, jeder Gelegenheit und jeder Situation an. Seine magische Autorität ist eine innere, die es nicht notwendig hat, äußerlich zu glänzen.

Noch eine Abart der Magie ist erwähnenswert, die irrtümlicherweise mit Magie verwechselt wird, mit derselben aber durchaus nichts zu tun hat, und zwar ist es die sogenannte Taschenspielerkunst. Der Taschenspieler ahmt durch seine Handfertigkeit und durch Sinnestäuschung anderer Personen einige Phänomene nach, die der echte Magier mit Hilfe der universalen Gesetze vollbringt. Dadurch, daß auch Taschenspieler das Wort Magie für ihre Kunststücke gebrauchen, ist abermals ein Beweis dafür erbracht, wie tief der wahre Begriff von Magie gesunken ist. Es ist nicht meine Absicht, mich in diesem Buch mit Zauberkunststücken und Bühnentricks näher zu befassen, Tatsache jedoch ist, daß ein Taschenspieler weder ein Magier noch ein Zauberer sein kann, selbst dann nicht, wenn er sich seiner Handfertigkeit wegen noch so verlockende Namen gibt.

In diesem Buch beschreibe ich die Synthese des bisher noch nicht aufgeklärten Gebietes der Magie, und zwar das der Beschwörungsmagie, da gerade diese Art von Magie die am schwersten faßbare ist. Seit dem grauesten Altertum bis zur Neuzeit kamen Hunderte von Büchern in den Umlauf, die Anleitungen für Beschwörungen von Wesen, für Teufelspakte u. dgl. m. enthielten, aber keines von diesen Büchern konnte dem Leser wahres Wissen geben, geschweige denn ihm praktische Erfolge an Hand der empfohlenen Lektionen sichern. Allerdings kam es laut Veranlagung und Reife des einzelnen hie und da dennoch vor, daß Teilerfolge erzielt wurden. Ein wahrer Magier aber, der sich mit dem Problem der Beschwörungsmagie eingehend befassen will, braucht nicht zu befürchten, daß er keine Erfolge oder nur Teilerfolge erzielen wird. Er gelangt zu der Überzeugung, daß er mit der Synthese der Beschwörungsmagie ohne weiteres eine erfolgreiche Evokation zustande bringt. Die anderen Kategorien der Magie, wie z. B. Mumialmagie, Sympathiemagie, Besprechungen, Heilungen durch sympathetische Mittel, will ich in diesem Werk nicht behandeln, denn diese ergeben sich einem echten Magier von selbst, falls er sich ihrer gelegentlich bedienen will. Die in den üblichen Büchern gegebenen Anleitungen kann sich der eingeweihte Magier nach den Universalgesetzen selbst umarbeiten und für die eventuelle Praxis anwenden.A

* * *

Bereits diese wenigen Sätze zeugen von dem hohen Wert der Magie für das Leben und die Entwicklung des Menschen. Diejenigen Schriftsteller, die bis in Gegenwart die Magie als unwissenschaftlichen Aberglauben hinstellen, betreiben ihr Handwerk entweder aus Unwissenheit und Dummheit, oder aus politischen Gründen. Wer aber Schüler dieser Wissenschaft werden will, der kann diese Schülerschaft heute ohne einen persönlichen Lehrer beginnen, weil ihm insbesondere durch das Werk von Franz Bardon ein exaktes Entwicklungssystem zur Verfügung steht.
Wuppertal, 14. März 2001
Dieter Rüggeberg


Hier finden Sie einige Zitate über Magie von Helena P. Blavatsky aus ihren Werken "Isis Entschleiert" und "Geheimlehre", die ich aus meinem Buch "Theosophie und Anthroposophie im Licht der Hermetik" dem Kapitel "Magie - Das Faust-Problem" entnommen habe.
Mit freundlichem Gruß
Dieter Rüggeberg 

Magie
Das Faust-Problem

Wer heute sachgemäß über Magie urteilen will, der muss natürlich auch informiert sein über die >Tabula Smaragdina= des Hermes Trismegistos, das Einweihungsbuch des Tarot. Dieses Buch enthält auf 78 symbolischen Blättern die gesamten Geheimnisse unseres Kosmos, es ist somit das höchste aller Einweihungsbücher. Den Umfang des gesamten Werkes kann nur der ahnen, der weiß, daß die drei Lehrwerke von Bardon nur die ersten drei großen Geheimnisse umfassen. Leider wird dieses heilige Buch von unverständigen Köpfen immer noch für unsinnige Spielereien benutzt. Hermes Trismegistos und die Tabula Smaragdina werden im Werk von Frau Blavatsky verschiedentlich erwähnt:

Anderseits kann das Alphabet des Thoth in undeutlichen Spuren in dem modernen Tarot verfolgt werden, das bei nahezu jedem Buchhändler in Paris zu haben ist. Was sein Verständnis und seine Brauchbarkeit anbelangt, so sind die vielen Wahrsagerinnen in Paris, die daraus ihren Lebensunterhalt machen, traurige Beispiele von Mißerfolgen bei den Versuchen, die Symbolik des Tarot zu lesen, geschweige denn richtig auszulegen, ohne vorhergehendes philosophisches Studium der Wissenschaft. Das wirkliche Tarot in seiner vollständigen Symbologie kann nur in den babylonischen Zylindern gefunden werden, die jedermann im Britischen Museum und anderwärts besichtigen und studieren kann. Jedermann kann diese vorsintflutlichen Rhomben oder drehbaren Zylinder sehen, die mit heiligen Zeichen bedeckt sind; aber die Geheimnisse dieser Wahrsage-Räder, oder, wie De Mirville sie nennt, B Rollenden Kugeln der Hekate B müssen noch einige Zeit lang unausgesprochen bleibenA (Geh.III, S. 108).

Diese Worte zeigen, daß Blavatsky einige Ahnung hatte von der Tiefe des Tarot. Wir wissen heute, daß allerdings bloße Philosophie die Türen des Tarot nicht aufschließen kann, sondern nur die hermetische Praxis. Die überlieferten Texte des Hermes Trismegistos wurden von ihr oft zitiert und zeigen selbst heute noch eine überraschende Übereinstimmung mit den Lehren von Bardon. Rudolf Steiner wußte lediglich, daß das Tarot existiert, aber von seinem Inhalt hatte er offensichtlich keine Ahnung.

Der Begriff Magie wurde von Blavatsky großzügig verwendet, deshalb möchte ich hier einige ihrer Aussagen und Zitate festhalten aus ihrer >Isis entschleiert=:

`In den ältesten Dokumenten, die jetzt in unserem Besitze sind B den Veden und den noch älteren Gesetzen Manus B finden wir viele magische Gebräuche, die von den Brahmanen ausgeübt und erlaubt wurden. Tibet, China und Japan lehren gegenwärtig das, was von den ältesten Chaldäern gelehrt wurde. Die Geistlichkeit dieser Länder beweist überdies, was sie lehrt, nämlich: daß die Pflege moralischer und physischer Reinheit, auch gewisser, strenger Übungen, die lebendige Seelenkraft der Selbst-Erleuchtung entwickelt. Wie diese dem Menschen die Kontrolle über den eigenen, unsterblichen Geist gewährt, so gibt sie ihm wirklich magische Kräfte über die Elementargeister, die ihm untergeordnet sindA (Isis I, S. 18). Die Magie betrachtete man als eine göttliche Wissenschaft, die zur Teilhaberschaft an den Attributen der Gottheit selbst führte. Sie entschleiert die Vorgänge in der Natur, sagt Philo Judaeus, und führt zur Erkenntnis himmlischer Kräfte (IsisI, S.25). Der Magier hingegen kann Geister nach Belieben herbeirufen und entlassen (Isis I, S. 367). Der Eckstein der Magie ist eine intime praktische Kenntnis des Magnetismus und der Elektrizität, ihrer Eigenschaften, Wechselbeziehungen und PotenzenA (Isis II, S. 595).

Hier kommt ein besonders wichtiger Satz von Frau Blavatsky, der ihr gutes Urteilsvermögen beweist: `Nebenbei bemerkt: Es gibt eine Menge guter Gründe, warum das Studium der Magie, ausgenommen ihre umfassende Philosophie, in Europa und Amerika beinahe undurchführbar ist. Magie ist das schwerste aller Dinge, die mühevollste aller Wissenschaften, wenn man sie experimentell erlernen will. Vermutlich nicht mehr als ein Mensch unter einer ganzen Million Europäern ist geeignet B sowohl physisch, moralisch oder psychisch B ein praktischer Magier zu werden und nicht einer von hundert Millionen würde mit jenen drei Eigenschaften begabt sein, die für das Werk erforderlich sindA (Isis II, S. 644).

Wie man sieht, hatte Blavatsky nicht besonders viel Vertrauen zu den geistigen Fähigkeiten der Europäer. Vielleicht können wir aus der Veröffentlichung der wahren Magie in Europa schließen, daß sich die Situation inzwischen geändert hat, obwohl nach meiner Erfahrung der Beweis bis heute aussteht.

In Geh.III, S. 19 u. 67 schreibt sie: `Man kann niemals zu oft wiederholen B die Magie ist so alt als die Menschheit. ... Die Magie ist eine doppelte Kraft: nichts ist leichter, als sie in Zauberei zu verwandeln; ein böser Gedanke genügt dazu. Während daher der theoretische Okkultismus harmlos ist und gut tun kann, ist die praktische Magie, oder die Früchte vom Baume des Lebens und der Erkenntnis, oder anders, die B Wissenschaft von Gut und Böse B, angefüllt mit Gefahren und Verantwortlichkeiten.A

Das folgende Zitat aus Geh.III, S. 255 beleuchtet sehr schön den Umfang der magischen Wissenschaft: `Magie, sagt Psellus, bildete den letzten Teil der priesterlichen Wissenschaft. Sie erforschte die Natur, Kraft und Eigenschaft von allem, das unter dem Monde; von den Elementen und ihren Teilen, von den Tieren, den verschiedenen Pflanzen und ihren Früchten, von Steinen und Kräutern. Kurz gesagt, sie untersuchte die Wesenheit und Kraft von allem. Daraus brachte sie folglich ihre Wirkungen hervor. Und sie formte Statuen, die Gesundheit verleihen und machte alle verschiedene Figuren und Dinge, die gleichermaßen die Werkzeuge der Krankheit sowie die der Gesundheit werden konnten. Oft läßt man auch himmlisches Feuer durch Magie erscheinen, und dann lachen die Statuen, und die Lampen entzünden sich von selbst. ....

Die Esoterische Wissenschaft ist vor allem die Erkenntnis unserer Beziehungen zu der Göttlichen Magie, unserer Untrennbarkeit von unseren göttlichen Selbsten. .... Das ist die Wissenschaft der Raja-Yogis B die Magie. .... Nichtsdestoweniger ist der Weg sehr leicht, den Unterschied (zwischen weißer und schwarzer Magie) zu lernen; man hat sich nur daran zu erinnern, daß keine gänzlich enthüllten Esoterischen Wahrheiten jemals in Öffentlichem Druck ausgegeben werden, in Buch oder Zeitschrift." (Geh.III, S. 465, 473, 491).

Anmerkung: Obwohl die Aussagen von Blavatsky über Magie mehr allgemeiner Natur sind, so lassen sie doch erkennen, daß diese Wissenschaft ihr gegenwärtig war, und nicht als dekadenter Aberglaube der Vergangenheit betrachtet wurde. Das letzte Zitat hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet, denn die magischen Geheimnisse wurden der Menschheit bereits 1956 öffentlich in Buchform übergeben. Warum sie gerade jetzt von der Göttlichen Vorsehung freigegeben wurden, darauf werde ich versuchen im Rahmen dieses Kapitels eine Antwort zu geben.

Dieter Rüggeberg


Sehr geehrte Leser,
der unter dem Pseudonym Papus schreibende Dr. med. Gerard A. V. Encausse war einer der bekanntesten Okkultisten Frankreichs um die Wende des 20. Jahrhunderts. Seine Argumente gegen die materialistische Weltanschauung sind so originell, daß ich sie den Lesern meiner Homepage nicht vorenthalten möchte. Die Qualität der Argumentation der materialistischen Denker hat sich übrigens bis heute nicht geändert.
Mit freundlichem Gruß
Dieter Rüggeberg

Papus / G.A.V. Encausse
Wie ich Okkultist wurde.

