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Esoterik Park -
Deutschland

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Rüggeberg•
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Verlag
Dieter Rüggeberg
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Dieter Rüggeberg
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Informationen zur Magie,
der Wissenschaft der Zukunft!
Von Dieter Rüggeberg
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Gott
hat den Kosmos durch Magie geschaffen
und hält ihn durch Magie im Gleichgewicht!
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Magie als Wissenschaft
Um dem
Leser wenigstens einen kleinen Einblick in das Gebiet der Magie zu
gewähren, habe ich ein paar Sätze ausgesucht, die den Wert der Magie so
hervortreten lassen, wie es nach meiner Meinung notwendig ist, um den
vielen negativen Urteilen darüber ein gewisses Gleichgewicht zu
verschaffen.
Bereits die wenigen zitierten Sätze
zeugen von dem hohen Wert der Magie für das Leben und die Entwicklung
des Menschen. Diejenigen Schriftsteller, die bis in Gegenwart die Magie
als unwissenschaftlichen Aberglauben hinstellen, betreiben ihr Handwerk
entweder aus Unwissenheit und Dummheit, oder aus politischen Gründen.
Wer aber Schüler dieser Wissenschaft werden will, der kann diese
Schülerschaft heute ohne einen persönlichen Lehrer beginnen, weil ihm
insbesondere durch das Werk von Franz Bardon ein exaktes
wissenschaftliches Entwicklungssystem zur Verfügung steht.
Wuppertal, 3. November 2006
Dieter Rüggeberg
-1-
Rezension von Dieter Rüggeberg
*
Emil Stejnar
Franz Bardon
Ibera Verlag Wien 2010
Preis: 25,00 Euro
*
S. 15: Interview in Gnostika — Stejnar:
"Es wird ja leider überhaupt sehr vieles über Bardongeschrieben, was nicht stimmt. So hat zum
Beispiel nicht er selbst den Roman "Frabato" verfasst,sondern Frau Votavova, die auch die
anderen Bücher, die ihr Bardon persönlich oder auf Tonband (S. 16:) diktierte, abgetippt
hat. Frau Pravica hat mehrmals erwähnt, dass er das Manuskript nicht mochte, und es ist, im Unterschied
zu den anderen drei Bänden, erst nach seinem Tode veröffentlicht worden. Die
redigierte Version hat er mit Sicherheit nicht gelesen, er wurde eine Woche, bevor man es ihm brachte,
verhaftet."
D.R: Dazu habe ich in der neuen
Ausgabe des "Frabato" folgendes geschrieben: "Es
werden zunehmend Bücher über Franz Bardon und sein Werk veröffentlicht,
welche unwahre Behauptungen enthalten. Beispielsweise wird behauptet,
dass der Roman „Frabato“ ausschließlich von Frau Otti Votavova
geschrieben worden sei und Franz Bardon diesen nie zu Gesicht bekommen
hat. Tatsache ist jedoch, dass Franz Bardon bereits im Brief vom 30.
Sept.1957 an Frau Pravica geschrieben hat, dass das Manuskript schon
beim Verlag Hermann Bauer abgegeben wurde. Es ist somit unmöglich, dass
Franz Bardon vom Inhalt des Frabato nichts gewusst hat.
Herr Dr. M.K. hat meine Version des „Frabato“ gelesen und bestätigt,
dass alles auf
Wahrheit beruht. Unwahrheiten werden eben auch dann nicht zu Wahrheiten,
wenn man sie zehnmal wiederholt! Außerdem habe ich Dr. M.K. auf die
Vermutung angesprochen, dass in dem Werk „Die Praxis der magischen
Evokation“ Fehler enthalten seien, worauf er mir nur geantwortet hat,
dass irgendwelche Korrekturen nicht notwendig wären. Dr. M.K. war mehr
als zehn Jahre persönlicher Schüler von Franz Bardon und hat bei seinen
Auftritten als Frabato assistiert, deshalb durfte ich seinem Urteil wohl
mehr vertrauen als anderen Menschen, die Franz Bardon nicht persönlich
gekannt haben." Der beweisende Satz aus dem Brief von Franz Bardon an
Frau Maria Pravica vom 30. Sept. 1957 lautet wörtlich: "Ansonsten ist
bei mir alles beim alten, rasendes Tempo und wenig Zeit. Vielleicht hat
Ihnen schon Otti geschrieben, dass mein Roman bereits bei Bauer in
Manuskriptform fertig zum Druck vorliegt. Vielleicht hat aber auch Otti
erwähnt, dass wir am Drehbuch unseres Romanes bereits arbeiten."
Es geschehen auch 2011 noch Zeichen und Wunder. Am 15. Juli 2011 wurde
mir
neben anderen Papieren eine Abschrift des Originalmanuskriptes des
"Frabato" überreicht, welches mir vorher noch nie zur Verfügung stand.
Auf der letzten Seite trägt er den handgeschriebenen Vermerk von Franz
Bardon "Sehr gut ausgeführt".
--
S. 29: "Es gibt auch die Meinung, FRABATO
bedeute Franz Bardon Templi Orientis. Bardon war eine Zeit lang Mitglied im OTO.
D.R.: Die Bedeutung des Namens "Frabato"
steht im Frabato! Wo ist der Beweis
dafür, dass Franz Bardon Mitglied im OTO
war?
--
S. 31/32: "Der Brief, der dieses Phänomen
auslöste, war der Brief, in dem ich Frau Bardon auf die Fehler bei den Geniennamen aufmerksam
machte und sie fragte, ob sie etwas darüber wüsste."
... Dass noch
ein weiterer Brief von mir für Bardon Anlass war, sich zu melden,
bestätigt,
dass er meine Bemühung, die Fehler zu
korrigieren, unterstützt und ihm an der Richtigstellung seiner Werke etwas liegt. Ich hoffe, dass
das auch der Verleger der "Praxis der magischen Evokation" endlich begreift."
D.R.: Der Verleger der "Praxis der
magischen Evokation", das bin ich, ist aber nicht
so dumm, dass er sich von einem unreifen
Schüler der Magie irgendwelche unwahren Behauptungen ohne ausreichende Begründung aufschwätzen
lässt.
--
S. 53: "Die eigentliche Ursache für
Bardons tragische Lebensumstände war vermutlich eine Folge seiner Mission. Da er nicht nur mit
seinen Büchern, sondern auch durch praktische Magie den Beweis lieferte, dass es eine
feinstoffliche Welt gibt, verstieß er gegen die kosmische Ordnung, die dem "Herrn der Welt" durch die
Gesetze von Materie, Zeit und Raum seinen Machtbereich sichert. ... In dieser Welt geht es nach
dem Willen des Herrn der Welt und nicht nach irgendwelchen geistigen Regeln."
D.R.: Herr Stejnar vermutet, aber Wissen
tut er eben nichts von den Lebensumständen von Franz Bardon, weil ja die Aussagen im
Frabato nicht wahr sein dürfen. Wer ist denn der von Stejnar erwähnte und nicht
definierte "Herr der Welt"? Nach den Lehren von Franz Bardon und aller wahren Hermetiker
ist Gott der Herr im Kosmos, und sonst niemand, und er bestimmt die Regeln in allen
Sphären und Ebenen.
--
S. 54: "Wie es zu den Fehlern mit den
Geniennamen kam, kann ich nicht sagen."
D.R: Wieso stellt Stejnar denn so eine
Behauptung auf, wenn er zu den Ursachennichts sagen kann? Er braucht doch nur
seinen eigenen Schutzengel oder einen der 360 Vorsteher der Erdgürtelzone zu befragen,
denn die können ihm alle darüber Auskunft geben.
--
S. 56: "Wer magisch erfolgreich arbeiten
will, muss für sein geistiges Fitnesstraining weitaus mehr Zeit aufwenden als ein
Spitzensportler."
D.R.: Dieses Urteil ist grundsätzlich
richtig.
--
S. 68: "Man kann seine magische
Entwicklung nicht beschleunigen, indem man wie ein fanatischer Sektierer täglich stundenlang bestimmte
Übungen macht. Wer es nach einigen Monaten nicht schafft, und das schafft vermutlich
nur jemand, der sich bereits als Eingeweihter inkarniert hat, wird dieses Ziel auch nach einigen
Jahren strengster Askese nicht erreichen."
D.R.: Auf Seite 56 hat Stejnar genau das
Gegenteil behauptet! Das ist genau so intelligent, als wenn man behauptet: 'Man kann seine
Klaviertechnik nicht dadurch verbessern, dass man täglich stundenlang bestimmte
Übungen macht, denn wer nicht nach ein paar Monaten ein Meisterpianist ist, der wird
es auch durch Übungen nicht.' Solche Widersprüche finden sich laufend in seinen
Ausführungen.
--
S. 69: Der "Weg zum wahren Adepten" hat
nicht magische Macht als Ziel, sondern strebt in erster Linie die Vervollkommnung von
Geist und Seele an. Dazu braucht man keine magischen Fähigkeiten.
D.R.: Ein richtiges Urteil mit einem
falschen Schluss. Jeder Schüler der Hermetik weiß, dass die magischen Fähigkeiten nur
Begleiterscheinungen der geistigen Entwicklung sind, wie eben eine erhöhte Muskelkraft
das Ergebnis von Muskeltraining ist, und das eine vom anderen nicht getrennt werden kann.
--
S. 70: "Aber vom stundenlangen
"Meditieren" hat noch keiner die Große Erleuchtung erlangt. Es gibt dafür auch keine speziellen
Instruktionen aus irgendwelchen geheimen Logenarchiven und keine wirkungsvollen Praktiken, die man
erwerben kann. Auch wenn das, was einem versprochen wird, noch so teuer ist, die Arbeit an
sich selbst bleibt einem damit sicher nicht erspart. Es gibt keine Zauberformel, die einem den Weg
verkürzt, und kein Mantra, das einem besondere Fähigkeiten verleiht, wenn man es lange genug
rezitiert."
D.R. Woher weiß Herr Stejnar das denn so
genau, dass Mantras nicht helfen? Offenbar haben die Lehren von Eingeweihten die
Mantras empfohlen haben, wie Rudolf Steiner, Karl Brandler-Pracht, Dr. Georg Lomer,
Wilhelm Quintscher und Sivananda, für den ihn gar kein Gewicht.
Und woher weiß er, dass es keine geheimen
Logenarchive gibt? Weil er nämlich ein Hochgradfreimaurer ist und seine Leser verdummen will. Über
"Freimaurerei und Weltanschauung" habe ich in meiner Geheimpolitik-2
(Logen-Politik) schon vor 15 Jahren ein ganzes Kapitel geschrieben.
--
S. 71:"Ich halte überhaupt jede Form von
Gottesglauben für gefährlich. Da es sich schlussendlich immer um eine Vorstellung handelt, die
man sich von einem Gott macht, und sich jede Vorstellung, die man zu lange pflegt, selbständig
macht, schafft man sich damit immer einen mächtigen Dämon, der einem überlegen ist, und
keinen weisen, gütigen Gott, wie es alle so gerne möchten."
D.R.: Diese Aussage ist philosophischer
Unfug, denn die Gottesvorstellung eines Menschen hängt von seiner geistigen Reife
ab. Nur diejenigen schaffen sich einen Dämon, die einen dämonischen Charakter haben.
Genau aus diesem Grund wird von Franz Bardon eine strenge Selbsterkenntnis oder
Introspektion für den wahren Schüler der Hermetik gefordert.
--
S. 95: Gespräch mit Herrn Ogris:
"Stejnar: Ich beschäftige mich schon lange nicht mehr mit Magie. Und um sich das Leben erfolgreich
zu gestalten, ist die Magie ganz ungeeignet. Es genügt, wenn du nach Mulford arbeitest und
richtig denkst. Ich garantiere dir, deine Vorstellungen, mit entsprechenden Gefühlen belebt,
werden dir jeden Wunsch erfüllen."
D.R.: Das Werk von Bardon mit dem von
Mulford zu vergleichen, ist entweder Dummheit oder Betrug. Wenn man ein
Einweihungssystem in ein wahres Verhältnis zu anderen stellen will, dann muss man
selbstverständlich zu diesem Zweck auch Einweihungssysteme nehmen, wie ich es in meinem Buch
"Theosophie und Anthroposophie im Licht der Hermetik" gemacht habe. Das Werk von
Mulford ist aber kein Einweihungssystem und umfasst in bezug auf das Grundwerk von
Bardon "Der Weg zum wahren Adepten" noch nicht einmal die erste von zehn Stufen.
Mit Mulford kann man selbstverständlich keine magischen Wünsche erfüllen, das weiß
jeder, der dessen Werke mit Bardon oder Quintscher vergleicht.
--
S. 105: Herr Ogris: Wie war das mit der
geheimnisvollen FOGC-Loge über die in "Frabato" geschrieben wird? Hat es die wirklich
gegeben? Stejnar: Ich habe keine Ahnung. ... Bardon selbst hat doch über diese Loge gar
nichts geschrieben. Er hat sich angeblich über diesen Roman genauso geärgert wie ich.
D.R.: Franz Bardon hat sich gar nicht
geärgert, sondern bereits an dem Drehbuch für einen Film gearbeitet, wie aus dem
oben zitierten Brief an Frau Pravica zweifelsfrei hervorgeht. Im Frabato steht eine
ziemlich ausführliche Beschreibung der FOGC-Loge, die Herr Stejnar gerne durch Verbreitung der
obengenannten Unwahrheit hinwegdiskutieren möchte.
--
S. 112: "Bei der Arbeit mit dem Geist
(und mit den Geistern) unterscheidet man immer zwischen Quantität und Qualität, zwischen Macht
und Kraft, zwischen Energie und Eigenschaft. Das ist wichtig, denn die Quantität entscheidet
auch über die Qualität, obwohl sie damit nichts zu tun hat."
D.R.: Falsch geraten. Quantität
entscheidet nicht über die Qualität, sondern umgekehrt.
--
-4-
S. 116: "Trotzdem möchte ich keinem
raten, sich damit zu beschäftigen. Ich kann es nicht oft genug betonen: Jede Form der Magie ist
Zeitdiebstahl, es kommt dabei nichts heraus. Keiner hat von der Evokationsmagie oder dem, was er
dafür hielt, wirklich auf Dauer profitiert."