Notizen einer intellektuellen Autobiographie.
An Camille Flammarion.

S. 410-418: Viele unabhängige Schriftsteller, einige Philosophen und manche Chronisten haben sich oft gefragt, wie es geschehen konnte, daß junge Leute, in den Grundsätzen der `gesunden VernunftA erzogen, vor `AberglaubenA geschützt, plötzlich diese positiven Lehren verlassen und sich auf `mystischeA Studien stürzen, sich mehr für religiöse und philosophische Probleme als politische Vorgänge interessieren und die Verstiegenheit bis zu Forschungen über die okkulten Wissenschaften und die Magie treiben, Forschungen, die C wenn schon nicht eine völlige Verirrung C so doch mindestens eine gewissen Schwäche der intellektuellen Anlage bekunden.

Diese Bewegung der zeitgenössischen Jugend zum Okkulten hin beunruhigt die ältere Generation und verwirrt ihre Erwartungen. Will man einem alten Parteigänger der materialistischen Lehren, einem Arzt, der in den dem Positivismus teuren Prinzipien erzogen ist, erlauben, einige Züge seiner intellektuellen Entwicklung zu erzählen und zum mindesten einen Fall dieser fremdartigen `mystischenA Vergiftung von ihrem Beginn bis zu ihrer akuten Krise zu zeigen? Wenn sich die Philosophen für dieses Material nicht interessieren, so wird es vielleicht für die Irrenärzte von Nutzen sein; denn man ist ja in gewissen Kreisen übereingekommen, alle Spiritualisten als Degenerierte, wenn nicht gar als Narren zu betrachten.

Es ist das erste Mal, daß ich die Autobiographie meines geistigen Werdeganges in Angriff nehme, und ich werde mir Mühe geben, so knapp als möglich zu sein. Zu allererst erkläre ich meinen Fachgenossen, die vielleicht aufgefordert werden, meine Angaben zu verfolgen, daß ich nie mit Religionslehrern in Berührung stand. Alle meine Studien, von der Volksschule bis zum medizinischen Doktorat, Vorschul-, Untergymnasiumszeugnis und Abiturium inbegriffen, habe ich in weltlichen Anstalten oder im College Rollin absolviert. Man braucht also nicht zu den Lehren der Kindheit zu gehen und von dort eine krankhafte Prädisposition abzuleiten.

I882 begann ich meine Medizinstudien und fand an der Pariser Schule alle wichtigen Lehrkanzeln mit Materialisten besetzt, die die Lehren vortrugen, die ihnen unter der Flagge des Evolutionismus teuer waren.

Ich wurde also ein glühender `EvolutionistA, nahm am materialistischen Glauben teil und förderte ihn nach Kräften.

Es existiert nämlich solch ein materialistischer Glaube, und ich betrachte ihn als notwendig für jedes entwicklungsfähige Gehirn. Der Materialismus, der die Arbeit für die Gesamtheit ohne Hoffnung auf Belohnung lehrt, da es keine andere Unsterblichkeit gebe als die durch die Erinnerung an Persönlichkeit und Wirken, diese Weltanschauung, die das Herz vertrocknet und nur die Hochachtung für die im Kampf ums Dasein Starken predigt, hat dennoch eine mächtige Wirkung auf den Verstand, und das wiegt seine Wirrungen und Gefahren ein wenig auf. Man weiß, welchen Nutzen der Materialismus aus der Lehre von der Entwicklung zu ziehen verstanden hat. Und doch war es das vertiefte Studium der Evolution, das mir die Schwäche des Materialismus und seine Auslegungsirrtümer zeigen sollte.

Man hatte mir gesagt: Die Mineralsalze, die Erde, die von der Pflanzenwurzel langsam zerlegt und assimiliert werden, entwickeln sich und werden Pflanzenzellen. Diese Pflanze wieder, die von den Säften und Fermenten des Tiermagens umgewandelt wird, wird zu Chylus und verwandelt sich in Zellen dieses Tieres.

Nachdenken ließ mich jedoch bald erfassen, daß man bei der Lösung des Problems einen wichtigen Faktor vorgaß. Jawohl, das Mineral entwickelt sich und seine wesentlichen Prinzipien werden die materiellen Elemente der Pflanzenzelle. Aber unter der einen Bedingung, daß die physikalisch-chemischen Kräfte und die Sonne selbst dem Phänomen zu Hilfe kommen, d. h. unter der Bedingung, daß entwicklungsmäßig höhere Kräfte sich für die Entwicklung niederer Kräfte opfern.

Jawohl, die verdaute Pflanze wird zwar die materielle Grundlage einer Tierzelle, aber unter der Bedingung, daß Blut und Nervenkraft (d. h. auf der Stufenleiter der Entwicklung höhere Kräfte) sich für die Entwicklung der Pflanzenzelle und ihre Umwandlung in Chylus opfern.

Kurz, jeder Aufstieg in der Reihe, jede Entwicklung verlangt das Opfer einer oder noch öfters zweier höherer Kräfte. Die Lehre von der Entwicklung ist unvollständig; sie stellt nur eine Seite des Faktums dar und vernachlässigt die andere. Sie rückt das Gesetz vom `Kampf ums DaseinA ins Licht, aber sie vergißt das `Gesetz des OpfersA, das alle Phänomene beherrscht.

Besessen von dieser Idee, die ich zu Tage gefördert hatte und die mir am Herzen lag, beschloß ich, meine Entdeckung nach besten Kräften zu vertiefen, und verbrachte meine Tage in der Nationalbibliothek. Ich blieb den Spitälern fern; ein, zwei Jahre Arbeit hätten es mir ermöglicht, Assistent zu werden und eine vielleicht fruchttragende ärztliche Laufbahn durchzumachen. Ich habe diese Jahre dem Studium der Werke der Alchymisten, der alten magischen Zauberbücher und der Elemente der hebräischen Sprache gewidmet, gerade die Jahre, die meine Kollegen mit dem Studium der Arbeiten der Examinatoren verbrachten, und von diesem Augenblick an war meine Zukunft vorgezeichnet. Jene Entdeckung, für deren Urheber ich mich hielt, fand ich in den Werken von Louis Lucas, in den hermetischen Texten, in den indischen Überlieferungen und in der hebräischen Kabbala wieder. Nur die Sprache war verschieden; wo wir HCI schreiben, zeichneten die Alchymisten einen grünen Löwen, und wo wir die Formel aufstellen:

2 HCI t- Fe = Fe(CI) 2 + 2 H

malten die Alchymisten einen Krieger (Mars, das Eisen), der vom grünen Löwen (der Säure) gefressen wird.

In einigen Monaten war die Lektüre der berüchtigten Zauberbücher für mich ebenso leicht wie die der wesentlich dunkleren Arbeiten unserer zeitgenössischen pedantischen Chemiker, mehr noch, ich lernte die Beherrschung der wunderbaren analogischen Methode, die C bei den modernen Philosophen wenig oder gar nicht bekannt C die Bindung aller Wissenschaften in einer gemeinsamen Methode gestattet und überdies zeigt, daß, kritisch betrachtet, die Alten ganz einfach verleumdet worden sind, als ihnen die in historischen Dingen geradezu unqualifizierbare Ignoranz der heutigen Kathedergötter eine unserer Wissenschaft gegenüber inferiore Stellung zuweisen wollte.

*

Beim Studium der hermetischen Bücher hatte ich die ersten Offenbarungen über die Existenz eines im Menschen tätigen Prinzips, das so leicht alle hypnotischen und spiritistischen Fakten erklärt.

Ich hatte in der klinischen Vorlesung gelernt, daß jede Krankheit einer Zellenschädigung entspreche und keine Funktion ohne Zellarbeit vor sich gehen könne. Alle psychischen Phänomene, alle Fakten des Denkens und Wollens, alle Tatsachen des Gedächtnisses entsprächen einer Arbeit bestimmter Nervenzellen, und die Moral, die Vorstellung von Gott und dem Guten wären mechanisches Produkt der Wirkungen der Vererbung oder der Umgebung auf die Entwicklung der Nervenzellen. Was die sog. `spiritualistischenA Philosophen und die `TheologenA anbelangt, so mußten sie entweder als bar jeder Kenntnis der Anatomie und Physiologie oder als je nach dem Fall mehr oder weniger kranke Narren betrachtet werden. Ein Buch über Psychologie hatte nur dann einigen Wert, wenn es von einem Arzt stammte und wenn dieser Arzt zur Schule der `unterrichtetenA und verständigen Leute gehörte, d. h. zur offiziellen materialistischen Fahne hielt. Den Narren, die noch an die Seele glaubten, sagte man: `Die Seele ist uns noch nie unter unserem Skalpell begegnet!A Das ist in wenigen Worten der Kern der philosophischen Ansichten, die man uns beibrachte.

Nun hatte ich von je den gefährlichen Wahn, eine Idee immer erst nach eigener gründlicher Überprüfung all ihrer Seiten anzunehmen, und so kam ich trotz aller anfänglichen Begeisterung für die Lehren der Schule allmählich dazu. mir einige Zweifel zu erlauben, die ich gern darlegen möchte.

Die Schule lehrte, nichts vollziehe sich ohne die Betätigung um so zahlreicherer Organe, je besser die `Arbeitsteilung im OrganismusA durchgeführt sei. Nun, nach dem Brande des Pariser Krankenhauses hat man Gelähmte, deren Beine atrophiert waren und deren Nerven nicht mehr im Zustande von Organen existierten, ganz plötzlich den Gebrauch der bis dahin nutzlosen Glieder wiedererlangen sehen. Aber das war ja noch ein schwaches Argument.

Die Experimente von Flourens hatten bewiesen, daß unsere Zellen sich alle in einer Zeit erneuern, die beim Menschen drei Jahre nicht überschreitet. Wenn ich einen Freund drei Jahre nach einem früheren Besuch wiedersehe, so gibt es weder in ihm noch in mir auch nur eine einzige der materiellen Zellen, die ehedem vorhanden waren. Und doch sind die F o r m e n des Körpers gewahrt, die Ähnlichkeit, die mir meinen Freund von anderen zu unterscheiden verstattet, existiert immer. Was ist also das Organ, das diese Wahrung der Formen regierte, als kein Organ des Körpers dem Flourensschen Gesetz entging? Dieses Argument ist eins von denen, die mich immer am meisten betroffen gemacht haben. Aber ich mußte noch weiter gehen.

Claude Bernard war beim Studium der Beziehungen zwischen Hirntätigkeit und Gedankenentstehung zur Feststellung gelangt, daß das Auftreten einer Idee immer den Tod einer oder mehrere Nervenzellen hervorruft, so daß diese famosen Nervenzellen, die stets der Wall der Beweisführung der Materialisten waren und noch sind, nach diesen Forschungen ihre wahre Rolle wiederbekommen, die nämlich von Instrumenten und nicht die von schöpferischen Agentien. Die Nervenzelle war das Manifestationsmittel der Idee und erzeugte diese Idee durchaus nicht selbst Eine neue Feststellung stützte noch den Wert dieses Arguments.

Alle Zellen des Menschen werden in einer bestimmten Zeit ersetzt. Wenn ich mich nun einer zehn Jahre zurückliegenden Tatsache erinnere, so ist die Nervenzelle, die seinerzeit das Faktum aufgezeichnet hatte, hundert- oder tausendmal ersetzt. Wie hat sich die Erinnerung an das Faktum unberührt durch diese Hekatombe von Zellen hindurch erhalten? Was wird hier aus der Theorie von der erzeugenden Nervenzelle?

Sind weiters selbst diese Nervenelemente, die man eine solche Rolle bei den Tatsachen der Bewegung spielen läßt, eben bei dieser Bewegung gar so unentbehrlich, wenn uns die Embryologie lehrt, daß jene Gruppe von Embryonalzellen, aus denen später das Herz wird, schon zu einer Zeit rhythmisch schlägt, wo die Nervenelemente des Herzens noch gar nicht gebildet sind?!

Diese auf gut Glück unter einer Unmenge von Tatsachen herausgegriffenen Beispiele hatten mich zu dem Schluß geleitet, daß hier der Materialismus seinen Adepten noch den falschen Weg weist, da er das tote Instrument mit dem effektiven Wirkungsagens verwechselt.

Der Beweis dafür, daß das Nervenzentrum die Idee herstellt C so sagt uns der Materialist C ist die Tatsache, daß jede Verletzung des Nervenzentrums auf die Fakten der Vorstellungsbildung zurückprallt und daß Sie bei eintretender Schädigung Ihrer dritten linken Stirnhirnwindung sprachlos werden, u. zw. sprachlos in einer besonderen Art, entsprechend der Nervenzellengruppe, die von der Läsion betroffen wurde.

Diese Beweisführung ist ganz einfach unsinnig, und um das zu zeigen, wollen wir dieselbe Überlegung auf ein beliebiges Beispiel anwenden, etwa den Telegraphen. Der Beweis dafür, daß der telegraphische Apparat die Depesche produziert, besteht darin, daß jede Beschädigung des telegraphischen Apparats auf die Übermittlung der Depesche zurückprallt, daß also beim Durchschneiden des Telegraphendrahts die Depesche nicht mehr durchgehen kann.

Das ist genau der Wert der materialistischen Argumentation. Sie vergessen den Telegraphisten oder wollen von seinem Vorhandensein nichts wissen. Das Gehirn hat für ein in uns existentes spirituelles Prinzip lediglich den Wert des Übertragungsapparates in der telegraphischen Anlage. Der Vergleich ist alt, aber immer vorzüglich.

Der Materialist wird uns sagen: `Nehmen wir an, der Telegraphist existiere nicht, und überlegen wir, wie wenn er nicht existierte.A Dann stellt er eine dogmatische Behauptung auf: `Der telegraphische Übermittler geht ganz von selbst und bringt die Depesche nach einer Reihe von mechanischen Bewegungen hervor, deren Urheber die Reflexe sind.A Ist das einmal angenommen, so geht auch alles andere `ganz von selbstA. Der Materialist schließt also fröhlich, es gebe keine Seele, das Gehirn produziere aus sich heraus Ideen, wie der telegraphische Apparat Depeschen produziert. Wehe dem, der an diese Beweisführung zu rühren wagt! Sie ist ein positivistisches Dogma, das ebenso fanatisch gelehrt und verteidigt wird wie ein Dogma der Religion.

Ich weiß, was es mich gekostet hat, die Nichtigkeit derartiger Argumentation aufzudecken! Man hat mich der Gaukelei angeklagt, weil man vorausgesetzt hat, daß ein Materialist, der `MystikerA wurde, nur ein Gaukler C oder ein Verrückter C sein könne. Vielen Dank meinen Gegnern, daß sie wenigstens noch den ersteren Ausdruck gewählt haben! Doch gehen wir weiter!

Ebenso, wie wir feststellen können, daß die materiellen Zellen des Körpers einfach die Werkzeuge von irgend etwas sind, was die Formen des Körpers über allen Zerfall dieser Zellen hinaus bewahrt, ebenso können wir sehen, daß die Nervenzellen nur Werkzeuge eines Etwas sind, das diese Zentren als Betätigungs- oder Empfangsinstrumente benutzt.

Der mit seinem Skalpell bewaffnete Anatom wird beim Sezieren einer Leiche ebensowenig die Seele entdecken wie der mit seinen Kneipzangen bewaffnete Arbeiter nicht den Telegraphisten, wenn er den Telegraphenapparat, oder den Pianisten entdecken wird, wenn er das Klavier abmontiert. Es ist, denke ich, überflüssig, noch weiter die Hohlheit der Beweisführung zu demonstrieren, die die nur so genannten positivistischen Philosophen ihren Gegnern immer entgegenhalten.

Bevor ich diese Zeilen schließe, möchte ich die Aufmerksamkeit nur noch auf zwei Tricks lenken, deren sich die Materialisten in den Diskussionen und gemeinhin immer dann bedienen, wenn sie sich ihren Gegnern unterlegen fühlen.

Der erste Trick ist der `des Hinweises auf die Spezialwissenschaften und die weniger bekannten AbhandlungenA, die man sich als dem naiven Gegner unbekannt denkt. `Wie, Herr Papus, Sie wagen über Hirnfunktionen zu sprechen und wissen nicht von der Kristallographie?!A `Sie wagen diese Frage zu behandeln und haben nicht den letzten Aufsatz des Herrn Zipfelhuber über die Hirnfunktionen des Menschen der Tertiärzeit und des Rotfisches gelesen?! Gehen Sie in die Schule, mein Herr, und unterhalten Sie sich mit mir erst wieder, bis Sie die Elementarbegriffe der von Ihnen angeschnittenen Frage ,können'!A

Diejenigen, die uns diese Faseleien vorhalten, sind im allgemeinen glänzende Schüler der medizinischen Fakultät, die C zum Staunen! C von der Psychologie und Philosophie wenn schon nichts anderes mehr, so doch noch immer den Namen kennen!...

Der zweite Trick besteht darin, uns unter der Lächerlichkeit zu zermalmen, weil wir die Kühnheit besitzen, eine Meinung zu haben, die das Gegenteil von der des Herrn X ist, der einen höheren Titel trägt als wir. `Wie, Sie sind nur ein einfacher Doktor der Medizin und wollen sich auf einen Zusammenstoß mit den Ansichten des a. o. Professors, Herrn 0., oder des berühmten Professors Z. einlassen?! Werden Sie zuerst, was diese Herren sind, und dann wollen wir weiter sehen!A

All das sind falsche, aber so oft verwendete Ausflüchte, daß man sie auch einem Brunetiere vorhielt, der das Wort `WissenschaftA auszusprechen wagte, wiewohl er nicht einmal Arzt war.... Schrecklich!!!! Wenn man aber schon Arzt ist, muß man a. o. Professor sein, und wenn man a. o. Professor ist, muß man o. ö. Professor sein, und wenn man o. ö. Professor ist, muß man zum Institut de France gehören, und wenn endlich ein Mitglied der Akademie der Wissenschaften seinen Glauben an Gott und die Unsterblichkeit der Seele zu versichern wagt, wie es Pasteur getan hat, so sagt man dann, er sei betagt und die Hirnerweichung erkläre solche Lehren.

Das etwa sind die üblichen Ausflüchte der Materialisten, die man nur zu kennen braucht. um sie auf ihren richtigen Wert zu bringen.

Es geht nicht immer an, zu sagen, der Glaube sei eine besondere, nur wenigen Naturen verliehene Gnade. Ich bin nach dem, was ich meine persönliche Entwicklung nennen möchte, der festen Überzeugung daß man den Glauben wie alles andere durch Studium erwirbt.

Trotz alledem hat die materialistische Impfung eine große Bedeutung: sie erlaubt tatsächlich, an die Psychologie und die Seelenprobleme auf der Basis der Physiologie heranzutreten, und verleiht damit der Lehre von den drei Prinzipien des Menschen und dem, was man in der Geschichte der Philosophie die Theorie vom plastischen Vermittler nennt, sogar eine sehr große Bedeutung.

Diese Theorie nimmt zwischen physischem Körper und Anatomie einerseits und unsterblichem Geist und Psychologie andererseits ein Mittelprinzip an, das mit der Sicherstellung der Beziehungen der beiden Extreme beauftragt ist und ins Bereich der Physiologie gehört.

Dieses Prinzip, das heute unter dem Namen `das organische LebenA bekannt ist und seine Wirkung durch Vermittlung des Nervus sympathicus ausschließlich auf die Organe mit glatter Muskelfaser ausübt, besitzt meiner Ansicht nach eine genau definierte Existenz und gehört in keiner Weise zu metaphysischen Deduktionen. Die alten Hermetisten nannten es den formenden oder den Astralkörper und schrieben ihm Wahrung und Unterhalt der Formen des Organismus zu. Nun, ich kann sagen, daß das Studium des Astralkörpers, das ich seit gut zehn Jahren verfolge, es mir ermöglicht hat, eine sehr wissenschaftliche Erklärung der fremdartigen hypnotischen und spiritistischen Phänomene aufzustellen, die in unseren Tagen die Herren der Lehrkanzeln so sehr in Aufregung, nein: aus dem Gleichgewicht bringen. Mehr noch, eine ernste Prüfung aller zur Erklärung dieser Fakten gebotenen Theorien erlaubt mir die Behauptung, daß die des Hermetismus über die Konstitution des Menschen, eine Theorie, die seit der I8. ägyptischen Dynastie, d. h. seit 36 Jahrhunderten, keine Wandlung erfahren hat, die einzige ist, die in logischer und zufriedenstellender Weise allen beobachteten Fakten Rechnung trägt. Man kann mit ihr auch an das Studium des Problems des Todes und der Postexistenz der Persönlichkeit herantreten, und dieses Studium muß doch wohl ein gewisses Interesse bieten, weil viele der `jungenA Zeitgenossen, die zur intellektuellen Klasse gehören, diese Untersuchungen den Lächerlichkeiten der Politik und der Parteikämpfe vorziehen.

Ein andermal werde ich vielleicht von meinem esoterischen Wege sprechen. Für den Augenblick habe ich einfach die exoterisch verfolgte Richtung von meinen materialistischen Überzeugungen an bis zu meinen gegenwärtigen okkulten Studien zeigen wollen.

Quelle: Papus: Die Grundlagen der okkulten Wissenschaft (1996 Verlag Richard Schikowski, Berlin)


Mikrokosmos und Makrokosmos
Okkulte Schriften von Paracelsus

(München 1989)

  17. Auslegung der Magie und ihrer Arten;
was Magie sei und was ein Magier sei
(Philosophia sagax, 1. Buch, Bd. X)

Die Magie wird eingeteilt in sechs Arten. Nun ist der Anfang der Magie eine Auslegung der unnatürlichen Zeichen, um diese zu erkennen, wie Gott sie übernatürlich an den Himmel stellt, und die doch wie natürlich erscheinen. So wurde unter anderen der östliche Stern über Bethlehem erkannt. Ebenso wie Christus auf Erden wie ein Mensch gewandelt hat, so hat auch jener Stern unter anderen Sternen gestanden. Und wie Christus allein von den Seinen erkannt wurde, so werden die Sterne allein von den Magiern erkannt. Darum sind Magier die Ausleger solch übernatürlicher Zeichen am Himmel, wie die Apostel Erkenner Christi, und sind dazu gesetzt, das Wort auszulegen, welches Christus spricht: Es werden Zeichen in Sonne, Mond, Sternen usw. So sind die Magier auch Ausleger aller Propheten und der apokalyptischen Offenbarung. Das ist die erste Art der magischen Kunst und sie heißt: Insignis (vornehme Magie).

Eine weitere Art der Magier ist die Kunst, lebende Körper zu bilden, wie zu den Zeiten des Moses geschehen ist. Es handelt sich dabei um die Umwandlung eines Körpers in einen andern. Diese Umwandlung geschah nicht eigentlich magisch, wie hier zu verstehen ist, d. h. zwar magisch, aber nach dem Prozeß der vierten Astronomie'. Sonst ist die umwandelnde Art der Magie die gleiche wie die, durch welche Christus umgewandelt und wie die Sonne leuchtend wurde. So ist die Magie auch an dieser Stelle zu verstehen, und sie heißt mit Recht umwandelnde Magie (Magia transformatoria). Die dritte Art der Magie lehrt, Worte bilden, welche die gleiche Kraft haben, wie die vom Himmel in die Kräuter gelegte. z. B. alles, was der Arzt durch Arzneimittel zu vollbringen versteht, das vermag diese Art von Magie durch Worte. Denn was die natürliche Ordnung aus sich selber hergibt, das bietet auch diese Kunst. Und diese Art heißt mit ihrem rechten Namen M. characteralis (charakterische Magie, d. h. Magie, die mit Charakteren, Geheimzeichen, arbeitet). Weiter merket, daß die vierte Art Gamaheu machen lehrt, d. h. alles das tun, was die natürlichen Werkzeuge vermögen. Wie ein Schlüssel ein Schloß öffnet, ein Schwert Wunden schlägt, ein Harnisch beschirmt, so vermag die vierte Art der Magie durch unsichtbare Kunst das zu tun, wozu die Natur sichtbar imstande ist. Und diese Art heißt mit ihrem rechten Namen M. Gamaheos (Paracelsische Bezeichnung).