D.R.: Herr Stejnar behauptet hier, dass
alles, was Eingeweihte wie Rudolf Steiner, Karl Brandler-Pracht, Wilhelm Quintscher,
Georg Lomer, Sivananda und Franz Bardon über Magie geschrieben haben Unsinn ist.
--
S. 124: Wenn man über Franz Bardon
schreibt, muss man auch auf Baphomet und den "Freimaurer
Orden des Güldenen Centuriums" - FOGC -
eingehen. Fragen, die diesen geheimnisvollen Orden betreffen, regen die Phantasien der
Bardon-Leser ganz besonders an und werden mir am häufigsten gestellt. Doch das ganze hat
mit Franz Bardon nichts zu tun. Er hat den Roman "Frabato", in dem dieser Orden erstmals öffentlich
erwähnt wird, nicht geschrieben. "Frabato" wurde nicht, wie Frau Votavova in einem Brief
an den Bauer Verlag behauptet, von Franz Bardon diktiert, sondern weitgehend von ihr selbst
verfasst.
D.R.: Hierzu verweise ich auf meine
Anmerkungen zu Seite 15.
--
S. 127: "Im Grunde genommen war das
Tepaphon nichts anderes als ein magischer Spiegel, wie ihn Franz Bardon, vereinfacht, in seinen
Werken beschreibt."
D.R.: Der Autor will seine Leser
verdummen, denn bei Wilhelm Quintscher gibt es eine ganz andere Beschreibung für die
Herstellung eines Tepaphons. Diese ist unter der Nr.21 enthalten in dem Manuskriptdruck, der
von dem Freimaurerbruder Adolf Hemberger unter dem Titel "Magisches Handbuch Franz
Bardons nach den Originalschriften Rah-Omir-Quintschers" herausgegeben wurde, um
zu beweisen, dass Franz Bardon ein Schüler von W. Quintscher gewesen ist. Da Herr
Stejnar den Nachlass von Hemberger geerbt hat, müsste er auch über die Beschreibung des
Tepaphons gut Bescheid wissen.
--
S. 129: "Dass privilegierte verwöhnte
Luxusmenschen einen Pakt mit Baphomet, ganz gleich was für ein Wesen man sich darunter
vorstellt, zuwege bringen und von ihm auch noch Hilfsgeister zur Verfügung gestellt bekommen, halte
ich für ausgeschlossen. Es ist völlig absurd zu glauben, dass es tatsächlich 99 fähige
Hochgradfreimaurer gab, die in der Lage waren, eine Intelligenz mit dieser Macht und Kraft zu evozieren.
Unter den Hochgradfreimaurern, die ich persönlich kenne, und ich kenne mehr als neunundneunzig
Brüder -, ist nicht ein Einziger, der dazu imstande wäre. Das gilt auch für die Brüder und
Schwestern aus so genannten Winkellogen und magischen Zirkeln, obwohl sich da einige wirklich ernsthaft
bemühen, "Magie" zu betreiben. Doch selbst die wären nicht einmal in der Lage, ein Wesen
aus einer anderen Sphäre wahrzunehmen. ...
D.R.: Hier ist der Beweis, dass Herr
Stejnar Hochgradfreimaurer ist, denn sonst würde er nicht so viele davon kennen.
Außerdem ist im "Frabato" überhaupt keine Rede davon, dass die Brüder einer 99-Loge
Hochgradfreimaurer sein müssen. Es könnten z. B. auch 99 Brüder aus den Orden der
Grabesritter, der Malteser, der Jesuiten, des Opus Dei, des CIA oder der Mafia sein.
"Zeremonialmagie ist meiner Erfahrung
nach, genauso wie die Alchemie, eine Beschäftigung, die von der Idee völlig besessen macht
und früher oder später den Geist verwirrt."
D.R.: Das Werk "Die Praxis der magischen
Evokation" ist demnach Unsinn und führt zur geistigen Verwirrung. Aber eben
nur bei denen, welche die Voraussetzungen aus dem Werk "Der Weg zum wahren Adepten"
nicht erfüllt haben! Das ist die Tatsache.
--
S. 131: "Auch das, was Bardon beschreibt,
kann für den, der sich wirklich ernsthaft damit beschäftigt, zu einer Falle werden, wenn er sich nicht
an seine Unterweisungen hält und zu früh mit magischen Experimenten beginnt. Natürlich
ist mir bewusst, dass sich keiner daran hält. Ich habe es auch nicht getan und trotzdem - alles
unbeschadet überstanden."
D.R.: Nun, ich habe den Eindruck, dass
Herr Stejnar nicht alles "unbeschadet über-standen" hat, sonst hätte er nicht so
viel falsches Zeug über Franz Bardon und die Hermetik zusammengeschrieben. Es sei denn, es wäre
absichtlich im Auftrag geschehen, was ich der Hochgrad-Freimaurerei durchaus zutraue.
Ist ja auch zu ärgerlich, dass es den Logenbrüdern aus dem Rascher-Verlag nicht gelungen
ist, die Manuskripte von Franz Bardon in ihrem Panzerschrank verschwinden zu
lassen.
--
S. 134: "Die Zeit der Magier ist vorbei.
Was immer Du mit Magie erreichst, wenn Du das gleiche nicht auch allein und ohne Hilfe der
Geister schaffst, wirst Du es mit Sicherheit wieder verlieren."
D.R.: Irrtum, die Zeit der Magie hat erst
jetzt richtig begonnen, seitdem sie nicht mehr unter der "Obhut" der Logen und
Orden steht, die ja nur ihre Elite an diese Dinge heranließen, wie z. B. solche
"Ehrenmänner" wie Adolf Hitler, Henry Ford, F.D. Roosevelt und W. Churchill. Der Beweis ist durch
die Werke von Rudolf Steiner, Franz Bardon und Wilhelm Quintscher ausreichend erbracht.
--
S. 157: "Der Schlüssel zur Materie ist
auch der Schlüssel zur geistigen Welt."
D.R.: Falsch geraten, der Schlüssel zur
geistigen Welt ist der Schlüssel zur materiellen Welt, denn diese ist aus jener
entstanden.
--
S. 161: "Die von mir begründete
"gnostische Hermetik" erhellt den Weg, den Franz Bardon beschreibt, und setzt ihn dort fort, wo
Bardon endet."
D.R.: Der Autor sollte mal kräftig über
die Eigenschaften Größenwahn und Bescheidenheit meditieren. Nur ein völliger Ignorant
wird glauben, dass die sogenannte "gnostische Hermetik" zu Bardon auch nur einen
einzigen positiven Satz hinzufügen kann. Der Autor will seine Leser in die geistige
Sackgasse führen.
--
S. 171: "Geist manifestiert sich in Form
von Vorstellungen, Gedanken und Gefühlen. Sowohl der eigene Geist als auch die anderen Geister
bestehen aus diesen elementalen Wesenszellen."
D.R.: Was sind denn 'elementale
Wesenszellen'? Die Einweihungsbücher von R. Steiner, K. Brandler-Pracht, Sivananda
und Franz Bardon kennen solche Zellen jedenfalls nicht, deshalb muss ich vermuten, dass es
sich um eine Erfindung von Herrn Stejnar handelt.
--
S. 174: DER WEG IST DAS ZIEL — Zum
Abschluss noch ein Rat für jeden, der sich auf dem Weg befindet, den Franz Bardon weist.
Dieser Weg hat kein Ziel. ... Sogar die Selbstvervollkommnung als Ziel ist hinderlich, erstens weil man
auch damit etwas für sich will und zweitens weil diese Bestrebung nicht selten in
Fanatismus ausartet.
D.R.: Es ist Leserverdummung, zu
behaupten, dass der Weg von Franz Bardon kein Ziel hat. Natürlich ist die
"Selbstvervollkommnung", gegen die Stejnar hier spricht, nur ein Ziel von vielen, aber eben ein Hauptziel.
Solche Ziele kann die Freimaurerei natürlich beim Volk nicht gebrauchen, soll doch die
"Arbeit am rauhen Stein" nur den Brüdern der angeblichen Elite vorbehalten bleiben.
--
S. 175: Kaum jemand wird die Übungen so
gewissenhaft und systematisch durchführen, wie Bardon es verlangt, es sei denn, er war
schon in seinem letzten Leben ein Eingeweihter. ... Der Normalsterbliche wird, wenn er nicht ein
Musterschüler ist, nach einigen Wochen oder Monaten schlampig werden und daran zweifeln, ob
er je sein Ziel erreicht."
D.R.: Gewiss, diejenigen, die nicht
gewissenhaft und ausdauernd sind, also schlampig üben, werden keine Erfolge haben. Diese
haben eben kein Talent für die Magie, aber auch nicht für andere Lebensbereiche, wie
Leistungssport oder Musik, wo man ebenfalls gewissenhaft und ausdauernd üben muss, um zu Erfolgen
zu kommen.
--
S. 225: Gespräch mit Herrn Ogris: Ogris:
Wenn das tatsächlich funktioniert, birgt es doch auch gewisse Gefahren. Bardon warnt sehr
eindringlich davor, das Siegel eines Wesens aber längere Zeit zu verwenden, weil dadurch eine
Abhängigkeit eintreten kann. Stejnar: Das stimmt. Auch der passive
Verkehr mit den Genien birgt Gefahren. Wer durch bewusste Hinwendung zu einer
feinstofflichen Intelligenz eine Verbindung zu diesem Wesen herstellt, kann von den Energien aus
dieser Sphäre genauso angezogen und beeinflusst werden wie durch den Kontakt bei einer magischen
Evokation. Auch wenn wir nicht wissen, ob tatsächlich das betreffende Wesen oder
ein Elemental die erwünschte Wirkung hervorruft, warne ich davor, das Siegel eines Wesens
ständig bei sich zu tragen."
D.R.: Soviel mir bekannt ist, hat Herr
Stejnar viele Jahre lang seinen Klienten Talismane mit den Siegelzeichen der 360 Vorsteher
der Erdgürtelzone verkauft. Ich bezweifle, dass er die Talismankunden entsprechend
aufgeklärt hat. Ein solches Verhalten steht im völligen Widerspruch zu den Anweisungen
von Franz Bardon in "Die Praxis der magischen Evokation". Es ist somit kein Wunder,
dass das Werk von Franz Bardon in ein so schlechtes Licht gestellt wird, damit die Leser
nicht merken, auf welche Irrwege sie geführt wurden.
--
S. 230: "Beim Seelenspiegel geht es nicht
darum, dass man über die vier Elemente philosophiert und auf einer Liste seine Eigenschaften
einem Element richtig zuordnet,·sondern dass man sie empfindet und erfasst, welche Energien
dahinter stecken. Nur wer die Urqualitäten, die einer Eigenschaft Substanz und Dynamik
verleihen, richtig erspürt, kann diese auch bearbeiten und verändern."
D.R.: Das Urteil ist falsch, und das
genaue Gegenteil vom dem was Franz Bardon in "Der Weg zum wahren Adepten" lehrt!
--
S. 231: "Die Zeit der Orden und Meister
ist jedoch vorbei. Was den Neophyten früher erst nach jahrelanger Schulung stufenweise
mitgeteilt wurde, mussten Franz Bardon und ich auch für den unvorbereiteten Leser offen legen. ...
"Der Hermetiker ist nicht reifer oder fortgeschrittener als der religiöse gläubige Mensch, aber er
hat seinen Glauben hinterfragt und vieles abgelegt. Er glaubt nicht an den Gott der Christen
oder der Juden oder der Muslime, auch nicht an Brahma oder Manitu."
D.R.: Die Zeit der Orden und Meister ist
nicht vorbei! Die Bücher von Herrn Stejnar führen nach meiner Kenntnis die Schüler
in die Irre, aber nicht weiter als die Lehren von Franz Bardon. Was ein Hermetiker glaubt,
steht z. B. in den Lehrwerken von Agrippa von Nettesheim, Paracelsus, Robert Fludd und
Franz Bardon.
--
S. 237: "Die Astrologie ist damit das
Alpha und Omega, der Anfang und das Ende, das Fundament und die Krönung der Magie. ... Bestimmt
hat auch Franz Bardon mehr Horoskope als Evokationen ausgeführt."
D.R.: Diese Behauptung ist eine Krönung
der Leserverdummung, denn die Krönung der Magie ist die Kabbalah und nicht die
Astrologie, das weiß jeder Schüler der Hermetik aus dem ersten Lehrjahr. Es gibt keinen
Beweis dafür, dass Franz Bardon auch nur ein einziges Horoskop ausgeführt hat.
--
S. 245: Erst wenn einen keine Wünsche
mehr bedrängen, die man befriedigen möchte, hat der Geist seine Freiheit und Unabhängigkeit
erlangt."
D.R.: Dieses Urteil ist philosophischer
Unsinn, der in einigen philosophischen Richtungen herumgeistert. Es ist doch
selbstverständlich, dass auch der Wunsch nach Wunschlosigkeit ein Wunsch wie jeder andere ist. Nur der
von Franz Bardon erwähnte "Mystische Tod" beendet alle Wünsche.
--
S. 250: "Sobald man diesen mentalen
Mechanismus, der in den Büchern der Magie und Mystik im 3. Jahrtausend enthüllt wird,
durchschaut, kann man sich aus dem Einflussbereich aller Götter und Dämonen befreien. ... Die einfache
"Gedankenmagie" des Prentice Mulford ist genauso wirkungsvoll wie die komplizierten
Techniken, die in den weiteren 21 Blättern der Weisheit gelehrt werden und sich der komplexeren
mentalen Mechanismen der Schöpfung bedienen."
D.R.: Es widerspricht nicht nur allen
Gesetzen der Philosophie und Vernunft, sondern in jedem Fall auch allen Gesetzen der
Hermetik, dass sich ein Mensch aus dem Einflussbereich seines Schöpfers befreien kann. Die sogenannte "Gedankenmagie" des
Prentice Mulford über Bardon zu stellen ist entweder Ignoranz oder Irreführung,
dazwischen kann sich jeder Leser selbst entscheiden. Das Werk von Prentice Mulford ist kein
okkultes Einweihungswerk und selbstverständlich für einen Vergleich mit Bardon und
anderen guten Einweihungswerken völlig ungeeignet.