Ferner vermag die fünfte Art, Bilder zu erzeugen, welche denjenigen gleich sind, die durch die Imagination hervorgebracht werden. Was also auf natürlichem Wege dem Menschen zugefügt werden kann, das kann auch die Magie bewirken, den Menschen krumm, lahm, blind, impotent machen usw. Solches vermag die Natur auf natürlichem Wege; sie vermag auch etliche wieder gesund zu machen. Aber auch diese fünfte Art der Magie vermag das alles und heißt mit ihrem rechten Namen Alter in altera (zweite verändernde Magie). Auch vermag die Magie so zu handeln, daß einer eine Stimme jenseits des Meeres hören kann, daß einer im Westen imstande ist, mit einem anderen zu reden, der im Osten wohnt.'

Denn was die Natur auf hundert Schritte hören kann, das hört diese Art der Magie auf hundert deutsche Meilen.

Und ferner: wie weit die Natur einen Boten oder ein Roß in einem Monat fahren oder laufen lassen kann, das vermag diese Art von Magie in einem Tage zu vollbringen. Was die Natur in einem Jahre zu tun vermag, das vermag sie in einem Monat auch bei den Gewächsen des Erdreichs zu vollenden' Diese Art heißt mit ihrem rechten Namen Ars cabalistica (kabbalistische Kunst).

Diese sechs geschilderten Arten bilden die magische Kunst, auf Latein Artes sapientiae (Künste der Weisheit) genannt. Denn diese sechs Arten sind in Saba im Orient und auf der Insel Tharsis für die höchste Weisheit erachtet worden, die von Gott dem Menschen in seinem sterblichen Leben geschenkt worden ist. Und allein die Weisen, denen diese kund sind, hat man Magier geheißen. Darüber hinaus hat man alle andere sterbliche Weisheit für geringer und schwächer gehalten und allein die Magie als die trefflichste und unüberwindlichste Weisheit geschätzt. (S. 189-191)


 

Rudolf Steiner
GA 101

Mythen und Sagen.
Okkulte Zeichen und Symbole
WEISSE UND SCHWARZE MAGIE

Vortrag: Berlin, 21. Oktober 1907 nachmittags
S. 117-140: Es ist der Wunsch geäußert worden, daß wir noch über das sprechen, was gewöhnlich `weiße und schwarze MagieA genannt wird, und daß dies mit einigen anderen Begriffen, die die Theosophen kennen, in Zusammenhang gebracht werde.

Nun ist das, was damit berührt werden muß, ein sehr weit verzweigtes, ausgebreitetes Gebiet okkulter und geisteswissenschaftlicher Betrachtungsweise, und es wird daher nur möglich sein, sozusagen einige elementare Dinge auf diesem Gebiete zu berühren. Aber auch diese machen ja schon die Voraussetzung notwendig, das, was wir jetzt betrachten, so aufzunehmen, als sei es durchaus eben nur gemeint für Schüler der Geisteswissenschaft, und nicht für irgend jemand anderen, der nicht mit geisteswissenschaftlicher Gesinnung und Denkungsart ausgestattet ist. Man muß gewisse Voraussetzungen machen, wenn man über ein solches Thema sprechen will.

Die Worte `weiße und schwarze MagieA werden oft gerade in theosophischen Kreisen angewendet, und es tritt uns ja unendlich häufig die Bezeichnung des *schwarzen Magiers+ entgegen als eine Anschuldigung, auch von solchen, die in der theosophischen Strömung wirken. Manche von Ihnen werden es schon selbst gehört haben, wie man leichten Herzens dies oder jenes als *schwarze Magie+ bezeichnet hat. Ja, es ist sogar einmal vorgekommen, daß nach der Lektüre unserer `MitteilungenA - wie mir scheint, war es das erste Blatt - an einem Orte Leute gesagt haben: Was bei jener Generalversammlung vorgegangen und in den `MitteilungenA erzählt worden sei, darin stecke schwarze Magie. Es war damals von einigen Menschen geradezu die Behauptung aufgestellt worden, daß in der Führung jener Generalversammlung ein böser Zauber gesteckt haben müsse. Das ist nur ein Beispiel für etwas, was öfter auftritt und was herrührt von einer ziemlich trivialen Auffassung nicht nur des Begriffes `schwarze MagieA, sondern des Begriffes `MagieA überhaupt.

Wir müssen uns zunächst klarmachen, was man unter Magie versteht, um dann einsehen zu können, was man unter `schwarzer MagieA zu verstehen hat. Viele Leute glauben folgendes: Sie sagen, man könne okkulte Kräfte erwerben und denken dabei gewöhnlich an recht minderwertige, elementare okkulte Kräfte. Denn gewöhnlich wissen diejenigen, die von solchen Dingen reden, nichts von höheren okkulten Kräften; sie haben gemeinhin gar keine Vorstellung davon, was sie sich unter okkulten Kräften eigentlich denken sollen. Gewöhnlich setzen die Leute dann noch hinzu, derjenige treibe schwarze Magie, der im Dienste des persönlichen Egoismus solche Kräfte anwende. Solch ein Ausspruch ist einer von denen, bei welchen man nicht einmal sagen kann, er sei falsch. Aber es kommt auch nicht viel darauf an, daß man sagt, er sei richtig, denn es ist gar nichts besonderes damit gesagt. Es ist der Ausfluß einer ganz abstrakten Denkweise. Wer von solchen Dingen reden will, muß vor allen Dingen fest auf dem Boden der Wirklichkeit stehen, sei es der physischen, sei es der geistigen Wirklichkeit; er muß wissen, was real ist, dann wird er nicht mehr von allerlei Dingen schwatzen, die mit der Wirklichkeit in keinem Zusammenhang stehen.

Liegt denn in einem solchen Ausspruch, man solle okkulte Kräfte nicht im Dienste des persönlichen Egoismus anwenden, nicht in gewisser Beziehung eine unmögliche Forderung für die Menschen der Gegenwart ? Diese Frage müssen wir uns zuerst beantworten. Freilich stellen solche, die das sagen, als erstes Gebot auf: Du sollst nicht egoistisch sein! - Gewiß, das ist ein höchstes Gebot. Aber es handelt sich für den, der real denkt, nicht darum, daß solche Gebote aufgestellt werden, sondern darum, ob solche Gebote überhaupt erfüllt werden können. Und wer glaubt, daß das Gebot, nicht egoistisch zu sein, von den Menschen der Gegenwart so ohne weiteres erfüllt werden kann der gibt sich einer sehr großen Illusion hin. Derjenige, der es als seine Pflicht erkennt, Illusionen zu zerstreuen, der muß auch jene Illusion zerstreuen, daß ein solches Gebot leicht erfüllt werden könne.

Da tritt vielleicht ein Mensch auf und sagt: Ich will einmal in der Welt in ganz und gar selbstloser Weise wirken! - Zunächst kann er gar nicht wissen, daß unter den Kräften, mit denen er wirkt, eine ganze Menge okkulter Kräfte darunter sind. Von jedem Menschen gehen okkulte Kräfte aus. Wenn nun jemand sagt, er wolle in selbstloser Weise in der Welt wirken, so ist das ein sehr, sehr schönes Ideal. Aber wenn man einmal versucht, weiter zu fragen: Warum willst du selbstlos sein, warum legst du dir dieses Gebot auf, selbstlos zu sein? -, da wird man merkwürdige Antworten erhalten, zum Beispiel: Durch Selbstlosigkeit komme ich allmählich zu höheren Stufen der Vollkommenheit hinauf; ich kann es nicht ertragen, ein wertloser Mensch zu sein; ich will ein Mensch sein, der wertvoll ist in der Welt. - Wenn man dieses Gefühl analysieren würde, so würde man dahinterkommen, daß hinter den Gründen zur Selbstlosigkeit oft der unglaublichste Egoismus steckt, oft ein viel größerer Egoismus, als er bei den Menschen anzutreffen ist, die gar nicht selbstlos sein wollen, sondern sich einfach ihren selbstischen Instinkten hingeben. Malen Sie sich den Gedanken aus, und Sie werden sehen, wieviel Selbstsucht in dem Drang nach Selbstlosigkeit steckt.

Und wie sollte es auch anders sein? Die Selbstsucht ist eine Kraft, die nicht deshalb von den Göttern in die Menschennatur verpflanzt worden ist, damit der Mensch sie so ohne weiteres verleugne oder verneine. Es gehört sogar die Selbstsucht zu den wesentlichsten Dingen, durch die der Mensch wirkt. Wenn wir den Gründen der Selbstsucht nachforschen, wenn wir uns fragen: Warum haben denn die Götter, die gütigen Götter dem Menschen die Selbstsucht eingepflanzt? -, da diese so etwas Abscheuliches ist nach Ansicht so vieler Leute, da bekommen wir aus dem wirklichen Okkultismus herausgeboren die Antwort, daß die Selbstsucht ein ganz gewaltiger Schutz ist gegenüber dem, was mit dem Menschen in der Welt geschehen würde, wenn er nicht diese Selbstsucht hätte. Wissen Sie, was den Menschen am besten davor schützt, gewisse recht schlimme Kräfte anzuwenden, von denen wir gleich nachher sprechen werden? Es wäre ein Leichtes heute für jemand, der selbst schwarze Magie betreiben wollte, einen Menschen als Schüler zu sich heranzuziehen und diesem Schüler gewisse Handgriffe und Machinationen der wirklichen schwarzen Magie beizubringen; er würde in der entsetzlichsten Weise in der Welt wirken können. Die meisten aber werden das nicht so ohne weiteres tun. Und wissen Sie, warum nicht? Aus dem einfachen Grunde nicht, weil sie sich fürchten, weil sie für ihre Persönlichkeit fürchten. Sie gewahren ein klein wenig von den Folgen im Geist und fürchten sich selbstsüchtig davor. Und das ist ganz gut, daß sie sich fürchten und die Sache deshalb bleiben lassen.

Wenn im Beginne der Erdendentwickelung die Menschen alles gleich ausgeliefert erhalten hätten, was es an Kräften gibt, um auf den astralischen, auf den ätherischen und auf den physischen Leib zu wirken, dann würden diese Menschen schlimme Dinge in der Welt angestellt haben. So aber ist ihnen der Egoismus gegeben worden, und der bringt den Menschen dazu, daß er zunächst nur für sich selbst sorgt, und daß die Sorge für sich selbst ihn ganz beschäftigt. Wie eine Schutzwand haben die Götter den Egoismus um die Menschen herum errichtet. Der Egoismus ist es, der den Menschen den Einblick in die Dinge verhüllt, die hinter der Welt der Erscheinungen liegen. Das zu betrachten ist außerordentlich wichtig. Es ist eine von den weisen Bremsvorrichtungen, welche die Götter aufgestellt haben, damit der Mensch nicht zu schnell eindringe in die geistigen Reiche. Das ist also der Egoismus; er ist ein gutes Schutzmittel.

So also soll man mit solchen Worten nicht herumwerfen, denn es ist noch eine lange Strecke bis dahin, wo der Mensch selbstlos werden kann, wo er reif wird zur Selbstlosigkeit. Gar nicht braucht daran erinnert zu werden, wie alles Predigen von Selbstlosigkeit sich gerade in unserem Zeitalter so komisch ausnimmt, im Zeitalter des höchstpotenzierten Egoismus, wo jeder so viel erraffen will von dem, was in der sozialen Ordnung begründet ist. Da führt diese `SelbstlosigkeitA dazu, sich ganz und gar zu umgeben mit einem Wirbel von Illusionen. Sie glauben gar nicht, wenn Sie nicht gründlich darüber nachdenken, wie die Menschen sich heute einhüllen in einen Wirbel von Illusionen, wie sich namentlich durch Theorien unsere Zeitgenossen einhüllen lassen in einen Wirbel von Illusionen. Da werden soziale Theorien geprägt und gepredigt von Professoren und Nichtprofessoren. Aber gerade ein großer Teil der Theorien über die sozialen Heilmittel des Gesellschaftskörpers sind nichts weiter als ein Ausfluß von `Psychopathia professoralisA. Sie können es in der Praxis verfolgen, wie die Leute verkehrt denken und verkehrt handeln. Wo können Sie nicht in irgendeiner Gesellschaft oder Kommune erleben, daß die Menschen nachsinnen über dieses und jenes Heilmittel, zum Beispiel gegen die Arbeitslosigkeit. Wenn Arbeitslosigkeit da ist, ist Hunger da. Wie machen wir es aber, daß diesem abgeholfen wird? Da wird dann der Entschluß gefaßt: Man muß den Leuten Arbeit geben. - Und nun erfindet man irgend etwas, um den Leuten Arbeit, Beschäftigung zu geben, damit sie Geld bekommen und sich kaufen können, was sie wollen. Das scheint ein sehr probates Mittel zu sein, um gesellschaftliche Schäden abzuwenden: den Leuten Beschäftigung zu geben. Aber es ist ein sehr gefährliches Mittel, den Leuten Beschäftigung um jeden Preis zu geben, solange man nicht die Art der Beschäftigung in produktive und unproduktive Beschäftigung unterscheidet. Solange man diese Unterscheidung zwischen produktiver und unproduktiver Beschäftigung nicht macht, ist dies sogar ein furchtbares Mittel in seiner Wirkung auf die Gesellschaft. Denken Sie sich den radikalen Fall: jemand wollte, weil in einer bestimmten Gegend, wo durch Erfindung einer neuen Maschine eine Anzahl Personen brotlos geworden sind, diesen Leuten schnell Arbeit und Brot verschaffen. Er erfindet einen Artikel, wo er wertlose Abfallprodukte für Toilettengegenstände verwendet. Die Leute können dann etwas verdienen und sich Brot kaufen. - Das ist aber nur ein Mittel, um die Armut von einer Seite auf die andere umzulegen, denn es wird gar nichts produziert auf diese Weise, gar nichts hervorgebracht. Jeder kann das an folgendem Falle selbst einmal bedenken: Es setzt sich jemand draußen auf dem Lande in ein Restaurant und sagt: Kellner, geben Sie mir zehn Ansichtskarten! und schickt sie ab, ohne dabei zu bedenken, wieviele Briefträger dadurch vier oder fünf Stockwerke hinaufgehen müssen, und ohne zu bedenken, daß dadurch nichts an realer Kraft in der Welt in Bewegung gesetzt wird. Gar nicht bedenkt man, daß damit nichts Wirkliches, den Geist und Körper Förderndes erzielt wird. Wenn Sie das dem Betreffenden sagen, so wird er natürlich eine Ausrede haben. Er könnte zum Beispiel sagen, es könnten ja neue Briefträger eingestellt werden, dadurch bekämen mehr Leute Arbeit. Man bedenkt dabei aber gar nicht, daß, wenn man da neue Menschen einstellt, durch deren Arbeit nichts Neues geschaffen wird, sondern daß man nur die Armut anders verteilt hat. Das zeigt, daß die Menschen erst etwas wissen müssen über die Verteilung der Arbeit auf der Erde, bevor sie anfangen können mit dem kleinsten Reformgedanken. Unwissenheit, die reformieren will, ist im Weltzusammenhang etwas Furchtbares. Es ist furchtbar, daß die Menschen oftmals nicht die Geduld haben, abzuwarten, bis sie gelernt haben, etwas Überschau darüber zu haben, wie man helfen kann, sondern Vereinsmeierei treiben, damit dies oder jenes geschehe. Das sind alles Illusionen, mit denen sich die Menschen umhüllen. Und eine solche Illusion ist es auch, wenn in der trivialen Theosophie die Leute von Selbstlosigkeit reden. Wir müssen, wenn wir uns über weiße und schwarze Magie unterrichten wollen, zunächst uns einiges von dem Begriff *Magie+ vor die Seele führen, worüber diejenigen, welche die letzten Vorträge gehört haben, schon etwas wissen. Auch öffentlich habe ich das Wesen der Magie schon kurz berührt.

Was ist nun Magie? In allen alten okkulten Schulen gab es drei Arten, hinaufzugelangen zu den höchsten Gebieten des Erkennens. Die erste Art war die des Eingeweihten, des Initiierten, die zweite Art war die des Hellsehers und die dritte Art war die des Magiers. Das sind drei ursprünglich voneinander grundverschiedene Dinge: Einweihung, Hellsehertum und Magie. Machen wir uns zunächst durch einen einfachen Vergleich klar, was ein Eingeweihter, was ein Hellseher und was ein Magier ist. Denken Sie sich irgendeine Gegend, wo man keine Eisenbahnen, keine Dampfschiffe und so weiter kennt, wo die Menschen ohne Eisenbahnen und ohne Dampfschiffe leben. In einer solchen Gegend ist der Umstand, daß es Eisenbahnen und Dampfschiffe gibt, der reine Okkultismus. Okkult bedeutet so viel wie geheim, etwas, wovon die Leute nichts wissen. Wenn nun einer aus der Gegend, wo es keine Eisenbahnen und so weiter gibt, in eine andere Gegend reist, wo er Eisenbahnen und Dampfschiffe sieht, und er kommt dann wieder in seine Heimat zurück, dann erzählt er seinen Leuten, daß es Eisenbahnen und Dampfschiffe gibt. Er weiß es aus eigener Anschauung, denn er hat in eine Welt hineingesehen, die für die anderen noch ein Geheimnis ist.

Wer durch okkulte Schulung hineingeführt wird in die höheren Welten, der ist in dieser Beziehung ein Hellseher. Er weiß aus eigener Anschauung, daß es geistige Welten und Wesenheiten, geistige Kräfte gibt. Die geistigen Welten haben verschiedene Stufen. Es kann ein Mensch auf der einen Stufe Hellseher sein, einige Erscheinungen sehen, aber andere Erscheinungen nicht sehen. Nun müssen Sie sich etwas vor die Seele rufen, was hier öfter gesagt worden ist: Zum Auffinden und zum selbständigen Erforschen okkulter Wahrheiten gehört Hellsehertum. Nicht aber gehört Hellsehertum dazu, diese Wahrheiten einzusehen. Dazu reicht der gewöhnliche Menschenverstand aus, wenn er nur in genügend umfassender Weise richtig angewendet wird. Wer sagt, was in okkulten Berichten mitgeteilt wird, das könne er nur begreifen, wenn er ein Hellseher wäre, der benützt einfach seinen Verstand nicht genügend. Finden kann der Mensch die okkulten Wahrheiten nicht mit dem Verstande, aber einsehen kann er sie. Alles, was aus der Geistesforschung heraus erzählt wird, kann man einsehen, wenn man nur gründlich nachdenken will. Nur finden kann man ohne Hellsehen die okkulten Wahrheiten nicht, dazu gehört Hellsehertum. Was also durch Theosophie verkündigt wird, das könnten die, welche gründlich darüber nachdenken, auch einsehen.

Man kann, bis in die höchsten Gebiete der okkulten Erlebnisse hinauf, die Sachen erzählt erhalten, und man kann sie dann einsehen. So gab es in den okkulten Schulen immer Hellseher, welche durch jene Methoden, die angewendet wurden, hineinschauen lernten in die geistigen Welten. Das waren oftmals sehr langwierige Methoden. Aber neben diesen Hellsehern gab es immer auch Eingeweihte. Das waren diejenigen, die aus ihren umfassenden und willig angewandten Verstandeskräften heraus die Tatsachen und Gesetze der höheren Welten eingesehen hatten. Das waren Eingeweihte. Heute ist dieses Verhältnis von Eingeweihten und Hellsehern kaum mehr gut möglich, weil heute jeder Mensch von dem großen Egoismus befallen ist, selbst sehen zu wollen. Von jener Liebe und jenem Vertrauen, die in den okkulten Schulen der Vorzeit herrschten, machen sich die Menschen heute kaum einen Begriff. Da war der Hellseher, der vielleicht durch Inkarnationen hindurch in entsagender Weise die Methoden anwendete und sich geübt hat, um hineinzuschauen in die höheren Welten, der vieles sehen konnte in diesen höheren Welten, und der sich selbst enthielt, die Gesetze dieser höheren Welten kennenzulernen, um sich nicht aufzuhalten durch Gesetze, sondern um durch eine raschere Entwickelung hellseherischer Fähigkeiten der Menschheit einen größeren Dienst zu erweisen. Dieses Entsagen ist nicht so ohne weiteres leicht zu nehmen. Es ist etwas Großes und Gewaltiges, wenn irgend jemand sich entschließt, Hellseher zu werden, ohne zu gleicher Zeit die ganze Art der Gesetzmäßigkeit in den höheren Welten kennenzulernen; und wenn er darauf wartet - vielleicht Tausende von Jahren -, bis er das erreicht, so kann er das nur unter der Bedingung tun, daß er sich unter die strenge Obhut eines gewählten Gurus oder Lehrers stellt. Denn träte er als bloßer Hellseher an die Dinge der geistigen Welt heran, ohne deren Gesetze zu kennen, so würde er bald auf Irrpfade und in die wüstesten Irrtümer hineinkommen, wenn er nicht in allen wichtigen Dingen den Rat des Guru annehmen würde.

Andere gab es, die verzichteten überhaupt auf die Entwickelung höherer hellseherischer Gaben, weil sie eingeweiht werden wollten in die Gesetze der höheren Welten. Sie vertrauten in Liebe und Hingebung dem, was ihnen die Seher sagten, aber sie kannten die Gesetze. Um das zu erläutern, kann man ein Beispiel anführen aus der gewöhnlichen Welt. Denken Sie sich einen Menschen, der außerordentlich gut sieht, der alle möglichen Phänomene sehen kann mit seinen Augen, der aber von den Gesetzen der Lichterscheinungen nichts versteht. Und denken Sie sich einen anderen Menschen, der sehr kurzsichtig ist und kaum ein paar Zentimeter vor seine Augen hin sieht, der aber die physikalischen Gesetze der Lichterscheinungen gut kennt. Die beiden können gut zusammenwirken und -arbeiten, der eine kennt die Gesetze, der andere kennt sie gar nicht, aber dafür sieht er die Erscheinungen. Und das gilt noch viel mehr für die höheren Gebiete. Es ist möglich, daß einer ein in höhere Grade Eingeweihter wird, ohne Anspruch zu machen auf hellseherische Kräfte. Das war in den alten okkulten Schulen durchaus üblich, daß diese zwei Klassen nebeneinander waren. Willig haben die Hellseher den Ratschlag von gar nicht hellsehenden Eingeweihten angenommen. Insbesondere war dies notwendig für die Fälle, in denen ein hoher Grad des Hellsehens und ein hoher Grad der Einweihung erforderlich war, so zum Beispiel für alles, was sich auf das astrologische Gebiet bezieht. Das war so, daß diejenigen, welche sich die umständlichen Gesetze der Astrologie umfassend aneignen wollten, in der Regel verzichten mußten auf jenes hohe Hellsehen, welches die astralischen Hellseher sich anzueignen hatten. Sie ergänzten sich gegenseitig. Nur in der neueren Zeit, wo der Mensch materialistisch denkt und fühlt, muß man sich klar machen, daß es unmöglich ist, diese beiden Gebiete streng zu trennen, und deshalb wird seit dem 14. Jahrhundert kein Unterschied mehr zwischen den beiden Klassen gemacht, so daß der Lehrer keinem eine Einweihung mehr erteilt, ohne zu gleicher Zeit einen gewissen Grad des Hellsehens zu geben. Das geht nicht anders, weil es mit dem Egoismus und mit der Vertrauenslosigkeit, die heute herrschen, gar nicht anders vereinbar sein würde. Daher wird zwischen den beiden kein Unterschied mehr gemacht, denn die Menschen können heute gar nicht selbstlos sein.