--
S. 264: "Mit Hilfe der Astrologie vermag
man auch selbst Eingriffe im Schicksalsverlauf vorzunehmen. Diese "Magie" wurde bisher noch nie
beschrieben. Die ,Magie mit Astrologie" bietet weitaus einfachere Möglichkeiten sich
kosmischer Mächte zu bedienen, als die aufwendige Zeremonial- oder Evokationsmagie. Die
neue Astrologie entschlüsselt sowohl den genetische Code von Geist und Seele als auch den
Schaltplan der Schicksalsgenien. Kennt man die Gezeiten der Macht kann man das Gewebe des
Schicksals durchschauen und die Schicksalsmächte überwinden."
D.R.: Mit Hilfe der Astrologie will Herr
Stejnar die Schicksalsmächte des Saturn überwinden! Jeder mag sich entwickeln
nach eigenem Gutdünken, aber kein Schüler der Hermetik wird jemals einen solchen Unsinn
glauben.
--
S. 269: Werbung: Exerzitien für
Freimaurer — "Stejnar beschreibt erstmals die geheimen Übungen, durch die der Freimaurer, und jeder der
diesen Instruktionen folgt, magische Kräfte erlangt. Und er erklärt die Symbole, mit deren
Energien man sich selbst und die Mächte des Schicksals beherrschen kann."
D.R.: Im Zitat zu Seite 231 hat Herr
Stejnar doch behauptet, dass die Zeit der Logen und Orden vorbei sei, und dass es keine
geheimen Logenarchive gäbe.
--
S. 285: Aus "Anubis" Nr. 10, Dezember
1988 — Erst durch Stejnars Forschungsergebnisse ist "Die Praxis der magischen Evokation", ein
Standardwerk der Magie, für die Praxis brauchbar geworden. Es bleibt zu hoffen, dass die
Verlage Bauer und Rüggeberg endlich die Fehler richtig stellen, die offensichtlich nur mit der
totalen Unfähigkeit der Verlagsleiter, das Wesen der Magie zu erfassen, erklärbar sind.
D.R.: Nein, der Verlag Rüggeberg ist
nicht so dumm, dass er ohne ausführliche Begründung irgendwelche Änderungen im Werk von Franz
Bardon vornimmt. Meine Ablehnung seines Ansinnens habe ich ihm am 11.
August 2000 schriftlich zukommen lassen.
--
S. 286: "Durch die erstmals offen gelegte
"Praxis der mystischen Evokation" gelingt es jetzt auch magisch Ungeschulten, den Kontakt zu den
Genien herzustellen. Möglich wird das durch den indirekten Pakt, den der Leser mit den
Genien eingeht, sobald er sich dem Bund der Wanderer anschließt. Diese weltweite Bruderschaft
zwischen den Menschen und den Genien der Erdgürtelzone tritt durch das "Schutzengelbuch" wieder
an die Öffentlichkeit. Ohne Eid, Beitragszahlung oder sonstige Verpflichtung weist sich
jeder Leser des "Schutzengelbuches" als Pilger aus, aufgenommen in den Bund, sobald er sich dazu bekennt.
Nachdem er in einer Vollmondnacht sein Gelöbnis unterzeichnet hat, genügt es, am
Hausaltar die täglichen Meditationen durchzuführen.
D.R.: Also, durch die "Praxis der
mystischen Evokation" wird der Praktiker der "gnostischen Hermetik" zu einem
indirekten Pakt mit geistigen Wesen verführt. Mit welchen Wesen, kann er selbstverständlich nicht
erkennen, weil er sich nicht bis zur achten Stufe von
"Der Weg zum wahren Adepten"
durchgearbeitet hat. Dass eine aktive Kontaktherstellung mit
Wesen und Genien ohne ein voll ausgebildetes Hellsehen unmöglich ist, wird den
Schülern verschwiegen. Er hat somit keinerlei Kontrolle darüber, ob er einen Pakt mit einem
positiven oder negativen Wesen abgeschlossen hat. Das ist gefährlicher Schwachsinn!
Auf die Gefährlichkeit von Pakten aller Art hat Franz Bardon in "Die Praxis der magischen
Evokation" im Kapitel "Vor- und Nachteile der Beschwörungsmagie" auf Seite 114
ausreichend hingewiesen.
Wie zitiert, behauptet Herr Stejnar, dass
die Zeit der Logen und Orden vorbei sei, aber er selbst gründet einen Bund, für
dessen Aufnahme der "Pilger" ein Gelöbnis unterzeichnen muss.
Für den Weg der Hermetik braucht der
Suchende kein Gelöbnis zu unterzeichnen. Er wird allerdings nur dann ein wahrer
Schüler der Hermetik werden, wenn er vergleichende Studien macht, und ausdauernd und
gewissenhaft die Wege verfolgt, die uns u.a. in den Werken der Eingeweihten Rudolf Steiner,
Karl Brandler-Pracht, Wilhelm Quintscher, Georg Lomer, Sivananda und Franz Bardon
vorgezeichnet wurden.
Ergebnis:
Wie ich denke, sind meine Anmerkungen
ausreichend für die Urteilsbildung über dieses Buch. Magie ist
Wissenschaft und es steht heute jedem interessierten Menschen frei, sich
damit zu befassen oder die Finger davon zu lassen. Für den Zugang zu
diesem hohen Wissen gelten heute dieselben Voraussetzungen wie für die
Disziplinen der Naturwissenschaft.
Es werden mehrmals Teile aus Briefen ohne Datum zitiert, wobei es schon
als unseriös
bezeichnet werden muss, dass überhaupt nicht gesagt wird, wer wann an
wen geschrieben hat. Eine Prüfung, ob die Inhalte der zitierten Briefe
überhaupt auf Wahrheit beruhen, ist somit nicht möglich.
Wenn ein Ignorant falsche Urteile über Hermetik fällt, dann kann man das
unter Irrtum
verbuchen. Aber wenn ein studierter Hochgrad-Freimaurer falsche Urteile
über Hermetik fällt,
dann muss man wohl bewusste Irreführung konstatieren. Das Buch wurde
zusammengestellt mit der Methode der Begriffsverwirrung und der
"Umwertung aller Werte", um die Hermetik und das Werk von Franz Bardon
herabzusetzen und unstudierte Leser in eine geistig Sackgasse zu locken,
denn eine solche kann das Werk von Stejnar nach den hier dargelegten
Unwahrheiten, Widersprüchen und Missurteilen nur sein.
*
Wuppertal, 7. August 2011
Dieter Rüggeberg
www.verlag-dr.de
Franz Bardon
Die Praxis der magischen Evokation
Seite: 13: Magie
Magie ist das höchste Wissen, das es überhaupt auf
unserem Planeten gibt, denn es lehrt sowohl die metaphysischen als auch
die metapsychischen Gesetze auf allen Ebenen kennen. Dieses höchste
Wissen trägt schon seit Menschengedenken die Benennung Magie, war aber
bisher nur besonderen Kreisen, zu denen vorwiegend Hohepriester und die
größten Machthaber gehörten, zugänglich. Als die höchsten Eingeweihten
galten deshalb immer nur die Magos. Diese wußten von den wahren Lehren,
hüteten sie aber mit aller Strenge. Sie kannten genau die Synthese nicht
nur ihrer eigenen Religion, sondern auch aller übrigen Religionen. Dem
Volke dagegen wurde jede Religion nur in Symbolen dargereicht. Erst nach
vielen Jahrhunderten kamen einzelne Brocken dieses Wissens,
begreiflicherweise sehr verhüllt, auch unter die Menschheit. Da jedoch
die überwiegende Zahl der Menschen nicht gesetzmäßig magisch geschult
war, konnte sie diese vereinzelten Brocken nur vom individuellen
Standpunkt aus begreifen und demzufolge auch nur unzulänglich und
einseitig weitergeben. Deshalb ist das magische Wissen ohne jede
Übertreibung bis zum heutigen Tage ein Geheimwissen geblieben. Das
Begreifen der wahren magischen Gesetze hängt von der magischen geistigen
Reife eines jeden einzelnen ab. Um die erforderliche Reife zu erlangen,
bedarf es unbedingt einer gewissen Vorschulung. Der Leser wird daher
meinen Hinweis begreiflich finden, daß er die erste Tarotkarte
wenigstens bis zur achten Stufe vollends beherrschen muß, wenn er in der
höheren Magie weitere und ebenfalls gute Erfolge erreichen will.
Es gibt keine Wunder als solche, es
gibt auch nichts Übernatürliches, denn diese Auffassung haben nur solche
Menschen, denen Dinge und Geschehnisse, die sie nicht zu fassen
vermögen, unverständlich sind. Magie ist ein Wissen, welches die
praktische Anwendung der niedersten Gesetze der Natur bis zu den
höchsten Gesetzen des Geistes lehrt. Wer sich mit Magie befassen will,
muß unbedingt vor allem das Wirken der niedersten Naturgesetze verstehen
lernen, um dann die darauffolgenden und zu guter Letzt die höchsten
Gesetze zu begreifen.
Je nachdem, bei welchem Abschnitt der
Leser angelangt ist oder mit welchen Gesetzen er sich augenblicklich
befaßt, kann er sich der leichteren Übersicht halber das magische Wissen
in drei Gruppen einteilen und zwar:
In eine niedere Magie, die die
Naturgesetze, deren Wirken, Walten und Beherrschen angibt und gleichsam
als Naturmagie bezeichnet werden kann.
Ferner in die mittlere Magie, die das
Walten und Wirken und auch das Beherrschen der Universalgesetze im
Menschen, im sogenannten Mikrokosmos, also in der kleinen Welt,
behandelt, und schließlich:
In die hohe Magie, die das Wirken und
Walten sowie das Beherrschen im Makrokosmos, womit das ganze Universum
gemeint ist, umfaßt.
Daß die Kräfte und Gesetze sowohl der
niederen als auch der mittleren und ebenso der hohen Magie in einem
analogen Zusammenhang stehen, habe ich bereits in meinem ersten Werk
"Der Weg zum wahren Adepten" einige Male erwähnt, in dem ich diese
Kräfte, deren Wirken und Walten, ausführlich beschrieben habe.
Das magische Wissen könnte mit einer
Schule verglichen werden, die die niedere Magie in die Elementarklassen,
die mittlere Magie, das ist die des Menschen, in die Mittelschule, und
die Magie des Makrokosmos, also die hohe Magie, in die Hochschule
einreiht. Da laut der Hermestafel in der Magie das universale Axiom
gilt, welches lautet, daß "das, was oben ist, auch das ist, was unten
ist" und umgekehrt, so kann eigentlich weder von einer niederen und
mittleren, noch von einer hohen Magie die Rede sein. Es gibt demnach nur
eine einzige Magie, und der Reifezustand des betreffenden Magiers gibt
den Grad seiner Entwicklung an, bis wohin er im magischen Wissen
gekommen ist, d. h. wie weit er sich bereits entwickelt hat.
Die universalen Gesetze, ob nun in
guter oder böser Absicht berücksichtigt oder angewendet, bleiben immer
ein und dieselben. Die Anwendungsweise eines Gesetzes hängt vom
Charakter und von der Absicht des einzelnen ab. Gebraucht der Magier die
Kräfte für gute Zwecke, mag er für sich selbst den Ausdruck "weiße"
Magie wählen, verfolgt er aber unedle Zwecke, nenne er es "schwarze"
Magie. Bei guten wie bei bösen Handlungen kommen stets ein und dieselben
Gesetze in Betracht.
Der vernünftige Leser wird sich jedoch
vollkommen klar darüber sein, daß es weder eine weiße noch eine schwarze
Magie gibt. Diesen unterschiedlichen Begriff brachten mystische und
religiöse Sekten in allgemeinen Gebrauch, indem sie einen Menschen, der
ihnen nicht behagte, einfach als Schwarzmagier hinstellten. Um einen
schlagkräftigen Vergleich anzuführen, sei bemerkt, daß es ebenso
unlogisch wäre, wollte man vom universellen Standpunkt aus z. B. die
Nacht als schlecht und den Tag als gut bezeichnen. Eines kann ohne das
andere nicht bestehen, und diese beiden Pole mußten bei der Schaffung
der großen und der kleinen Welt entstehen, um sich voneinander zu
unterscheiden.
Gott, der universale Schöpfer, hat
nichts Unreines und Schlechtes erschaffen. Damit soll aber nicht gesagt
sein, daß der Mensch das Gute und das Böse tun soll. Der Gegensatz
besteht nur deshalb, damit ihn der Mensch beherrsche und das Wahre vom
Gegensätzlichen unterscheiden lerne. Der wahre Magier wird deshalb
niemals das Negative unterschätzen, er wird es aber auch nicht meiden.
Er räumt dem Negativen stets den Platz ein, der ihm zusteht, und das
Negative muß ihm geradeso nützlich sein wie das Positive. Der Magier
sieht daher in den negativen Kräften niemals böse Kräfte. Gut wie Böse
wird er nicht vom religiösen, sondern vom universellen Standpunkt aus
sehen und berücksichtigen.
Magie wird zumeist mit Zauberei
verwechselt. Ich will hier nur kurz den Unterschied zwischen Magie und
Zauberei erklären. Der wahre Magier hält sich genau an die universalen
Gesetze, er kennt ihre Ursache und Wirkung und arbeitet bewußt mit
diesen Kräften, wohingegen sich der Zauberer Kräfte bedient, deren wahre
Ursache er überhaupt nicht kennt. Der Zauberer weiß zwar, daß, wenn er
diese oder jene Kraft in Bewegung setzt, dieses oder jenes geschieht,
aber über die weiteren Zusammenhänge kann er sich keine richtige
Vorstellung machen, da ihm die Kenntnis der Universalgesetze fehlt. Er
kennt vielleicht dieses oder jenes Gesetz oder er weiß teilweise
Bescheid darüber, aber er kann sich keinen analogen Zusammenhang vom
Wirken, Werden und Walten dieser Universalgesetze machen, da er die
nötige Reife nicht besitzt.
Ein wahrer Magier dagegen, der nicht
zum Zauberer hinabsinken will, wird niemals etwas tun, worüber er im
voraus nicht vollkommen im Bilde wäre. Auch ein Zauberer kann im guten
oder im bösen Sinne dies oder jenes aus der Geheimwissenschaft in
Anwendung bringen, wobei es nicht darauf ankommt, ob es positive oder
negative Kräfte sind, mit denen er arbeitet. Nur ist er nicht
berechtigt, deshalb schon als Magier zu gelten.
Ein Scharlatan wiederum ist eine
Person, die anderen Menschen etwas vorzutäuschen versucht und daher
weder als Magier noch als Zauberer angesehen werden kann. Der Volksmund
würde einen solchen Menschen einfach Betrüger nennen. Scharlatane
prahlen nur zu gerne mit hohen magischen Kenntnissen, die sie nicht
besitzen, und hüllen sich in mystische Geheimnistuerei, nur um die
eigene Unkenntnis zu verbergen.
Gerade diese Kategorie von Menschen
hat es auf dem Gewissen, daß das wahre magische Wissen sehr entstellt
und entwürdigt wurde. Der wahre Magier kennzeichnet sich weder durch
Geheimnistuerei, noch durch äußeren Prunk, im Gegenteil, er ist
bescheiden und jederzeit bestrebt, der Menschheit zu helfen und den
Reifen das Wissen verständlich zu machen. Dem Unreifen wird der Magier
begreiflicherweise keine Mysterien anvertrauen, um das heilige Wissen
nicht zu entwürdigen. Niemals wird der wahre Magier durch sein äußeres
Gebaren das wahre Wissen nach außen hin zeigen. Ein wahrer Magier ist
von einem Durchschnittsmenschen fast überhaupt nicht zu unterscheiden,
denn er paßt sich jedem Menschen, jeder Gelegenheit und jeder Situation
an. Seine magische Autorität ist eine innere, die es nicht notwendig
hat, äußerlich zu glänzen.
Noch eine Abart der Magie ist
erwähnenswert, die irrtümlicherweise mit Magie verwechselt wird, mit
derselben aber durchaus nichts zu tun hat, und zwar ist es die
sogenannte Taschenspielerkunst. Der Taschenspieler ahmt durch seine
Handfertigkeit und durch Sinnestäuschung anderer Personen einige
Phänomene nach, die der echte Magier mit Hilfe der universalen Gesetze
vollbringt. Dadurch, daß auch Taschenspieler das Wort Magie für ihre
Kunststücke gebrauchen, ist abermals ein Beweis dafür erbracht, wie tief
der wahre Begriff von Magie gesunken ist. Es ist nicht meine Absicht,
mich in diesem Buch mit Zauberkunststücken und Bühnentricks näher zu
befassen, Tatsache jedoch ist, daß ein Taschenspieler weder ein Magier
noch ein Zauberer sein kann, selbst dann nicht, wenn er sich seiner
Handfertigkeit wegen noch so verlockende Namen gibt.
In diesem Buch beschreibe
ich die Synthese des bisher noch nicht aufgeklärten Gebietes der Magie,
und zwar das der Beschwörungsmagie, da gerade diese Art von Magie die am
schwersten faßbare ist. Seit dem grauesten Altertum bis zur Neuzeit
kamen Hunderte von Büchern in den Umlauf, die Anleitungen für
Beschwörungen von Wesen, für Teufelspakte u. dgl. m. enthielten, aber
keines von diesen Büchern konnte dem Leser wahres Wissen geben,
geschweige denn ihm praktische Erfolge an Hand der empfohlenen Lektionen
sichern. Allerdings kam es laut Veranlagung und Reife des einzelnen hie
und da dennoch vor, daß Teilerfolge erzielt wurden. Ein wahrer Magier
aber, der sich mit dem Problem der Beschwörungsmagie eingehend befassen
will, braucht nicht zu befürchten, daß er keine Erfolge oder nur
Teilerfolge erzielen wird. Er gelangt zu der Überzeugung, daß er mit der
Synthese der Beschwörungsmagie ohne weiteres eine erfolgreiche Evokation
zustande bringt. Die anderen Kategorien der Magie, wie z. B.
Mumialmagie, Sympathiemagie, Besprechungen, Heilungen durch
sympathetische Mittel, will ich in diesem Werk nicht behandeln, denn
diese ergeben sich einem echten Magier von selbst, falls er sich ihrer
gelegentlich bedienen will. Die in den üblichen Büchern gegebenen
Anleitungen kann sich der eingeweihte Magier nach den Universalgesetzen
selbst umarbeiten und für die eventuelle Praxis anwenden.A
* * *
Bereits diese wenigen Sätze zeugen von
dem hohen Wert der Magie für das Leben und die Entwicklung des Menschen.
Diejenigen Schriftsteller, die bis in Gegenwart die Magie als
unwissenschaftlichen Aberglauben hinstellen, betreiben ihr Handwerk
entweder aus Unwissenheit und Dummheit, oder aus politischen Gründen.
Wer aber Schüler dieser Wissenschaft werden will, der kann diese
Schülerschaft heute ohne einen persönlichen Lehrer beginnen, weil ihm
insbesondere durch das Werk von Franz Bardon ein exaktes
Entwicklungssystem zur Verfügung steht.
Wuppertal, 14. März 2001
Dieter Rüggeberg
Hier finden Sie
einige Zitate über Magie von
Helena P. Blavatsky aus ihren
Werken "Isis Entschleiert"
und "Geheimlehre",
die ich aus meinem Buch "Theosophie und Anthroposophie im Licht der
Hermetik" dem Kapitel "Magie - Das Faust-Problem" entnommen habe.
Mit freundlichem Gruß
Dieter Rüggeberg |

Magie
Das Faust-Problem
Wer heute sachgemäß über Magie urteilen will, der muss natürlich auch informiert sein über die
>Tabula Smaragdina= des Hermes Trismegistos, das Einweihungsbuch des
Tarot. Dieses Buch enthält auf 78 symbolischen Blättern die gesamten
Geheimnisse unseres Kosmos, es ist somit das höchste aller
Einweihungsbücher. Den Umfang des gesamten Werkes kann nur der ahnen,
der weiß, daß die drei Lehrwerke von Bardon nur die ersten drei großen
Geheimnisse umfassen. Leider wird dieses heilige Buch von unverständigen
Köpfen immer noch für unsinnige Spielereien benutzt. Hermes Trismegistos
und die Tabula Smaragdina werden im Werk von Frau Blavatsky
verschiedentlich erwähnt:
Anderseits kann das Alphabet des
Thoth in undeutlichen Spuren in dem modernen Tarot verfolgt werden, das
bei nahezu jedem Buchhändler in Paris zu haben ist. Was sein Verständnis
und seine Brauchbarkeit anbelangt, so sind die vielen Wahrsagerinnen in
Paris, die daraus ihren Lebensunterhalt machen, traurige Beispiele von
Mißerfolgen bei den Versuchen, die Symbolik des Tarot zu lesen,
geschweige denn richtig auszulegen, ohne vorhergehendes philosophisches
Studium der Wissenschaft. Das wirkliche Tarot in seiner vollständigen
Symbologie kann nur in den babylonischen Zylindern gefunden werden, die
jedermann im Britischen Museum und anderwärts besichtigen und studieren
kann. Jedermann kann diese vorsintflutlichen Rhomben oder drehbaren
Zylinder sehen, die mit heiligen Zeichen bedeckt sind; aber die
Geheimnisse dieser Wahrsage-Räder, oder, wie De Mirville sie nennt, B
Rollenden Kugeln der Hekate B müssen noch einige Zeit lang
unausgesprochen bleibenA (Geh.III, S. 108).
Diese Worte zeigen, daß Blavatsky
einige Ahnung hatte von der Tiefe des Tarot. Wir wissen heute, daß
allerdings bloße Philosophie die Türen des Tarot nicht aufschließen
kann, sondern nur die hermetische Praxis. Die überlieferten Texte des
Hermes Trismegistos wurden von ihr oft zitiert und zeigen selbst heute
noch eine überraschende Übereinstimmung mit den Lehren von Bardon.
Rudolf Steiner wußte lediglich, daß das Tarot existiert, aber von seinem
Inhalt hatte er offensichtlich keine Ahnung.
Der Begriff Magie wurde von Blavatsky
großzügig verwendet, deshalb möchte ich hier einige ihrer Aussagen und
Zitate festhalten aus ihrer >Isis entschleiert=:
`In den ältesten Dokumenten, die jetzt
in unserem Besitze sind B den Veden und den noch älteren Gesetzen Manus
B finden wir viele magische Gebräuche, die von den Brahmanen ausgeübt
und erlaubt wurden. Tibet, China und Japan lehren gegenwärtig das, was
von den ältesten Chaldäern gelehrt wurde. Die Geistlichkeit dieser
Länder beweist überdies, was sie lehrt, nämlich: daß die Pflege
moralischer und physischer Reinheit, auch gewisser, strenger Übungen,
die lebendige Seelenkraft der Selbst-Erleuchtung entwickelt. Wie diese
dem Menschen die Kontrolle über den eigenen, unsterblichen Geist
gewährt, so gibt sie ihm wirklich magische Kräfte über die
Elementargeister, die ihm untergeordnet sindA (Isis I, S. 18). Die Magie
betrachtete man als eine göttliche Wissenschaft, die zur Teilhaberschaft
an den Attributen der Gottheit selbst führte. Sie entschleiert die
Vorgänge in der Natur, sagt Philo Judaeus, und führt zur Erkenntnis
himmlischer Kräfte (IsisI, S.25). Der Magier hingegen kann Geister nach
Belieben herbeirufen und entlassen (Isis I, S. 367). Der Eckstein der
Magie ist eine intime praktische Kenntnis des Magnetismus und der
Elektrizität, ihrer Eigenschaften, Wechselbeziehungen und PotenzenA
(Isis II, S. 595).
Hier kommt ein besonders wichtiger
Satz von Frau Blavatsky, der ihr gutes Urteilsvermögen beweist:
`Nebenbei bemerkt: Es gibt eine Menge guter Gründe, warum das Studium
der Magie, ausgenommen ihre umfassende Philosophie, in Europa und
Amerika beinahe undurchführbar ist. Magie ist das schwerste aller Dinge,
die mühevollste aller Wissenschaften, wenn man sie experimentell
erlernen will. Vermutlich nicht mehr als ein Mensch unter einer ganzen
Million Europäern ist geeignet B sowohl physisch, moralisch oder
psychisch B ein praktischer Magier zu werden und nicht einer von hundert
Millionen würde mit jenen drei Eigenschaften begabt sein, die für das
Werk erforderlich sindA (Isis II, S. 644).
Wie man sieht, hatte Blavatsky nicht
besonders viel Vertrauen zu den geistigen Fähigkeiten der Europäer.
Vielleicht können wir aus der Veröffentlichung der wahren Magie in
Europa schließen, daß sich die Situation inzwischen geändert hat, obwohl
nach meiner Erfahrung der Beweis bis heute aussteht.
In Geh.III, S. 19 u. 67 schreibt sie:
`Man kann niemals zu oft wiederholen B die Magie ist so alt als die
Menschheit. ... Die Magie ist eine doppelte Kraft: nichts ist leichter,
als sie in Zauberei zu verwandeln; ein böser Gedanke genügt dazu.
Während daher der theoretische Okkultismus harmlos ist und gut tun kann,
ist die praktische Magie, oder die Früchte vom Baume des Lebens und der
Erkenntnis, oder anders, die B Wissenschaft von Gut und Böse B,
angefüllt mit Gefahren und Verantwortlichkeiten.A
Das folgende Zitat aus Geh.III, S. 255
beleuchtet sehr schön den Umfang der magischen Wissenschaft: `Magie,
sagt Psellus, bildete den letzten Teil der priesterlichen Wissenschaft.
Sie erforschte die Natur, Kraft und Eigenschaft von allem, das unter dem
Monde; von den Elementen und ihren Teilen, von den Tieren, den
verschiedenen Pflanzen und ihren Früchten, von Steinen und Kräutern.
Kurz gesagt, sie untersuchte die Wesenheit und Kraft von allem. Daraus
brachte sie folglich ihre Wirkungen hervor. Und sie formte Statuen, die
Gesundheit verleihen und machte alle verschiedene Figuren und Dinge, die
gleichermaßen die Werkzeuge der Krankheit sowie die der Gesundheit
werden konnten. Oft läßt man auch himmlisches Feuer durch Magie
erscheinen, und dann lachen die Statuen, und die Lampen entzünden sich
von selbst. ....
Die Esoterische Wissenschaft ist vor
allem die Erkenntnis unserer Beziehungen zu der Göttlichen Magie,
unserer Untrennbarkeit von unseren göttlichen Selbsten. .... Das ist die
Wissenschaft der Raja-Yogis B die Magie. .... Nichtsdestoweniger ist der
Weg sehr leicht, den Unterschied (zwischen weißer und schwarzer Magie)
zu lernen; man hat sich nur daran zu erinnern, daß keine gänzlich
enthüllten Esoterischen Wahrheiten jemals in Öffentlichem Druck
ausgegeben werden, in Buch oder Zeitschrift." (Geh.III, S. 465, 473,
491).
Anmerkung: Obwohl die Aussagen von
Blavatsky über Magie mehr allgemeiner Natur sind, so lassen sie doch
erkennen, daß diese Wissenschaft ihr gegenwärtig war, und nicht als
dekadenter Aberglaube der Vergangenheit betrachtet wurde. Das letzte
Zitat hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet, denn die magischen
Geheimnisse wurden der Menschheit bereits 1956 öffentlich in Buchform
übergeben. Warum sie gerade jetzt von der Göttlichen Vorsehung
freigegeben wurden, darauf werde ich versuchen im Rahmen dieses Kapitels
eine Antwort zu geben.
Dieter Rüggeberg
Sehr geehrte Leser,
der unter dem Pseudonym Papus schreibende Dr. med. Gerard A. V.
Encausse war einer der bekanntesten Okkultisten Frankreichs um die
Wende des 20. Jahrhunderts. Seine Argumente gegen die
materialistische Weltanschauung sind so originell, daß ich sie den
Lesern meiner Homepage nicht vorenthalten möchte. Die Qualität der
Argumentation der materialistischen Denker hat sich übrigens bis
heute nicht geändert.
Mit freundlichem Gruß
Dieter Rüggeberg |
Papus /
G.A.V. Encausse
Wie ich Okkultist wurde.
Notizen einer
intellektuellen Autobiographie.
An Camille Flammarion.