Nun unterscheidet sich aber sowohl vom Hellseher als auch vom Eingeweihten der Magier. Für den, der selbst in die höheren Welten hineinschauen kann, folgt noch lange nicht, daß er die in die sinnliche Welt hineinwirkenden Kräfte auch schon beherrschen und anwenden kann. Oder glauben Sie, daß ein Mensch, der in eine Gegend die Kenntnis von der Lokomotive, dem Dampfschiff und der Dampfmaschine gebracht hat, nun auch gleich eine solche Maschine bauen könnte? Er kann ihnen erzählen, wie solche Dinge ausschauen, aber er wird nicht gleich verstehen, sie zu bauen. Daß der Hellseher selbst hineinsehen kann in die höheren Welten, daraus folgt noch nicht, daß er auch die Kräfte, die hereinwirken in die Sinneswelt, zu beherrschen und anzuwenden versteht. Der erst ist Magier oder Adept, der die höheren Kräfte, von denen alles physische Geschehen ein Ausdruck ist, in der Welt hier anzuwenden versteht, der also imstande ist, nicht nur die physischen Kräfte und die physischen Mächte zu Rate zu ziehen, wenn es sich um irgend etwas bei seinem Tun handelt, sondern der die höheren Kräfte spielen lassen kann. Das ist in unserer Zeit eigentlich keine Kleinigkeit, Magier oder Adept zu sein. Es gibt keine Zeit in der Menschheitsentwicklung, die dem Magiertum oder Adeptentum so durchaus entgegengesetzt war, wie unsere heutige es ist. Und man dient heute der Menschheit unter gewissen Verhältnissen am besten dadurch, daß man sich darauf beschränkt, die Erkenntnisse der höheren Welten zu verbreiten, und selbst - vielleicht mit blutendem Herzen -, auch in Fällen, wo die Anwendung magischer Kräfte vielleicht am Platze wäre, darauf verzichtet. Denn das heutige öffentliche Leben ist so fremd dem Begriffe des Magiertums, daß unter Umständen der Einfluß höherer Welten auf diese unsere Welt einen Rückschlag bedeuten würde, wenn unmittelbar magische Kräfte angewendet würden. Wer eine gewisse Übung in der Anwendung der Kräfte hat, und zu den Kenntnissen sich auch den Mechanismus angeeignet hat, der muß in gewissen Fällen sich enthalten, diese Kräfte anzuwenden, aus dem einfachen Grunde, weil es unmöglich ist, heute gegen die Strömung der Zeit in der Welt anzulaufen. Zum Magier gehört nicht nur Hellsehen und Einweihung, zum Magier gehört auch Übung. Das ist es, um was es sich handelt. Der Magier muß entsagungsvoll durch lange Zeiten hindurch gewisse Verrichtungen sich aneignen, er muß sich üben. Denken Sie nur einmal, wieviel Sie wissen können - schon in der physischen Welt -, ohne daß Sie selbst in der Lage wären, auch wirklich das ausführen zu können, wovon Sie erzählen können, wovon Sie etwas wissen. In vieles können Sie eingeweiht sein. Ganz genau können Sie wissen, wie eine Lokomotive konstruiert ist, aber ohne daß Ihnen jemand gleich den Auftrag geben würde, eine Lokomotive zu bauen, da er damit riskieren würde, das Geld zum Fenster hinauszuwerfen. So ist es auch auf den höheren Gebieten. Übung macht den Magier, Wahrnehmen in den höheren Welten macht den Hellseher, Wissen und Erkenntnis der Gesetze in den höheren Welten macht den Eingeweihten.

Es war nun in den verflossenen Zeiten durchaus unstatthaft irgendeine magische Verrichtung zu vollziehen, ohne im Einklang zu stehen mit den Leitern der Welt, der `Erden-RegierungA, die man auch nennt die Meister der sogenannten weißen Loge. Alle okkulten Schulen, die es überhaupt gibt und alles Lehren kann nur die unterste Stufe zur höheren Entwickelung sein; auf ihr müssen sich immer höhere und höhere Stufen aufrichten, bis hinauf zu den eigentlichen Leitern der Erdenentwickelung. Auf der höchsten Stufe sind diejenigen, die die Weisheit nicht nur wissen, sondern welche die Erde in ihrer Entwickelung `regierenA, welche die Weisheit einfließen lassen in die Erdenentwickelung. Sie allein sind imstande, bei jeder einzelnen Handlung, der geistige Kräfte zugrunde liegen, anzugeben, ob sie in dem ganzen Zusammenhang stört oder nicht stört. Wenn Sie ein Haus bauen und den Plan zum Haus angeben, so muß jeder einzelne Arbeiter an dem Haus im Einklang mit dem Plane arbeiten. Und wenn jemand kommt und es ihm einfällt, ein Fenster anders zu machen, als es im Plan vorgesehen ist, so kann dieses Fenster noch so schön und großartig sein, das ganze Haus ist gestört. Wenn irgend jemand in der Welt durch geistige Kräfte etwas vollbringen will, so kann dies noch so bedeutungsvoll und noch so grandios sein -, wenn es in den ursprünglichen Plan der Erdenentwickelung nicht hineinpaßt, so stört es die Erdenentwickelung und wirft sie zuweilen um lange Zeit zurück. Unmöglich kann der Mensch, der keine geistigen Kräfte anwendet, diesen Plan der Erdenentwickelung stören. Und warum nicht? Weil in bezug auf die geistigen Kräfte dasjenige, was die Menschen ohne Wissen von den höheren Welten tun, sich so verhält wie ein Naturereignis zu einem Haus. Was von der Witterung durch Wärme- und Sonnenverhältnisse an einem Haus ruiniert wird, das muß ruiniert werden, das ist in einer gewissen Weise selbstverständlich. So verhalten sich auch die Absichten derer, die keine Beziehung haben zu der höheren Welt. Die Taten derjenigen aber, die irgendeine Beziehung haben zu den höheren Welten, die verhalten sich, wenn sie etwas tun, was nicht im Einklange ist mit der geistigen Welt, so, wie wenn jemand mit einem Hammer auf eine Sache einschlägt. Was ist also notwendig, damit der Fortschritt des Menschengeschlechtes sich vollzieht? Wenn okkulte Kräfte angewendet werden, so ist es absolut notwendig, daß der Zusammenhang mit den zentralen geistigen Mächten der Welt aufrechterhalten wird, und es ist absolut notwendig, daß an keinen, der diesen Zusammenhang nicht suchen will, die geistigen Kräfte ausgeliefert werden. Damit hängt es zusammen, daß in allen wirklichen okkulten Schulen über der Mitteilung geistiger Kräfte das Geheimnis waltet und daß keinem, der sich nicht verpflichtet, den Zusammenhang mit den führenden geistigen Wesenheiten aufrechtzuerhalten, solche Geheimnisse ausgeliefert werden. Nur bei der `zentralen RegierungA der Erde steht die Möglichkeit, zu wissen, um was es sich handelt. Und das muß man wissen, wenn man geistige Kräfte anwenden will. Teilt man irgend etwas einem anderen mit in unbefugter Weise, wodurch dieser andere sich in Gegensatz stellen kann zum großen Plan der Erdenentwickelung, dann begeht man die erste Art von schwarzmagischer Handlung. Daher gilt als Grundsatz: Die erste schwarzmagische Handlung ist der Verrat okkulter Geheimnisse. Das Schwätzen und Ausplaudern von okkulten Geheimnissen ist der erste Fall von schwarzer Magie, denn da liefern Sie die okkulten Geheimnisse aus an diejenigen, welche sich in Gegensatz stellen zu der zentralen Leitung der Erdenentwickelung, weil Sie den Zusammenhang nicht kennen. Wo tritt denn das auf, wo wird das real? Real wird es überall da, wo im Dienste nicht der ganzen Erdenführung, sondern im Dienste irgendeiner begrenzten Körperschaft, die keinen Zusammenhang haben will mit der im Dienste der Menschheit stehenden Erdenführung, okkulte Geheimnisse ins Werk gesetzt werden. Erhält also zum Beispiel der Mensch diejenigen Dinge, die er nur dann anwenden darf, wenn er über alle nationalen und Rassenvorurteile hinweg ist, früher ausgeliefert, wendet er sie an, bevor er über diese Vorurteile hinweg ist und bevor er eine Ahnung davon hat, was es heißt, ein *heimatloser Mensch+ zu sein, dann geht ganz genau dasselbe, was sonst weiße Magie ist, in den Dienst der schwarzen Magie über. Ganz genau dasselbe. Wenn dasjenige, was der Menschheit dienen soll, verwendet wird in dem Dienst einer abgesonderten Rasse, etwa um dieser Rasse die Oberherrschaft über die Erde zu verschaffen, dann ist das im großen Maßstabe schwarze Magie, denn es geschieht nicht im Einklange mit der Erdenführung. Es ist das erste Erfordernis: hinaus zu sein über das, was uns nur mit einem Teil der Menschheit verbindet. Für einen heutigen weißen Magier gilt das als erster Grundsatz. Nicht Selbstloslgkeit kann der Mensch anstreben, aber Liebe für die ganze Menschheit. Erweitern kann er das Gebiet seiner Liebe. Das kann er, und das ist es auch, worum es sich handelt.

Nun geschieht es aber sehr häufig, daß die Menschen durch irgendwelche Machinationen zu erzwingen suchen, etwas zu erhalten, was ihnen sonst nie mitgeteilt werden kann. Jetzt kommen wir zu den eigentlichen Methoden, zu den Machinationen, die auszuführen notwendig sind, um in den Besitz schwarzmagischer Kräfte zu gelangen. Das ist etwas, was man durchaus ganz im einzelnen beschreiben kann. Sie haben das erste Mittel, den ersten Weg gesehen, um in den Besitz schwarzmagischer Kräfte zu kommen; es ist das, sich die Mittel eben mitteilen zu lassen von den berufenen Kräften und Wesenheiten. Ja, was sind sie denn überhaupt, diese magischen Mittel, Sie sind dasjenige, wodurch wir die geistigen Kräfte benutzen können, um hier in der Sinneswelt zu wirken, um hier Resultate und Erfolge zu erzielen. Das sind solche Mittel. Aber es gibt ja überhaupt keine anderen Wirkungen in der sinnlichen Welt als solche, die von den geistigen Welten ausgehen. Alle Wirkungen, Erfolge und Taten in der sinnlichen Welt gehen von der geistigen Welt aus. Daher kann derjenige, der nicht auf dem rechtmäßigen Wege des langsamen Studiums - durch diejenigen, die Eingeweihte oder Hellseher oder selbst Adepten oder Magier sind -, zu diesen Dingen kommen will, auch nur einen anderen Weg wählen, und der besteht darin, daß er sich, statt an die Menschen, welche die Verkörperungen höherer geistiger Wesenheiten sind, an die Natur selbst wendet und der Natur abzulauschen versucht die Art und Weise, wie in sie hineingeflossen sind die geistigen Kräfte. Denn alles, was in der Natur ist, fließt aus den geistigen Welten in sie ein, und wir können der Natur durch gewisse Machinationen und Verrichtungen diese geistigen Kräfte wieder ablauschen. In dem Augenblicke nun, wo wir in bezug auf dasjenige, was wir nicht wissen, nicht die Natur handeln lassen, sondern dasjenige, was wir wollen, selbst ausführen, also da selbst handeln, wo wir nichts wissen, in dem Augenblicke sind wir auch imstande, uns Kräfte aus dem Gebiete der schwarzen Magie zu verschaffen. Wenn wir nicht auf dem Umwege durch Weisheit und Einsicht an die inneren Kräfte der Natur kommen wollen, und wenn wir alles vermeiden, was durch Weisheit und Einsicht auf dem Wege der Entwickelung der inneren Kräfte geschieht, sondern andere Mittel wählen, so sind wir durch diese anderen Mittel immer auf dem Wege zu schwarzmagischen Verrichtungen, zur schwarzen Magie.