S. 410-418: Viele unabhängige
Schriftsteller, einige Philosophen und manche Chronisten haben sich oft
gefragt, wie es geschehen konnte, daß junge Leute, in den Grundsätzen
der `gesunden VernunftA erzogen, vor `AberglaubenA geschützt, plötzlich
diese positiven Lehren verlassen und sich auf `mystischeA Studien
stürzen, sich mehr für religiöse und philosophische Probleme als
politische Vorgänge interessieren und die Verstiegenheit bis zu
Forschungen über die okkulten Wissenschaften und die Magie treiben,
Forschungen, die C wenn schon nicht eine völlige Verirrung C so doch
mindestens eine gewissen Schwäche der intellektuellen Anlage bekunden.
Diese Bewegung der zeitgenössischen
Jugend zum Okkulten hin beunruhigt die ältere Generation und verwirrt
ihre Erwartungen. Will man einem alten Parteigänger der
materialistischen Lehren, einem Arzt, der in den dem Positivismus teuren
Prinzipien erzogen ist, erlauben, einige Züge seiner intellektuellen
Entwicklung zu erzählen und zum mindesten einen Fall dieser fremdartigen
`mystischenA Vergiftung von ihrem Beginn bis zu ihrer akuten Krise zu
zeigen? Wenn sich die Philosophen für dieses Material nicht
interessieren, so wird es vielleicht für die Irrenärzte von Nutzen sein;
denn man ist ja in gewissen Kreisen übereingekommen, alle Spiritualisten
als Degenerierte, wenn nicht gar als Narren zu betrachten.
Es ist das erste Mal, daß ich die
Autobiographie meines geistigen Werdeganges in Angriff nehme, und ich
werde mir Mühe geben, so knapp als möglich zu sein. Zu allererst erkläre
ich meinen Fachgenossen, die vielleicht aufgefordert werden, meine
Angaben zu verfolgen, daß ich nie mit Religionslehrern in Berührung
stand. Alle meine Studien, von der Volksschule bis zum medizinischen
Doktorat, Vorschul-, Untergymnasiumszeugnis und Abiturium inbegriffen,
habe ich in weltlichen Anstalten oder im College Rollin absolviert. Man
braucht also nicht zu den Lehren der Kindheit zu gehen und von dort eine
krankhafte Prädisposition abzuleiten.
I882 begann ich meine Medizinstudien
und fand an der Pariser Schule alle wichtigen Lehrkanzeln mit
Materialisten besetzt, die die Lehren vortrugen, die ihnen unter der
Flagge des Evolutionismus teuer waren.
Ich wurde also ein glühender
`EvolutionistA, nahm am materialistischen Glauben teil und förderte ihn
nach Kräften.
Es existiert nämlich solch ein
materialistischer Glaube, und ich betrachte ihn als notwendig für jedes
entwicklungsfähige Gehirn. Der Materialismus, der die Arbeit für die
Gesamtheit ohne Hoffnung auf Belohnung lehrt, da es keine andere
Unsterblichkeit gebe als die durch die Erinnerung an
Persönlichkeit und Wirken, diese Weltanschauung, die das Herz
vertrocknet und nur die Hochachtung für die im Kampf ums Dasein Starken
predigt, hat dennoch eine mächtige Wirkung auf den Verstand, und das
wiegt seine Wirrungen und Gefahren ein wenig auf. Man weiß, welchen
Nutzen der Materialismus aus der Lehre von der Entwicklung zu ziehen
verstanden hat. Und doch war es das vertiefte Studium der Evolution, das
mir die Schwäche des Materialismus und seine Auslegungsirrtümer zeigen
sollte.
Man hatte mir gesagt: Die
Mineralsalze, die Erde, die von der Pflanzenwurzel langsam zerlegt und
assimiliert werden, entwickeln sich und werden Pflanzenzellen.
Diese Pflanze wieder, die von den Säften und Fermenten des Tiermagens
umgewandelt wird, wird zu Chylus und verwandelt sich in Zellen dieses
Tieres.
Nachdenken ließ mich jedoch bald
erfassen, daß man bei der Lösung des Problems einen wichtigen Faktor
vorgaß. Jawohl, das Mineral entwickelt sich und seine wesentlichen
Prinzipien werden die materiellen Elemente der Pflanzenzelle. Aber unter
der einen Bedingung, daß die physikalisch-chemischen Kräfte und die
Sonne selbst dem Phänomen zu Hilfe kommen, d. h. unter der Bedingung,
daß entwicklungsmäßig höhere Kräfte sich für die Entwicklung niederer
Kräfte opfern.
Jawohl, die verdaute Pflanze wird zwar
die materielle Grundlage einer Tierzelle, aber unter der Bedingung, daß
Blut und Nervenkraft (d. h. auf der Stufenleiter der Entwicklung
höhere Kräfte) sich für die Entwicklung der Pflanzenzelle und ihre
Umwandlung in Chylus opfern.
Kurz, jeder Aufstieg in der Reihe,
jede Entwicklung verlangt das Opfer einer oder noch öfters zweier
höherer Kräfte. Die Lehre von der Entwicklung ist unvollständig; sie
stellt nur eine Seite des Faktums dar und vernachlässigt die andere. Sie
rückt das Gesetz vom `Kampf ums DaseinA ins Licht, aber sie
vergißt das `Gesetz des OpfersA, das alle Phänomene beherrscht.
Besessen von dieser Idee, die ich zu
Tage gefördert hatte und die mir am Herzen lag, beschloß ich, meine
Entdeckung nach besten Kräften zu vertiefen, und verbrachte meine Tage
in der Nationalbibliothek. Ich blieb den Spitälern fern; ein, zwei Jahre
Arbeit hätten es mir ermöglicht, Assistent zu werden und eine vielleicht
fruchttragende ärztliche Laufbahn durchzumachen. Ich habe diese Jahre
dem Studium der Werke der Alchymisten, der alten magischen Zauberbücher
und der Elemente der hebräischen Sprache gewidmet, gerade die Jahre, die
meine Kollegen mit dem Studium der Arbeiten der Examinatoren
verbrachten, und von diesem Augenblick an war meine Zukunft
vorgezeichnet. Jene Entdeckung, für deren Urheber ich mich hielt, fand
ich in den Werken von Louis Lucas, in den hermetischen Texten, in den
indischen Überlieferungen und in der hebräischen Kabbala wieder. Nur die
Sprache war verschieden; wo wir HCI schreiben, zeichneten die
Alchymisten einen grünen Löwen, und wo wir die Formel aufstellen:
2 HCI t- Fe = Fe(CI) 2 + 2 H
malten die Alchymisten einen Krieger
(Mars, das Eisen), der vom grünen Löwen (der Säure) gefressen wird.
In einigen Monaten war die Lektüre der
berüchtigten Zauberbücher für mich ebenso leicht wie die der wesentlich
dunkleren Arbeiten unserer zeitgenössischen pedantischen Chemiker, mehr
noch, ich lernte die Beherrschung der wunderbaren analogischen Methode,
die C bei den modernen Philosophen wenig oder gar nicht bekannt C die
Bindung aller Wissenschaften in einer gemeinsamen Methode gestattet und
überdies zeigt, daß, kritisch betrachtet, die Alten ganz einfach
verleumdet worden sind, als ihnen die in historischen Dingen geradezu
unqualifizierbare Ignoranz der heutigen Kathedergötter eine unserer
Wissenschaft gegenüber inferiore Stellung zuweisen wollte.
*
Beim Studium der hermetischen Bücher
hatte ich die ersten Offenbarungen über die Existenz eines im Menschen
tätigen Prinzips, das so leicht alle hypnotischen und spiritistischen
Fakten erklärt.
Ich hatte in der klinischen Vorlesung
gelernt, daß jede Krankheit einer Zellenschädigung entspreche und keine
Funktion ohne Zellarbeit vor sich gehen könne. Alle psychischen
Phänomene, alle Fakten des Denkens und Wollens, alle Tatsachen des
Gedächtnisses entsprächen einer Arbeit bestimmter Nervenzellen, und die
Moral, die Vorstellung von Gott und dem Guten wären mechanisches Produkt
der Wirkungen der Vererbung oder der Umgebung auf die Entwicklung der
Nervenzellen. Was die sog. `spiritualistischenA Philosophen und die
`TheologenA anbelangt, so mußten sie entweder als bar jeder Kenntnis der
Anatomie und Physiologie oder als je nach dem Fall mehr oder weniger
kranke Narren betrachtet werden. Ein Buch über Psychologie hatte nur
dann einigen Wert, wenn es von einem Arzt stammte und wenn dieser Arzt
zur Schule der `unterrichtetenA und verständigen Leute gehörte, d. h.
zur offiziellen materialistischen Fahne hielt. Den Narren, die noch an
die Seele glaubten, sagte man: `Die Seele ist uns noch nie unter unserem
Skalpell begegnet!A Das ist in wenigen Worten der Kern der
philosophischen Ansichten, die man uns beibrachte.
Nun hatte ich von je den gefährlichen
Wahn, eine Idee immer erst nach eigener gründlicher Überprüfung all
ihrer Seiten anzunehmen, und so kam ich trotz aller anfänglichen
Begeisterung für die Lehren der Schule allmählich dazu. mir einige
Zweifel zu erlauben, die ich gern darlegen möchte.
Die Schule lehrte, nichts vollziehe
sich ohne die Betätigung um so zahlreicherer Organe, je besser die `Arbeitsteilung
im OrganismusA durchgeführt sei. Nun, nach dem Brande des Pariser
Krankenhauses hat man Gelähmte, deren Beine atrophiert waren und deren
Nerven nicht mehr im Zustande von Organen existierten, ganz plötzlich
den Gebrauch der bis dahin nutzlosen Glieder wiedererlangen sehen. Aber
das war ja noch ein schwaches Argument.
Die Experimente von Flourens hatten
bewiesen, daß unsere Zellen sich alle in einer Zeit erneuern, die beim
Menschen drei Jahre nicht überschreitet. Wenn ich einen Freund drei
Jahre nach einem früheren Besuch wiedersehe, so gibt es weder in ihm
noch in mir auch nur eine einzige der materiellen Zellen, die ehedem
vorhanden waren. Und doch sind die F o r m e n des Körpers gewahrt, die
Ähnlichkeit, die mir meinen Freund von anderen zu unterscheiden
verstattet, existiert immer. Was ist also das Organ, das diese Wahrung
der Formen regierte, als kein Organ des Körpers dem Flourensschen Gesetz
entging? Dieses Argument ist eins von denen, die mich immer am meisten
betroffen gemacht haben. Aber ich mußte noch weiter gehen.
Claude Bernard war beim Studium der
Beziehungen zwischen Hirntätigkeit und Gedankenentstehung zur
Feststellung gelangt, daß das Auftreten einer Idee immer den Tod einer
oder mehrere Nervenzellen hervorruft, so daß diese famosen Nervenzellen,
die stets der Wall der Beweisführung der Materialisten waren und noch
sind, nach diesen Forschungen ihre wahre Rolle wiederbekommen, die
nämlich von Instrumenten und nicht die von schöpferischen Agentien. Die
Nervenzelle war das Manifestationsmittel der Idee und erzeugte diese
Idee durchaus nicht selbst Eine neue Feststellung stützte noch den Wert
dieses Arguments.
Alle Zellen des Menschen werden in
einer bestimmten Zeit ersetzt. Wenn ich mich nun einer zehn Jahre
zurückliegenden Tatsache erinnere, so ist die Nervenzelle, die
seinerzeit das Faktum aufgezeichnet hatte, hundert- oder tausendmal
ersetzt. Wie hat sich die Erinnerung an das Faktum unberührt durch diese
Hekatombe von Zellen hindurch erhalten? Was wird hier aus der Theorie
von der erzeugenden Nervenzelle?
Sind weiters selbst diese
Nervenelemente, die man eine solche Rolle bei den Tatsachen der Bewegung
spielen läßt, eben bei dieser Bewegung gar so unentbehrlich, wenn uns
die Embryologie lehrt, daß jene Gruppe von Embryonalzellen, aus denen
später das Herz wird, schon zu einer Zeit rhythmisch schlägt, wo die
Nervenelemente des Herzens noch gar nicht gebildet sind?!
Diese auf gut Glück unter einer
Unmenge von Tatsachen herausgegriffenen Beispiele hatten mich zu dem
Schluß geleitet, daß hier der Materialismus seinen Adepten noch den
falschen Weg weist, da er das tote Instrument mit dem effektiven
Wirkungsagens verwechselt.
Der Beweis dafür, daß das
Nervenzentrum die Idee herstellt C so sagt uns der Materialist C ist die
Tatsache, daß jede Verletzung des Nervenzentrums auf die Fakten der
Vorstellungsbildung zurückprallt und daß Sie bei eintretender Schädigung
Ihrer dritten linken Stirnhirnwindung sprachlos werden, u. zw. sprachlos
in einer besonderen Art, entsprechend der Nervenzellengruppe, die von
der Läsion betroffen wurde.
Diese Beweisführung ist ganz einfach
unsinnig, und um das zu zeigen, wollen wir dieselbe Überlegung auf ein
beliebiges Beispiel anwenden, etwa den Telegraphen. Der Beweis dafür,
daß der telegraphische Apparat die Depesche produziert, besteht darin,
daß jede Beschädigung des telegraphischen Apparats auf die Übermittlung
der Depesche zurückprallt, daß also beim Durchschneiden des
Telegraphendrahts die Depesche nicht mehr durchgehen kann.
Das ist genau der Wert der
materialistischen Argumentation. Sie vergessen den Telegraphisten oder
wollen von seinem Vorhandensein nichts wissen. Das Gehirn hat für ein in
uns existentes spirituelles Prinzip lediglich den Wert des
Übertragungsapparates in der telegraphischen Anlage. Der Vergleich ist
alt, aber immer vorzüglich.
Der Materialist wird uns sagen:
`Nehmen wir an, der Telegraphist existiere nicht, und überlegen wir, wie
wenn er nicht existierte.A Dann stellt er eine dogmatische Behauptung
auf: `Der telegraphische Übermittler geht ganz von selbst und bringt die
Depesche nach einer Reihe von mechanischen Bewegungen hervor, deren
Urheber die Reflexe sind.A Ist das einmal angenommen, so geht auch alles
andere `ganz von selbstA. Der Materialist schließt also fröhlich, es
gebe keine Seele, das Gehirn produziere aus sich heraus Ideen, wie der
telegraphische Apparat Depeschen produziert. Wehe dem, der an diese
Beweisführung zu rühren wagt! Sie ist ein positivistisches Dogma, das
ebenso fanatisch gelehrt und verteidigt wird wie ein Dogma der Religion.
Ich weiß, was es mich gekostet hat,
die Nichtigkeit derartiger Argumentation aufzudecken! Man hat mich der
Gaukelei angeklagt, weil man vorausgesetzt hat, daß ein Materialist, der
`MystikerA wurde, nur ein Gaukler C oder ein Verrückter C sein könne.
Vielen Dank meinen Gegnern, daß sie wenigstens noch den ersteren
Ausdruck gewählt haben! Doch gehen wir weiter!
Ebenso, wie wir feststellen können,
daß die materiellen Zellen des Körpers einfach die Werkzeuge von irgend
etwas sind, was die Formen des Körpers über allen Zerfall dieser Zellen
hinaus bewahrt, ebenso können wir sehen, daß die Nervenzellen nur
Werkzeuge eines Etwas sind, das diese Zentren als Betätigungs- oder
Empfangsinstrumente benutzt.
Der mit seinem Skalpell bewaffnete
Anatom wird beim Sezieren einer Leiche ebensowenig die Seele entdecken
wie der mit seinen Kneipzangen bewaffnete Arbeiter nicht den
Telegraphisten, wenn er den Telegraphenapparat, oder den Pianisten
entdecken wird, wenn er das Klavier abmontiert. Es ist, denke ich,
überflüssig, noch weiter die Hohlheit der Beweisführung zu
demonstrieren, die die nur so genannten positivistischen Philosophen
ihren Gegnern immer entgegenhalten.
Bevor ich diese Zeilen schließe,
möchte ich die Aufmerksamkeit nur noch auf zwei Tricks lenken, deren
sich die Materialisten in den Diskussionen und gemeinhin immer dann
bedienen, wenn sie sich ihren Gegnern unterlegen fühlen.
Der erste Trick ist der `des Hinweises
auf die Spezialwissenschaften und die weniger bekannten AbhandlungenA,
die man sich als dem naiven Gegner unbekannt denkt. `Wie, Herr Papus,
Sie wagen über Hirnfunktionen zu sprechen und wissen nicht von der
Kristallographie?!A `Sie wagen diese Frage zu behandeln und haben nicht
den letzten Aufsatz des Herrn Zipfelhuber über die Hirnfunktionen des
Menschen der Tertiärzeit und des Rotfisches gelesen?! Gehen Sie in die
Schule, mein Herr, und unterhalten Sie sich mit mir erst wieder, bis Sie
die Elementarbegriffe der von Ihnen angeschnittenen Frage ,können'!A
Diejenigen, die uns diese Faseleien
vorhalten, sind im allgemeinen glänzende Schüler der medizinischen
Fakultät, die C zum Staunen! C von der Psychologie und Philosophie wenn
schon nichts anderes mehr, so doch noch immer den Namen kennen!...
Der zweite Trick besteht darin, uns
unter der Lächerlichkeit zu zermalmen, weil wir die Kühnheit besitzen,
eine Meinung zu haben, die das Gegenteil von der des Herrn X ist, der
einen höheren Titel trägt als wir. `Wie, Sie sind nur ein einfacher
Doktor der Medizin und wollen sich auf einen Zusammenstoß mit den
Ansichten des a. o. Professors, Herrn 0., oder des berühmten Professors
Z. einlassen?! Werden Sie zuerst, was diese Herren sind, und dann wollen
wir weiter sehen!A
All das sind falsche, aber so oft
verwendete Ausflüchte, daß man sie auch einem Brunetiere vorhielt, der
das Wort `WissenschaftA auszusprechen wagte, wiewohl er nicht einmal
Arzt war.... Schrecklich!!!! Wenn man aber schon Arzt ist, muß man a. o.
Professor sein, und wenn man a. o. Professor ist, muß man o. ö.
Professor sein, und wenn man o. ö. Professor ist, muß man zum Institut
de France gehören, und wenn endlich ein Mitglied der Akademie der
Wissenschaften seinen Glauben an Gott und die Unsterblichkeit der Seele
zu versichern wagt, wie es Pasteur getan hat, so sagt man dann, er sei
betagt und die Hirnerweichung erkläre solche Lehren.
Das etwa sind die üblichen Ausflüchte
der Materialisten, die man nur zu kennen braucht. um sie auf ihren
richtigen Wert zu bringen.
Es geht nicht immer an, zu sagen, der
Glaube sei eine besondere, nur wenigen Naturen verliehene Gnade. Ich bin
nach dem, was ich meine persönliche Entwicklung nennen möchte, der
festen Überzeugung daß man den Glauben wie alles andere durch Studium
erwirbt.
Trotz alledem hat die materialistische
Impfung eine große Bedeutung: sie erlaubt tatsächlich, an die
Psychologie und die Seelenprobleme auf der Basis der Physiologie
heranzutreten, und verleiht damit der Lehre von den drei Prinzipien des
Menschen und dem, was man in der Geschichte der Philosophie die Theorie
vom plastischen Vermittler nennt, sogar eine sehr große Bedeutung.
Diese Theorie nimmt zwischen
physischem Körper und Anatomie einerseits und unsterblichem Geist und
Psychologie andererseits ein Mittelprinzip an, das mit der
Sicherstellung der Beziehungen der beiden Extreme beauftragt ist und ins
Bereich der Physiologie gehört.
Dieses Prinzip, das heute unter dem
Namen `das organische LebenA bekannt ist und seine Wirkung durch
Vermittlung des Nervus sympathicus ausschließlich auf die Organe mit
glatter Muskelfaser ausübt, besitzt meiner Ansicht nach eine genau
definierte Existenz und gehört in keiner Weise zu metaphysischen
Deduktionen. Die alten Hermetisten nannten es den formenden oder den
Astralkörper und schrieben ihm Wahrung und Unterhalt der Formen des
Organismus zu. Nun, ich kann sagen, daß das Studium des Astralkörpers,
das ich seit gut zehn Jahren verfolge, es mir ermöglicht hat, eine sehr
wissenschaftliche Erklärung der fremdartigen hypnotischen und
spiritistischen Phänomene aufzustellen, die in unseren Tagen die Herren
der Lehrkanzeln so sehr in Aufregung, nein: aus dem Gleichgewicht
bringen. Mehr noch, eine ernste Prüfung aller zur Erklärung dieser
Fakten gebotenen Theorien erlaubt mir die Behauptung, daß die des
Hermetismus über die Konstitution des Menschen, eine Theorie, die seit
der I8. ägyptischen Dynastie, d. h. seit 36 Jahrhunderten, keine
Wandlung erfahren hat, die einzige ist, die in logischer und
zufriedenstellender Weise allen beobachteten Fakten Rechnung trägt. Man
kann mit ihr auch an das Studium des Problems des Todes und der
Postexistenz der Persönlichkeit herantreten, und dieses Studium muß doch
wohl ein gewisses Interesse bieten, weil viele der `jungenA
Zeitgenossen, die zur intellektuellen Klasse gehören, diese
Untersuchungen den Lächerlichkeiten der Politik und der Parteikämpfe
vorziehen.
Ein andermal werde ich vielleicht von
meinem esoterischen Wege sprechen. Für den Augenblick habe ich einfach
die exoterisch verfolgte Richtung von meinen materialistischen
Überzeugungen an bis zu meinen gegenwärtigen okkulten Studien zeigen
wollen.
Quelle: Papus: Die Grundlagen der
okkulten Wissenschaft (1996 Verlag Richard Schikowski, Berlin)
Mikrokosmos und Makrokosmos
Okkulte Schriften von Paracelsus
(München 1989)
17.
Auslegung der Magie und ihrer Arten;
was Magie sei und was ein Magier sei
(Philosophia sagax, 1. Buch, Bd. X)
Die Magie wird eingeteilt
in sechs Arten. Nun ist der Anfang der Magie eine Auslegung der
unnatürlichen Zeichen, um diese zu erkennen, wie Gott sie übernatürlich
an den Himmel stellt, und die doch wie natürlich erscheinen. So wurde
unter anderen der östliche Stern über Bethlehem erkannt. Ebenso wie
Christus auf Erden wie ein Mensch gewandelt hat, so hat auch jener Stern
unter anderen Sternen gestanden. Und wie Christus allein von den Seinen
erkannt wurde, so werden die Sterne allein von den Magiern erkannt.
Darum sind Magier die Ausleger solch übernatürlicher Zeichen am Himmel,
wie die Apostel Erkenner Christi, und sind dazu gesetzt, das Wort
auszulegen, welches Christus spricht: Es werden Zeichen in Sonne, Mond,
Sternen usw. So sind die Magier auch Ausleger aller Propheten und der
apokalyptischen Offenbarung. Das ist die erste Art der magischen Kunst
und sie heißt:
Insignis (vornehme Magie).
Eine weitere Art der Magier ist die
Kunst, lebende Körper zu bilden, wie zu den Zeiten des Moses geschehen
ist. Es handelt sich dabei um die Umwandlung eines Körpers in einen
andern. Diese Umwandlung geschah nicht eigentlich magisch, wie hier zu
verstehen ist, d. h. zwar magisch, aber nach dem Prozeß der vierten
Astronomie'. Sonst ist die umwandelnde Art der Magie die gleiche wie
die, durch welche Christus umgewandelt und wie die Sonne leuchtend
wurde. So ist die Magie auch an dieser Stelle zu verstehen, und sie
heißt mit Recht umwandelnde Magie (Magia transformatoria). Die
dritte Art der Magie lehrt, Worte bilden, welche die gleiche Kraft
haben, wie die vom Himmel in die Kräuter gelegte. z. B. alles, was der
Arzt durch Arzneimittel zu vollbringen versteht, das vermag diese Art
von Magie durch Worte. Denn was die natürliche Ordnung aus sich selber
hergibt, das bietet auch diese Kunst. Und diese Art heißt mit ihrem
rechten Namen M. characteralis (charakterische Magie, d. h.
Magie, die mit Charakteren, Geheimzeichen, arbeitet). Weiter merket, daß
die vierte Art Gamaheu machen lehrt, d. h. alles das tun, was die
natürlichen Werkzeuge vermögen. Wie ein Schlüssel ein Schloß öffnet, ein
Schwert Wunden schlägt, ein Harnisch beschirmt, so vermag die vierte Art
der Magie durch unsichtbare Kunst das zu tun, wozu die Natur sichtbar
imstande ist. Und diese Art heißt mit ihrem rechten Namen M.
Gamaheos (Paracelsische Bezeichnung).
Ferner vermag die fünfte Art, Bilder
zu erzeugen, welche denjenigen gleich sind, die durch die Imagination
hervorgebracht werden. Was also auf natürlichem Wege dem Menschen
zugefügt werden kann, das kann auch die Magie bewirken, den Menschen
krumm, lahm, blind, impotent machen usw. Solches vermag die Natur auf
natürlichem Wege; sie vermag auch etliche wieder gesund zu machen. Aber
auch diese fünfte Art der Magie vermag das alles und heißt mit ihrem
rechten Namen Alter in altera
(zweite verändernde Magie). Auch vermag die Magie so zu handeln,
daß einer eine Stimme jenseits des Meeres hören kann, daß einer im
Westen imstande ist, mit einem anderen zu reden, der im Osten wohnt.'
Denn was die Natur auf hundert
Schritte hören kann, das hört diese Art der Magie auf hundert deutsche
Meilen.
Und ferner: wie weit die Natur einen
Boten oder ein Roß in einem Monat fahren oder laufen lassen kann, das
vermag diese Art von Magie in einem Tage zu vollbringen. Was die Natur
in einem Jahre zu tun vermag, das vermag sie in einem Monat auch bei den
Gewächsen des Erdreichs zu vollenden' Diese Art heißt mit ihrem rechten
Namen Ars cabalistica
(kabbalistische Kunst).
Diese sechs geschilderten Arten bilden
die magische Kunst, auf Latein
Artes sapientiae (Künste der Weisheit) genannt. Denn diese
sechs Arten sind in Saba im Orient und auf der Insel Tharsis für die
höchste Weisheit erachtet worden, die von Gott dem Menschen in seinem
sterblichen Leben geschenkt worden ist. Und allein die Weisen, denen
diese kund sind, hat man Magier geheißen. Darüber hinaus hat man alle
andere sterbliche Weisheit für geringer und schwächer gehalten und
allein die Magie als die trefflichste und unüberwindlichste Weisheit
geschätzt. (S. 189-191)

Rudolf Steiner
GA 101
Mythen und Sagen.
Okkulte Zeichen und Symbole
WEISSE UND SCHWARZE MAGIE
Vortrag: Berlin, 21. Oktober 1907
nachmittags
S. 117-140: Es ist der Wunsch geäußert
worden, daß wir noch über das sprechen, was gewöhnlich `weiße und
schwarze MagieA genannt wird, und daß dies mit einigen anderen
Begriffen, die die Theosophen kennen, in Zusammenhang gebracht werde.
Nun ist das, was damit
berührt werden muß, ein sehr weit verzweigtes, ausgebreitetes Gebiet
okkulter und geisteswissenschaftlicher Betrachtungsweise, und es wird
daher nur möglich sein, sozusagen einige elementare Dinge auf diesem
Gebiete zu berühren. Aber auch diese machen ja schon die Voraussetzung
notwendig, das, was wir jetzt betrachten, so aufzunehmen, als sei es
durchaus eben nur gemeint für Schüler der Geisteswissenschaft, und nicht
für irgend jemand anderen, der nicht mit geisteswissenschaftlicher
Gesinnung und Denkungsart ausgestattet ist. Man muß gewisse
Voraussetzungen machen, wenn man über ein solches Thema sprechen will.
Die Worte `weiße und
schwarze MagieA werden oft gerade in theosophischen Kreisen angewendet,
und es tritt uns ja unendlich häufig die Bezeichnung des *schwarzen
Magiers+ entgegen als eine Anschuldigung, auch von solchen, die in der
theosophischen Strömung wirken. Manche von Ihnen werden es schon selbst
gehört haben, wie man leichten Herzens dies oder jenes als *schwarze
Magie+ bezeichnet hat. Ja, es ist sogar einmal vorgekommen, daß nach der
Lektüre unserer `MitteilungenA - wie mir scheint, war es das erste Blatt
- an einem Orte Leute gesagt haben: Was bei jener Generalversammlung
vorgegangen und in den `MitteilungenA erzählt worden sei, darin stecke
schwarze Magie. Es war damals von einigen Menschen geradezu die
Behauptung aufgestellt worden, daß in der Führung jener
Generalversammlung ein böser Zauber gesteckt haben müsse. Das ist nur
ein Beispiel für etwas, was öfter auftritt und was herrührt von einer
ziemlich trivialen Auffassung nicht nur des Begriffes `schwarze MagieA,
sondern des Begriffes `MagieA überhaupt.