Sehen Sie, wer heute ein schwarzer Magier werden wollte, der hätte von vornherein einen großen Fonds für die schwarzmagischen Verrichtungen, wenn er ein furchtbarer Hasenfuß wäre, schauderhafte Furcht hätte vor alledem, was ihm passieren könnte. Eine solche Furcht im Inneren des Menschen ist ein sehr guter Ausgangspunkt für den schwarzen Magier, denn diese Furcht ist nur komprimierter Egoismus. Nehmen Sie einmal an, irgendein Mensch beabsichtige, in größerem Umfange schwarzmagische Künste zu treiben. Da würde er sich zunächst in der Welt umschauen nach möglichst hasenfußartigen Individuen. Denn dieser Fonds von Furcht ist ein gutes Mittel, das man so umbilden, umwandeln kann, daß die betreffenden hasenfüßigen Personen gewisse andere Kräfte und Macht bekommen, ohne Wissen und Einsicht, in viel größerem Umfange, als sie der Mensch sonst haben kann. Was müßte ein solcher Zauberkünstler machen, der solche Künste haben wollte? Er müßte sich zunächst ein Laboratorium einrichten, in dem er diese Hasenfüße dazu abrichtete - ich spreche radikal, aber es wird Ihnen so am besten klar werden -, sich ganz zu verhärten durch das Mittel, sie fortwährend in lebendiges Fleisch schneiden zu lassen und Blut rinnen zu sehen. Was in den Furchtgefühlen, die der Hasenfuß in hohem Maße hat, als eine gewisse Kraft nach außen wirkt, das kann in etwas Entgegengesetztes umgewandelt werden, wenn man den Menschen lehrt, sich durch Schneiden in lebendiges Fleisch abzuhärten. Bei einem Menschen, der keine Furcht hat, würde diese Prozedur gar nichts nützen.

Das ist sozusagen das ABC, das allererste, was in der schwarzen Magie getan wird. Und wenn das getan würde, würde sich das, was früher als Furcht im Menschen war, umwandeln in Kräfte, durch die er in der Tat einen gewissen Einfluß auf seine Umgebung gewinnen könnte; und wer sich solcher Gehilfen bedienen würde, würde die unglaublichsten Scheußlichkeiten in der Welt verrichten können. Wer aber ohne Gehilfen selbst ein großer schwarzer Magier werden will, der tut manchmal noch etwas ganz anderes. Ein solcher schwarzer Magier wollte einst ein Mensch des 15. Jahrhunderts werden, Gilles de Rais. den die profane Welt `Ritter BlaubartA genannt hat. Dieser Mensch suchte gewaltige okkulte Kräfte in seinen Besitz zu bekommen, nicht auf dem rechtmäßigen Wege des Lernens, sondern dadurch, daß er gewisse tief in ihm liegende egoistische Gefühle umwandelte. Er war zu gleicher Zeit ein ausgezeichneter Beobachter seiner selbst. Verzeihen Sie, wenn ich ein Wort ausspreche, das sonderbar klingen wird. Dieser Mann war das, was man nennen könnte `der radikalste christliche EgoistA oder `egoistische ChristA. Solche hat es nämlich auch gegeben und gibt es noch. Es sind solche, die das Christentum vor allen Dingen als eine Brücke betrachten, um für sich selbst möglichst viel zu erlangen, weil es ihnen klar ist, daß ein guter Christ weit kommen kann in der Seligkeit. Durch Selbsterkenntnis bemerkte er dies in seiner Natur, und als er es bei sich bemerkt hatte, kannte er schon das beste Mittel, wodurch man das umwandeln kann in unglaubliche Zauberkräfte. Es ist ihm allerdings früh das Handwerk gelegt worden. Es wurde ihm der Prozeß gemacht, und da zeigte sich, daß der Mann 1432 angefangen hatte, um seine besonderen okkulten Kräfte zu entwickeln, ein Kind nach dem anderen zu morden. Leben zu vernichten, das hat er angesehen als ein besonderes Mittel, um das, was er nicht selbst als Wissen haben konnte, der Natur abzulauschen. Der Mann hat, wie sich in dem Prozeß herausgestellt hat in kurzer Zeit 800 Kinder ermordet. Jetzt werden einige von Ihnen begreifen, die den Roman von Mabel Collins `Flita. Wahre Geschichte einer schwarzen MagierinA gelesen haben, warum da am Anfang ein Mord steht. Der gehört dazu. Der Roman `FlitaA ist schon von jemand geschrieben, der das weiß. Was die schwarze Magierin wollte, das konnte nur entwickelt werden unter dem Einfluße dieses Mordes, der am Ausgangspunkt der Erzählung steht.

Und nun betrachten Sie einmal diese Geschichte ganz ernsthaft und fragen Sie sich, was die meisten Menschen schützen könnte vor diesen Prozeduren, die ich Ihnen angeführt habe, und durch die der Mensch ganz sicher zur Beherrschung schwarzmagischer Kräfte geführt werden könnte. Der Egoismus, er ist ein sehr gutes Mittel, sich dagegen zu schützen. Es wird nicht jeder sich überwinden können, in lebendiges Fleisch zu schneiden; dabei würden die meisten Menschen in Ohnmacht fallen, und Ohnmacht ist nichts anderes, als ein Ausdruck der Selbstsucht. Das ist also schon in seiner physischen Wirkung ein gutes Mittel, davon abgehalten zu werden, schwarze Magie zu treiben. Es ist auch schwer, ein Ritter Blaubart zu werden, davor behütet die meisten Menschen ihr ganz gesunder Egoismus; er tritt auf wie eine Schranke gegen das Sich-hinein-Versetzen in Mittel zur Erlangung schwarzmagischer Kräfte.

Nun, sehen Sie, das wollte ich nur anführen, um nicht in Phrasen zu reden. Das ist nicht meine Art. Ich rede lieber von wirklichen Tatsachen. Ich wollte Ihnen durch Beispiele zeigen, worin die Aneignung von Machinationen auf dem Gebiete der schwarzen Magie besteht. Der Verrat okkulter Geheimnisse an Profane ist die erste und einfachste Art. Solche Handlungen aber, wie ich sie eben charakterisiert habe, gehören zu den Lehrmethoden der schwarzen Magie, sie sind sozusagen das ABC. Und was nach diesem ABC kommt, woran die schwarzmagischen Schüler unterrichtet werden im `LesenA, - wenn ich Ihnen das erzählen würde, dann würden wahrscheinlich mehrere von Ihnen hier ohnmächtig werden. Daher hören wir lieber bei dieser ersten Stufe auf. Diese Dinge sind durchaus nicht etwas, womit sich spaßen läßt, auch nicht mit Worten, sie sind etwas höchst Ernsthaftes; und sie sind was die Menschen nicht wissen - leider, leider nur zu sehr verbreitet in der Welt. Die meisten Menschen haben gar nicht den Willen dazu, darauf einzugehen, wie diese Dinge in der Welt verbreitet sind.

Nun steht die Entwickelung solcher Dinge in innigem Zusammenhang, in inniger Beziehung zu der ganzen Erdenentwickelung, überhaupt zu der Entwickelung eines Planeten, und wir verstehen eine solche Sache in der richtigen Weise erst dann, wenn wir eine Ahnung haben von der Tatsache, wie von einem Planeten geistig auf seinen Nachfolger, auf den nächsten Planeten, herübergewirkt wird, wie also zum Beispiel vom Mond auf die Erde herübergewirkt wurde, und wie wiederum von der Erde auf ihren Nachfolger, den Jupiter hinübergewirkt wird. Sie alle wissen, daß die Erde in einer gewissen Weise von der sogenannten `weißen LogeA geführt wird, in der vereinigt sind gewisse hochentwickelte Menschen-Individualitäten mit Individualitäten noch höherer Art. Was tun sie da? Sie arbeiten, sie führen die Erdenentwickelung. Während der Führung der Erdenentwickelung arbeiten sie einen ganz bestimmten Plan aus. Das ist tatsächlich der Fall, daß während der Entwickelung eines jeden Planeten von den führenden Mächten ein bestimmter Plan ausgearbeitet wird. Während sich die Erde entwickelt, wird in der sogenannten `weißen LogeA der Erde der Plan für das Einzelne dessen aufgestellt, wie der Jupiter sein muß, der die Erde ablöst. Der ganze Plan wird in allen Einzelheiten entwickelt. Und darin besteht der Segen und das Heil der Fortentwickelung, daß im Einklang mit diesem Plan gehandelt wird. Wenn nun eine planetarische Entwickelung zu Ende geht, wenn also unsere Erde am Ende ihrer planetarischen Entwickelung angelangt sein wird, dann werden auch die Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen fertig sein mit dem Plane, den sie für den Jupiter ausgearbeitet haben.

Und jetzt, am Ende einer solchen Entwickelung eines Planeten, geschieht etwas höchst Eigentümliches. Dieser Plan wird durch eine Prozedur zu gleicher Zeit unendlich verkleinert und unendlich vervielfältigt, so daß von dem ganzen Jupiterplan unendlich viele Exemplare, aber ganz en miniature, vorhanden sind. So war es auch auf dem Monde. Der Plan der Erdenentwickelung war da, unendlich vervielfältigt und unendlich verkleinert. Und wissen Sie, was das ist, was von den Meistern der Weisheit damals auf dem Monde ausgearbeitet worden ist? Das sind die Atome, die Atome der Erde. Und die Atome der Jupiterentwickelung sind es, deren Plan von der führenden `weißen LogeA auf unserem Planeten ausgearbeitet wird. Das ist das wirkliche Atom, und alles andere Reden über ein Atom ist nichts. Der erst erkennt das Atom eines Planeten, der in ihm den verkleinerten Plan der Entwickelung des Planeten erkennt. Wenn Sie dieses Atom, das der Erde zugrunde liegt, nach und nach erkennen wollen, so werden Ihnen zur Erkenntnis dieses Atoms eben diejenigen Maßregeln entgegentreten, die von den großen Magiern der Welt ausgehen. Nun können wir über diese Dinge natürlich nur andeutungsweise sprechen, aber wir können wenigstens etwas kennenlernen, was uns einen Begriff von dem gibt, worum es sich hier handelt. Die Erde ist in gewisser Weise zusammengesetzt aus diesen ihren Atomen, und ein jedes Wesen, Sie selbst alle, Sie sind in gewisser Weise zusammengesetzt aus solchen Atomen; und Sie stehen dadurch im Einklang mit der ganzen Erdenentwickelung, daß Sie in unendlicher Zahl den verkleinerten Plan des Erdplaneten in sich tragen, der früher ausgearbeitet worden ist. Dieser Erdenplan konnte auf dem vorhergehenden planetarischen Zustande unserer Erde, auf dem Monde, also auf dem Planeten, der unserer Erdenentwickelung vorangegangen ist, nur dadurch ausgearbeitet werden, daß führende Wesenheiten gewirkt haben im Einklange mit der ganzen planetarischen Entwickelung von Saturn, Sonne, Mond und so weiter. Nun handelt es sich aber darum, den unendlich vielen Atomen dasjenige mitzugeben, was sie in die richtigen Verhältnisse bringt, sie in der richtigen Weise zusammenordnet. Ihnen das mitzugeben, war den führenden Geistern des Mondes nur möglich, wenn sie die Erdenentwickelung in ganz bestimmte Bahnen lenkten. Die Bahnen, in die sie die Erdenentwickelung gelenkt haben, habe ich ja schon öfter beschrieben. Als die Erde nach der Mondenentwickelung wieder hervortrat, da war sie eigentlich noch nicht unsere heutige Erde. Da war sie Erde plus Sonne plus Mond. Diese waren ein Körper. Wenn Sie also die heutige Erde zusammenrühren würden mit dem Mond und der Sonne und einen einzigen Körper daraus machten, würden Sie das haben, was die Erde im Beginne ihrer Entwickelung war. Zuerst trennte sich die Sonne von der Erde ab, und damit trennten sich auch alle diejenigen-Kräfte, die für den Menschen zu dünn, zu geistig waren, unter deren Einfluß er sich zu schnell vergeistigt haben würde. Wenn der Mensch nur unter dem Einfluß der Kräfte gestanden hätte, die in diesem Sonne-Mond-Erdenkörper zusammen enthalten waren, dann würde er sich sehr rasch vergeistigt haben, er würde sich nicht bis in die physische Materialität herunter entwickelt haben, und er hätte dann nicht ein eigenes Selbstbewußtsein, ein Ich-Bewußtsein erlangen können, das er erlangen mußte.