Wir müssen uns zunächst
klarmachen, was man unter Magie versteht, um dann einsehen zu können,
was man unter `schwarzer MagieA zu verstehen hat. Viele Leute glauben
folgendes: Sie sagen, man könne okkulte Kräfte erwerben und denken dabei
gewöhnlich an recht minderwertige, elementare okkulte Kräfte. Denn
gewöhnlich wissen diejenigen, die von solchen Dingen reden, nichts von
höheren okkulten Kräften; sie haben gemeinhin gar keine Vorstellung
davon, was sie sich unter okkulten Kräften eigentlich denken sollen.
Gewöhnlich setzen die Leute dann noch hinzu, derjenige treibe schwarze
Magie, der im Dienste des persönlichen Egoismus solche Kräfte anwende.
Solch ein Ausspruch ist einer von denen, bei welchen man nicht einmal
sagen kann, er sei falsch. Aber es kommt auch nicht viel darauf an, daß
man sagt, er sei richtig, denn es ist gar nichts besonderes damit
gesagt. Es ist der Ausfluß einer ganz abstrakten Denkweise. Wer von
solchen Dingen reden will, muß vor allen Dingen fest auf dem Boden der
Wirklichkeit stehen, sei es der physischen, sei es der geistigen
Wirklichkeit; er muß wissen, was real ist, dann wird er nicht mehr von
allerlei Dingen schwatzen, die mit der Wirklichkeit in keinem
Zusammenhang stehen.
Liegt denn in einem
solchen Ausspruch, man solle okkulte Kräfte nicht im Dienste des
persönlichen Egoismus anwenden, nicht in gewisser Beziehung eine
unmögliche Forderung für die Menschen der Gegenwart ? Diese Frage müssen
wir uns zuerst beantworten. Freilich stellen solche, die das sagen, als
erstes Gebot auf: Du sollst nicht egoistisch sein! - Gewiß, das ist ein
höchstes Gebot. Aber es handelt sich für den, der real denkt, nicht
darum, daß solche Gebote aufgestellt werden, sondern darum, ob solche
Gebote überhaupt erfüllt werden können. Und wer glaubt, daß das Gebot,
nicht egoistisch zu sein, von den Menschen der Gegenwart so ohne
weiteres erfüllt werden kann der gibt sich einer sehr großen Illusion
hin. Derjenige, der es als seine Pflicht erkennt, Illusionen zu
zerstreuen, der muß auch jene Illusion zerstreuen, daß ein solches Gebot
leicht erfüllt werden könne.
Da tritt vielleicht ein
Mensch auf und sagt: Ich will einmal in der Welt in ganz und gar
selbstloser Weise wirken! - Zunächst kann er gar nicht wissen, daß unter
den Kräften, mit denen er wirkt, eine ganze Menge okkulter Kräfte
darunter sind. Von jedem Menschen gehen okkulte Kräfte aus. Wenn nun
jemand sagt, er wolle in selbstloser Weise in der Welt wirken, so ist
das ein sehr, sehr schönes Ideal. Aber wenn man einmal versucht, weiter
zu fragen: Warum willst du selbstlos sein, warum legst du dir dieses
Gebot auf, selbstlos zu sein? -, da wird man merkwürdige Antworten
erhalten, zum Beispiel: Durch Selbstlosigkeit komme ich allmählich zu
höheren Stufen der Vollkommenheit hinauf; ich kann es nicht ertragen,
ein wertloser Mensch zu sein; ich will ein Mensch sein, der wertvoll ist
in der Welt. - Wenn man dieses Gefühl analysieren würde, so würde man
dahinterkommen, daß hinter den Gründen zur Selbstlosigkeit oft der
unglaublichste Egoismus steckt, oft ein viel größerer Egoismus, als er
bei den Menschen anzutreffen ist, die gar nicht selbstlos sein wollen,
sondern sich einfach ihren selbstischen Instinkten hingeben. Malen Sie
sich den Gedanken aus, und Sie werden sehen, wieviel Selbstsucht in dem
Drang nach Selbstlosigkeit steckt.
Und wie sollte es auch
anders sein? Die Selbstsucht ist eine Kraft, die nicht deshalb von den
Göttern in die Menschennatur verpflanzt worden ist, damit der Mensch sie
so ohne weiteres verleugne oder verneine. Es gehört sogar die
Selbstsucht zu den wesentlichsten Dingen, durch die der Mensch wirkt.
Wenn wir den Gründen der Selbstsucht nachforschen, wenn wir uns fragen:
Warum haben denn die Götter, die gütigen Götter dem Menschen die
Selbstsucht eingepflanzt? -, da diese so etwas Abscheuliches ist nach
Ansicht so vieler Leute, da bekommen wir aus dem wirklichen Okkultismus
herausgeboren die Antwort, daß die Selbstsucht ein ganz gewaltiger
Schutz ist gegenüber dem, was mit dem Menschen in der Welt geschehen
würde, wenn er nicht diese Selbstsucht hätte. Wissen Sie, was den
Menschen am besten davor schützt, gewisse recht schlimme Kräfte
anzuwenden, von denen wir gleich nachher sprechen werden? Es wäre ein
Leichtes heute für jemand, der selbst schwarze Magie betreiben wollte,
einen Menschen als Schüler zu sich heranzuziehen und diesem Schüler
gewisse Handgriffe und Machinationen der wirklichen schwarzen Magie
beizubringen; er würde in der entsetzlichsten Weise in der Welt wirken
können. Die meisten aber werden das nicht so ohne weiteres tun. Und
wissen Sie, warum nicht? Aus dem einfachen Grunde nicht, weil sie sich
fürchten, weil sie für ihre Persönlichkeit fürchten. Sie gewahren ein
klein wenig von den Folgen im Geist und fürchten sich selbstsüchtig
davor. Und das ist ganz gut, daß sie sich fürchten und die Sache deshalb
bleiben lassen.
Wenn im Beginne der
Erdendentwickelung die Menschen alles gleich ausgeliefert erhalten
hätten, was es an Kräften gibt, um auf den astralischen, auf den
ätherischen und auf den physischen Leib zu wirken, dann würden diese
Menschen schlimme Dinge in der Welt angestellt haben. So aber ist ihnen
der Egoismus gegeben worden, und der bringt den Menschen dazu, daß er
zunächst nur für sich selbst sorgt, und daß die Sorge für sich selbst
ihn ganz beschäftigt. Wie eine Schutzwand haben die Götter den Egoismus
um die Menschen herum errichtet. Der Egoismus ist es, der den Menschen
den Einblick in die Dinge verhüllt, die hinter der Welt der
Erscheinungen liegen. Das zu betrachten ist außerordentlich wichtig. Es
ist eine von den weisen Bremsvorrichtungen, welche die Götter
aufgestellt haben, damit der Mensch nicht zu schnell eindringe in die
geistigen Reiche. Das ist also der Egoismus; er ist ein gutes
Schutzmittel.
So also soll man mit
solchen Worten nicht herumwerfen, denn es ist noch eine lange Strecke
bis dahin, wo der Mensch selbstlos werden kann, wo er reif wird zur
Selbstlosigkeit. Gar nicht braucht daran erinnert zu werden, wie alles
Predigen von Selbstlosigkeit sich gerade in unserem Zeitalter so komisch
ausnimmt, im Zeitalter des höchstpotenzierten Egoismus, wo jeder so viel
erraffen will von dem, was in der sozialen Ordnung begründet ist. Da
führt diese `SelbstlosigkeitA dazu, sich ganz und gar zu umgeben mit
einem Wirbel von Illusionen. Sie glauben gar nicht, wenn Sie nicht
gründlich darüber nachdenken, wie die Menschen sich heute einhüllen in
einen Wirbel von Illusionen, wie sich namentlich durch Theorien unsere
Zeitgenossen einhüllen lassen in einen Wirbel von Illusionen. Da werden
soziale Theorien geprägt und gepredigt von Professoren und
Nichtprofessoren. Aber gerade ein großer Teil der Theorien über die
sozialen Heilmittel des Gesellschaftskörpers sind nichts weiter als ein
Ausfluß von `Psychopathia professoralisA. Sie können es in der Praxis
verfolgen, wie die Leute verkehrt denken und verkehrt handeln. Wo können
Sie nicht in irgendeiner Gesellschaft oder Kommune erleben, daß die
Menschen nachsinnen über dieses und jenes Heilmittel, zum Beispiel gegen
die Arbeitslosigkeit. Wenn Arbeitslosigkeit da ist, ist Hunger da. Wie
machen wir es aber, daß diesem abgeholfen wird? Da wird dann der
Entschluß gefaßt: Man muß den Leuten Arbeit geben. - Und nun erfindet
man irgend etwas, um den Leuten Arbeit, Beschäftigung zu geben, damit
sie Geld bekommen und sich kaufen können, was sie wollen. Das scheint
ein sehr probates Mittel zu sein, um gesellschaftliche Schäden
abzuwenden: den Leuten Beschäftigung zu geben. Aber es ist ein sehr
gefährliches Mittel, den Leuten Beschäftigung um jeden Preis zu geben,
solange man nicht die Art der Beschäftigung in produktive und
unproduktive Beschäftigung unterscheidet. Solange man diese
Unterscheidung zwischen produktiver und unproduktiver Beschäftigung
nicht macht, ist dies sogar ein furchtbares Mittel in seiner Wirkung auf
die Gesellschaft. Denken Sie sich den radikalen Fall: jemand wollte,
weil in einer bestimmten Gegend, wo durch Erfindung einer neuen Maschine
eine Anzahl Personen brotlos geworden sind, diesen Leuten schnell Arbeit
und Brot verschaffen. Er erfindet einen Artikel, wo er wertlose
Abfallprodukte für Toilettengegenstände verwendet. Die Leute können dann
etwas verdienen und sich Brot kaufen. - Das ist aber nur ein Mittel, um
die Armut von einer Seite auf die andere umzulegen, denn es wird gar
nichts produziert auf diese Weise, gar nichts hervorgebracht. Jeder kann
das an folgendem Falle selbst einmal bedenken: Es setzt sich jemand
draußen auf dem Lande in ein Restaurant und sagt: Kellner, geben Sie mir
zehn Ansichtskarten! und schickt sie ab, ohne dabei zu bedenken,
wieviele Briefträger dadurch vier oder fünf Stockwerke hinaufgehen
müssen, und ohne zu bedenken, daß dadurch nichts an realer Kraft in der
Welt in Bewegung gesetzt wird. Gar nicht bedenkt man, daß damit nichts
Wirkliches, den Geist und Körper Förderndes erzielt wird. Wenn Sie das
dem Betreffenden sagen, so wird er natürlich eine Ausrede haben. Er
könnte zum Beispiel sagen, es könnten ja neue Briefträger eingestellt
werden, dadurch bekämen mehr Leute Arbeit. Man bedenkt dabei aber gar
nicht, daß, wenn man da neue Menschen einstellt, durch deren Arbeit
nichts Neues geschaffen wird, sondern daß man nur die Armut anders
verteilt hat. Das zeigt, daß die Menschen erst etwas wissen müssen über
die Verteilung der Arbeit auf der Erde, bevor sie anfangen können mit
dem kleinsten Reformgedanken. Unwissenheit, die reformieren will, ist im
Weltzusammenhang etwas Furchtbares. Es ist furchtbar, daß die Menschen
oftmals nicht die Geduld haben, abzuwarten, bis sie gelernt haben, etwas
Überschau darüber zu haben, wie man helfen kann, sondern Vereinsmeierei
treiben, damit dies oder jenes geschehe. Das sind alles Illusionen, mit
denen sich die Menschen umhüllen. Und eine solche Illusion ist es auch,
wenn in der trivialen Theosophie die Leute von Selbstlosigkeit reden.
Wir müssen, wenn wir uns über weiße und schwarze Magie unterrichten
wollen, zunächst uns einiges von dem Begriff *Magie+ vor die Seele
führen, worüber diejenigen, welche die letzten Vorträge gehört haben,
schon etwas wissen. Auch öffentlich habe ich das Wesen der Magie schon
kurz berührt.
Was ist nun Magie? In
allen alten okkulten Schulen gab es drei Arten, hinaufzugelangen zu den
höchsten Gebieten des Erkennens. Die erste Art war die des Eingeweihten,
des Initiierten, die zweite Art war die des Hellsehers und die dritte
Art war die des Magiers. Das sind drei ursprünglich voneinander
grundverschiedene Dinge: Einweihung, Hellsehertum und Magie. Machen wir
uns zunächst durch einen einfachen Vergleich klar, was ein Eingeweihter,
was ein Hellseher und was ein Magier ist. Denken Sie sich irgendeine
Gegend, wo man keine Eisenbahnen, keine Dampfschiffe und so weiter
kennt, wo die Menschen ohne Eisenbahnen und ohne Dampfschiffe leben. In
einer solchen Gegend ist der Umstand, daß es Eisenbahnen und
Dampfschiffe gibt, der reine Okkultismus. Okkult bedeutet so viel wie
geheim, etwas, wovon die Leute nichts wissen. Wenn nun einer aus der
Gegend, wo es keine Eisenbahnen und so weiter gibt, in eine andere
Gegend reist, wo er Eisenbahnen und Dampfschiffe sieht, und er kommt
dann wieder in seine Heimat zurück, dann erzählt er seinen Leuten, daß
es Eisenbahnen und Dampfschiffe gibt. Er weiß es aus eigener Anschauung,
denn er hat in eine Welt hineingesehen, die für die anderen noch ein
Geheimnis ist.
Wer durch okkulte
Schulung hineingeführt wird in die höheren Welten, der ist in dieser
Beziehung ein Hellseher. Er weiß aus eigener Anschauung, daß es geistige
Welten und Wesenheiten, geistige Kräfte gibt. Die geistigen Welten haben
verschiedene Stufen. Es kann ein Mensch auf der einen Stufe Hellseher
sein, einige Erscheinungen sehen, aber andere Erscheinungen nicht sehen.