Sie wissen alle, daß es eine imaginative Erkenntnis gibt und okkulte Schriftzeichen, [in denen die imaginative Erkenntnis ausgedrückt ist]. Ich kann Ihnen jetzt nur zwei okkulte Schriftzeichen angeben. Weitere zu besprechen würde uns zu weit führen. Das okkulte Schriftzeichen für diejenigen Kräfte, die gewirkt und der ganzen Erdenentwickelung die Richtung angegeben hätten, wenn die Sonne mit der Erde vereinigt-geblieben wäre, das okkulte Schriftzeichen für diejenigen Kräfte also, welche die Erde zu früh vergeistigt hätten, ist dieses:

  In diesem Schriftzeichen kann derjenige, der okkulter Schüler ist, die die Menschheit schnell zur Geistigkeit führenden Kräfte erkennen. Dagegen würde die Menschheit, wenn sie sich mit der ganzen Erde aus der Sonne herausgetrennt hätte, aber mit dem Monde noch zusammengeblieben wäre, sehr rasch der Verknöcherung und Verhärtung anheimgefallen sein. Hätte die Erde den Mond in sich behalten, würden die Menschen sehr bald eine Art von Puppen geworden sein - Marionetten. Sie wären zu tief hinuntergestiegen in die Materie, wie sie auf der anderen Seite zu rasch sich vergeistigt hätten, wenn die Sonne mit der Erde verbunden geblieben wäre. Daher mußte der Mond heraus aus der Erde. Und alle diejenigen Kräfte, welche hinausbefördert worden sind und welche heute vom Monde aus herrschen und von außen hereinwirken auf die Erde, alle diese Kräfte werden zusammengefaßt dargestellt in diesem Zeichen, das wie ein Doppelhaken aussieht. Das ist das Zeichen des Tieres oder des Lammes mit zwei Hörnern aus der Apokalypse.

Das eine Zeichen heißt Nachiel, das andere Sorat. Dieses zweite Zeichen nennt man auch das Zeichen für das Erdendämonium. Alle diejenigen Kräfte, welche der schwarze Magier durch die Anwendung so scheußlicher Methoden entwickelt, führen auf okkulte Weise auf der Erde zur Vermehrung der Kräfte, die der dämonischen Natur der Erde angehören und die zur Verhärtung der Erde führen. Wenn viele Menschen schwarze Magier würden, so hätte das zur Folge, daß die Erde immer ähnlicher würde dem Monde, während dagegen durch die Kräfte der weißen Magie die Erde immer ähnlicher werden wird den Sonnenkräften, den Kräften, die in den Sonnenstrahlen sind.

Wozu also würde ein Überhandnehmen der schwarzen Magie auf unserer Erde führen? Es würde führen zur Verhärtung des Erdballes, dazu, daß der Erdball ein Mond würde. Dieselben Kräfte, wie sie mit dem Monde ausgeschieden worden sind, die sich herausentwickelt hatten aus der Substanz der Erde, sie sind als Anlage in den Schichten der Erde noch immer vorhanden. Neben all den Kräften, die die gute Anlage haben, Sonnenkräfte zu werden, sind auch die Kräfte noch vorhanden, welche die Anlage haben, Mondenkräfte zu werden. Durch die weiße Magie wird die Erde immer mehr angenähert der Sonnennatur; durch die Kräfte der schwarzen Magie wird sie angenähert der Mondennatur. Durch die weiße Magie muß alles besiegt werden, was nicht auf dem Wege der Erleuchtung, der Weisheit, zur Beherrschung geistiger Kräfte führt. Denn alle solche Prozeduren, solche Tätigkeiten, wie sie genannt worden sind, führen nicht auf dem Wege der Weisheit, der Einsicht, nicht durch wirkliches Hineinschauen zur Beherrschung geistiger Kräfte, sondern sie sind der Natur abgelauscht, indem man mit ihr Machinationen und Prozeduren unternimmt, durch welche Kräfte ohne Erleuchtung errungen werden sollen. So ist denn tatsächlich das apokalyptische Siegel zu gleicher Zeit das Zeichen für die Überwindung der schwarzen Magie durch die weiße Magie. Durch die menschlichen Kräfte, die sich verwandeln, werden Sonnenkräfte geboren von dem Menschen selber, so daß die Mondenkräfte zu des Menschen Füßen liegen.

Das ist der Weg, den der Magier nehmen muß auf unserer Erde. Dann werden die Kräfte durch die neun Stufen hindurch, von denen Sie einen Begriff bekommen, wenn Sie meine `TheosophieA lesen, zu den neun Sternen. Was also muß der richtige schwarze Magier zu seinem Schüler sagen? Sehr einfach:

Verachte nur Vernunft und Wissenschaft,

Des Menschen allerhöchste Kraft,

Laß nur in Blend- und Zauberwerken

Dich von dem Lügengeist bestärken,

So hab ich dich schon unbedingt! -

Ihm hat das Schicksal einen Geist gegeben,

Der ungebändigt immer vorwärtsdringt

Und dessen übereiltes Streben

Der Erde Freuden überspringt.

Den schlepp ich durch das wilde Leben,

Durch flache Unbedeutendheit,

Er soll mir zappeln, starren, kleben,

Und seiner Unersättlichkeit Soll Speis und Trank vor gier'gen Lippen schweben:

Er wird Erquickung sich umsonst erflehn,

Und hätt er sich auch nicht dem Teufel übergeben,

Er müßte doch zu Grunde gehn!

Das ist es, worum es sich handelt: ob man auf dem Wege des Wissens oder ob man auf eine andere Art zur Beherrschung der geistigen Kräfte kommt. Zu den höchsten Stufen geistiger Kräfte zu kommen, ist nun aber gar nicht so einfach. Es wäre leicht, ungeheuer leicht und da kommen wir zu einem sehr subtilen Kapitel einerseits der Menschheitsentwickelung und andererseits der Magie -, es wäre leicht, einfach zu warten, bis alle Menschen fähig wären, die Dinge richtig einzusehen, die sie eben erst einsehen müssen, bevor sie auf dem Wege magischer Entwickelung weiterkommen. Das wäre unter Umständen ganz leicht. Aber dann würde man den Gang der menschlichen Entwickelung verzögern. Es muß auf irgendeine Weise möglich sein, den Menschen selbständig in die Hand zu geben die Verbreitung okkulter Wahrheiten - und das ist in gewissem Sinne auch immer etwas von der Verbreitung okkulter Kräfte -, und diese so zu verwenden, daß sie in der Welt richtig wirken. Den Menschen müssen okkulte Wahrheiten und Lehren in größerem Umfange zuteil werden, damit sie in gewissem Sinne okkulte Lehrer werden können.

Nun könnte man ja fragen: Aber ist denn nicht jeder, der okkulte Lehren verbreitet, in gewisser Beziehung ein schwarzer Magier? - Es ist durchaus wahr, daß jemand, der heute okkulte Lehren verbreitet leicht zum schwarzen Magier werden kann. Dann nämlich, wenn er unfähig ist, den vollen Umfang der Wirkungen seiner okkulten Lehren zu ermessen. Daher müssen die okkulten Schulen dafür Sorge tragen, daß niemand wirklich okkulte Lehren verbreitet, der nicht fähig ist durch seine eigene Entwickelung, den Umfang und die Wirkung okkulter Wahrheiten zu ermessen. Es können heute okkulte Lehren verbreitet werden, indem sie ein Schüler dem anderen nachsagt oder von ihm abschreibt. Wenn der Betreffende Schüler oder Jünger sein will, so ist das ganz gut, denn dadurch verbreitet er das Ursprüngliche, von dem er gehört hat. Aber reden wir von dem Fall, wenn jemand selbständig okkulte Lehren verbreiten würde und sogar sein eigenes Urteil hineinmischen würde. Wenn jemand okkulte Wahrheiten in selbständiger Weise verbreiten will, dann muß vor allen Dingen Vorsorge dafür getroffen werden, daß dieser Mensch die Reife habe, selbständig okkulte Wahrheiten zu verbreiten, und das hängt nicht von einer verstandesmäßigen Schulung ab, sondern das machen die okkulten Schulen von etwas ganz anderem abhängig, nämlich davon, wie die einzelnen Glieder der menschlichen Natur sich nach und nach entwickeln.

Sie wissen aus dem Aufsatz über die `Erziehung des KindesA, daß bei der Geburt des Menschen der physische Leib geboren wird, daß bis zum siebenten Jahre der Ätherleib, bis zum vierzehnten Jahre der astralische Leib, und bis zum einundzwanzigsten Jahre das Ich herauskommt. Wir können das weiterverfolgen und würden sehen, daß mit dem fünfunddreißigsten Jahre des Menschen, oder besser gesagt zwischen dem fünfunddreißigsten und vierzigsten Jahre, der Ätherleib und der Astralleib des Menschen so weit frei werden, daß der Mensch erst dann das nötige Verantwortungsgefühl haben kann für die Verbreitung okkulter Wahrheiten. Daher haben alle okkulten Schulen das strenge Gesetz, daß niemand als Lehrer okkulter Wahrheiten auftreten darf, bevor er dieses Alter erreicht hat. Und dieses Gesetz ist es auch, das der große Dichter Dante hingestellt hat, indem er gleich am Anfang seiner Dichtung `Die göttliche KomödieA sagt: `Es war in des Lebens Mitte, daß ich mich verirrte im Walde ...A und so weiter. Wenn Sie nachrechnen: Im Jahre 1300 war Dante fünfunddreißig Jahre alt. Da gingen alle diese großen Dinge an seiner Seele vorüber.

Das ist ein strenges Gesetz. Wenn Sie dieses strenge Gesetz einmal anschauen und manches dabei berücksichtigen, was in der Gegenwart geschieht, dann werden Sie unter diesem Gesichtspunkte einfach wissen, daß vieles, was verbreitet wird, nicht aus okkulten Quellen stammt. Keine okkulte Schule läßt es zu, daß Menschen selbständig okkulte Wahrheiten verbreiten, die dieses Alter nicht erreicht haben. Damit ist selbstverständlich nicht gesagt, daß man nicht früh genug damit anfangen kann, etwas zu lernen. Aber um als Lehrer des Okkultismus aufzutreten, kann man nicht spät genug anfangen.

Viel, viel Übles würde vermieden werden, wenn die Leute wirklich den Okkultismus kennen würden und die strengen Gesetze, die da herrschen.

Das sind Dinge, die man im Zusammenhang mit dem Thema *Weiße und schwarze Magie+, das nicht so leicht zu behandeln ist, beachten muß, und wovon ich wirklich nur einige Brocken gesagt habe. Wenn Sie manches von dem, was hier nur angedeutet werden konnte, in Ihrer Meditation in ernster Studienarbeit sich weiter ausführen, dann werden Sie sehen, daß schon mit diesen unvollkommenen Andeutungen die Anfangsschritte für mancherlei Wege gegeben sind, um in der Erkenntnis weiterzukommen. Vor allem werden Sie sich davon überzeugt haben, daß man über solche Dinge wie weiße und schwarze Magie nicht mit den gewöhnlichen trivialen Begriffen überhaupt reden kann, daß man sogar erst neue Begriffe formulieren muß, wenn man über solche hohen oder über so scheußliche Dinge reden will. Es ist heute wichtig, solche Dinge zu wissen, denn es ist vieles in der Welt, wovon der gewöhnliche Mensch nichts weiß, was er aber doch wissen sollte, damit er sich retten kann vor den Einflüssen magischer Künste. Manches kennen die Menschen auch, sehen es aber als etwas Harmloses an. Aber es ist gar nicht harmlos.

Wir können, wenn wir ein solches Thema besprechen, nur einen Anfang machen, um dann immer weiter und weiter zu kommen auf diesem Gebiet. Der Anfang ist am besten dann gemacht, wenn ein Gefühl von dem Ernst und der Bedeutung einer solchen Sache erweckt werden konnte. Wenn auch die Darstellungen in der Kürze der Zeit nur unvollkommen sein konnten, so hoffe ich doch, daß dadurch, daß real gesprochen worden ist, einiges davon in Sie übergegangen ist, um Sie zu veranlassen, die Sache mit dem höchsten Ernste zu betrachten.
* * *


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