Nun müssen Sie sich etwas vor die Seele rufen, was hier öfter gesagt
worden ist: Zum Auffinden und zum selbständigen Erforschen okkulter
Wahrheiten gehört Hellsehertum. Nicht aber gehört Hellsehertum dazu,
diese Wahrheiten einzusehen. Dazu reicht der gewöhnliche
Menschenverstand aus, wenn er nur in genügend umfassender Weise richtig
angewendet wird. Wer sagt, was in okkulten Berichten mitgeteilt wird,
das könne er nur begreifen, wenn er ein Hellseher wäre, der benützt
einfach seinen Verstand nicht genügend. Finden kann der Mensch die
okkulten Wahrheiten nicht mit dem Verstande, aber einsehen kann er sie.
Alles, was aus der Geistesforschung heraus erzählt wird, kann man
einsehen, wenn man nur gründlich nachdenken will. Nur finden kann man
ohne Hellsehen die okkulten Wahrheiten nicht, dazu gehört Hellsehertum.
Was also durch Theosophie verkündigt wird, das könnten die, welche
gründlich darüber nachdenken, auch einsehen.
Man kann, bis in die
höchsten Gebiete der okkulten Erlebnisse hinauf, die Sachen erzählt
erhalten, und man kann sie dann einsehen. So gab es in den okkulten
Schulen immer Hellseher, welche durch jene Methoden, die angewendet
wurden, hineinschauen lernten in die geistigen Welten. Das waren oftmals
sehr langwierige Methoden. Aber neben diesen Hellsehern gab es immer
auch Eingeweihte. Das waren diejenigen, die aus ihren umfassenden und
willig angewandten Verstandeskräften heraus die Tatsachen und Gesetze
der höheren Welten eingesehen hatten. Das waren Eingeweihte. Heute ist
dieses Verhältnis von Eingeweihten und Hellsehern kaum mehr gut möglich,
weil heute jeder Mensch von dem großen Egoismus befallen ist, selbst
sehen zu wollen. Von jener Liebe und jenem Vertrauen, die in den
okkulten Schulen der Vorzeit herrschten, machen sich die Menschen heute
kaum einen Begriff. Da war der Hellseher, der vielleicht durch
Inkarnationen hindurch in entsagender Weise die Methoden anwendete und
sich geübt hat, um hineinzuschauen in die höheren Welten, der vieles
sehen konnte in diesen höheren Welten, und der sich selbst enthielt, die
Gesetze dieser höheren Welten kennenzulernen, um sich nicht aufzuhalten
durch Gesetze, sondern um durch eine raschere Entwickelung
hellseherischer Fähigkeiten der Menschheit einen größeren Dienst zu
erweisen. Dieses Entsagen ist nicht so ohne weiteres leicht zu nehmen.
Es ist etwas Großes und Gewaltiges, wenn irgend jemand sich entschließt,
Hellseher zu werden, ohne zu gleicher Zeit die ganze Art der
Gesetzmäßigkeit in den höheren Welten kennenzulernen; und wenn er darauf
wartet - vielleicht Tausende von Jahren -, bis er das erreicht, so kann
er das nur unter der Bedingung tun, daß er sich unter die strenge Obhut
eines gewählten Gurus oder Lehrers stellt. Denn träte er als bloßer
Hellseher an die Dinge der geistigen Welt heran, ohne deren Gesetze zu
kennen, so würde er bald auf Irrpfade und in die wüstesten Irrtümer
hineinkommen, wenn er nicht in allen wichtigen Dingen den Rat des Guru
annehmen würde.
Andere gab es, die
verzichteten überhaupt auf die Entwickelung höherer hellseherischer
Gaben, weil sie eingeweiht werden wollten in die Gesetze der höheren
Welten. Sie vertrauten in Liebe und Hingebung dem, was ihnen die Seher
sagten, aber sie kannten die Gesetze. Um das zu erläutern, kann man ein
Beispiel anführen aus der gewöhnlichen Welt. Denken Sie sich einen
Menschen, der außerordentlich gut sieht, der alle möglichen Phänomene
sehen kann mit seinen Augen, der aber von den Gesetzen der
Lichterscheinungen nichts versteht. Und denken Sie sich einen anderen
Menschen, der sehr kurzsichtig ist und kaum ein paar Zentimeter vor
seine Augen hin sieht, der aber die physikalischen Gesetze der
Lichterscheinungen gut kennt. Die beiden können gut zusammenwirken und
-arbeiten, der eine kennt die Gesetze, der andere kennt sie gar nicht,
aber dafür sieht er die Erscheinungen. Und das gilt noch viel mehr für
die höheren Gebiete. Es ist möglich, daß einer ein in höhere Grade
Eingeweihter wird, ohne Anspruch zu machen auf hellseherische Kräfte.
Das war in den alten okkulten Schulen durchaus üblich, daß diese zwei
Klassen nebeneinander waren. Willig haben die Hellseher den Ratschlag
von gar nicht hellsehenden Eingeweihten angenommen. Insbesondere war
dies notwendig für die Fälle, in denen ein hoher Grad des Hellsehens und
ein hoher Grad der Einweihung erforderlich war, so zum Beispiel für
alles, was sich auf das astrologische Gebiet bezieht. Das war so, daß
diejenigen, welche sich die umständlichen Gesetze der Astrologie
umfassend aneignen wollten, in der Regel verzichten mußten auf jenes
hohe Hellsehen, welches die astralischen Hellseher sich anzueignen
hatten. Sie ergänzten sich gegenseitig. Nur in der neueren Zeit, wo der
Mensch materialistisch denkt und fühlt, muß man sich klar machen, daß es
unmöglich ist, diese beiden Gebiete streng zu trennen, und deshalb wird
seit dem 14. Jahrhundert kein Unterschied mehr zwischen den beiden
Klassen gemacht, so daß der Lehrer keinem eine Einweihung mehr erteilt,
ohne zu gleicher Zeit einen gewissen Grad des Hellsehens zu geben. Das
geht nicht anders, weil es mit dem Egoismus und mit der
Vertrauenslosigkeit, die heute herrschen, gar nicht anders vereinbar
sein würde. Daher wird zwischen den beiden kein Unterschied mehr
gemacht, denn die Menschen können heute gar nicht selbstlos sein.
Nun unterscheidet sich
aber sowohl vom Hellseher als auch vom Eingeweihten der Magier. Für den,
der selbst in die höheren Welten hineinschauen kann, folgt noch lange
nicht, daß er die in die sinnliche Welt hineinwirkenden Kräfte auch
schon beherrschen und anwenden kann. Oder glauben Sie, daß ein Mensch,
der in eine Gegend die Kenntnis von der Lokomotive, dem Dampfschiff und
der Dampfmaschine gebracht hat, nun auch gleich eine solche Maschine
bauen könnte? Er kann ihnen erzählen, wie solche Dinge ausschauen, aber
er wird nicht gleich verstehen, sie zu bauen. Daß der Hellseher selbst
hineinsehen kann in die höheren Welten, daraus folgt noch nicht, daß er
auch die Kräfte, die hereinwirken in die Sinneswelt, zu beherrschen und
anzuwenden versteht. Der erst ist Magier oder Adept, der die höheren
Kräfte, von denen alles physische Geschehen ein Ausdruck ist, in der
Welt hier anzuwenden versteht, der also imstande ist, nicht nur die
physischen Kräfte und die physischen Mächte zu Rate zu ziehen, wenn es
sich um irgend etwas bei seinem Tun handelt, sondern der die höheren
Kräfte spielen lassen kann. Das ist in unserer Zeit eigentlich keine
Kleinigkeit, Magier oder Adept zu sein. Es gibt keine Zeit in der
Menschheitsentwicklung, die dem Magiertum oder Adeptentum so durchaus
entgegengesetzt war, wie unsere heutige es ist. Und man dient heute der
Menschheit unter gewissen Verhältnissen am besten dadurch, daß man sich
darauf beschränkt, die Erkenntnisse der höheren Welten zu verbreiten,
und selbst - vielleicht mit blutendem Herzen -, auch in Fällen, wo die
Anwendung magischer Kräfte vielleicht am Platze wäre, darauf verzichtet.
Denn das heutige öffentliche Leben ist so fremd dem Begriffe des
Magiertums, daß unter Umständen der Einfluß höherer Welten auf diese
unsere Welt einen Rückschlag bedeuten würde, wenn unmittelbar magische
Kräfte angewendet würden. Wer eine gewisse Übung in der Anwendung der
Kräfte hat, und zu den Kenntnissen sich auch den Mechanismus angeeignet
hat, der muß in gewissen Fällen sich enthalten, diese Kräfte anzuwenden,
aus dem einfachen Grunde, weil es unmöglich ist, heute gegen die
Strömung der Zeit in der Welt anzulaufen. Zum Magier gehört nicht nur
Hellsehen und Einweihung, zum Magier gehört auch Übung. Das ist es, um
was es sich handelt. Der Magier muß entsagungsvoll durch lange Zeiten
hindurch gewisse Verrichtungen sich aneignen, er muß sich üben. Denken
Sie nur einmal, wieviel Sie wissen können - schon in der physischen Welt
-, ohne daß Sie selbst in der Lage wären, auch wirklich das ausführen zu
können, wovon Sie erzählen können, wovon Sie etwas wissen. In vieles
können Sie eingeweiht sein. Ganz genau können Sie wissen, wie eine
Lokomotive konstruiert ist, aber ohne daß Ihnen jemand gleich den
Auftrag geben würde, eine Lokomotive zu bauen, da er damit riskieren
würde, das Geld zum Fenster hinauszuwerfen. So ist es auch auf den
höheren Gebieten. Übung macht den Magier, Wahrnehmen in den höheren
Welten macht den Hellseher, Wissen und Erkenntnis der Gesetze in den
höheren Welten macht den Eingeweihten.
Es war nun in den
verflossenen Zeiten durchaus unstatthaft irgendeine magische Verrichtung
zu vollziehen, ohne im Einklang zu stehen mit den Leitern der Welt, der
`Erden-RegierungA, die man auch nennt die Meister der sogenannten weißen
Loge. Alle okkulten Schulen, die es überhaupt gibt und alles Lehren kann
nur die unterste Stufe zur höheren Entwickelung sein; auf ihr müssen
sich immer höhere und höhere Stufen aufrichten, bis hinauf zu den
eigentlichen Leitern der Erdenentwickelung. Auf der höchsten Stufe sind
diejenigen, die die Weisheit nicht nur wissen, sondern welche die Erde
in ihrer Entwickelung `regierenA, welche die Weisheit einfließen lassen
in die Erdenentwickelung. Sie allein sind imstande, bei jeder einzelnen
Handlung, der geistige Kräfte zugrunde liegen, anzugeben, ob sie in dem
ganzen Zusammenhang stört oder nicht stört. Wenn Sie ein Haus bauen und
den Plan zum Haus angeben, so muß jeder einzelne Arbeiter an dem Haus im
Einklang mit dem Plane arbeiten. Und wenn jemand kommt und es ihm
einfällt, ein Fenster anders zu machen, als es im Plan vorgesehen ist,
so kann dieses Fenster noch so schön und großartig sein, das ganze Haus
ist gestört. Wenn irgend jemand in der Welt durch geistige Kräfte etwas
vollbringen will, so kann dies noch so bedeutungsvoll und noch so
grandios sein -, wenn es in den ursprünglichen Plan der
Erdenentwickelung nicht hineinpaßt, so stört es die Erdenentwickelung
und wirft sie zuweilen um lange Zeit zurück. Unmöglich kann der Mensch,
der keine geistigen Kräfte anwendet, diesen Plan der Erdenentwickelung
stören. Und warum nicht? Weil in bezug auf die geistigen Kräfte
dasjenige, was die Menschen ohne Wissen von den höheren Welten tun, sich
so verhält wie ein Naturereignis zu einem Haus. Was von der Witterung
durch Wärme- und Sonnenverhältnisse an einem Haus ruiniert wird, das muß
ruiniert werden, das ist in einer gewissen Weise selbstverständlich. So
verhalten sich auch die Absichten derer, die keine Beziehung haben zu
der höheren Welt. Die Taten derjenigen aber, die irgendeine Beziehung
haben zu den höheren Welten, die verhalten sich, wenn sie etwas tun, was
nicht im Einklange ist mit der geistigen Welt, so, wie wenn jemand mit
einem Hammer auf eine Sache einschlägt. Was ist also notwendig, damit
der Fortschritt des Menschengeschlechtes sich vollzieht? Wenn okkulte
Kräfte angewendet werden, so ist es absolut notwendig, daß der
Zusammenhang mit den zentralen geistigen Mächten der Welt
aufrechterhalten wird, und es ist absolut notwendig, daß an keinen, der
diesen Zusammenhang nicht suchen will, die geistigen Kräfte ausgeliefert
werden. Damit hängt es zusammen, daß in allen wirklichen okkulten
Schulen über der Mitteilung geistiger Kräfte das Geheimnis waltet und
daß keinem, der sich nicht verpflichtet, den Zusammenhang mit den
führenden geistigen Wesenheiten aufrechtzuerhalten, solche Geheimnisse
ausgeliefert werden. Nur bei der `zentralen RegierungA der Erde steht
die Möglichkeit, zu wissen, um was es sich handelt. Und das muß man
wissen, wenn man geistige Kräfte anwenden will. Teilt man irgend etwas
einem anderen mit in unbefugter Weise, wodurch dieser andere sich in
Gegensatz stellen kann zum großen Plan der Erdenentwickelung, dann
begeht man die erste Art von schwarzmagischer Handlung. Daher gilt als
Grundsatz: Die erste schwarzmagische Handlung ist der Verrat okkulter
Geheimnisse. Das Schwätzen und Ausplaudern von okkulten Geheimnissen ist
der erste Fall von schwarzer Magie, denn da liefern Sie die okkulten
Geheimnisse aus an diejenigen, welche sich in Gegensatz stellen zu der
zentralen Leitung der Erdenentwickelung, weil Sie den Zusammenhang nicht
kennen. Wo tritt denn das auf, wo wird das real? Real wird es überall
da, wo im Dienste nicht der ganzen Erdenführung, sondern im Dienste
irgendeiner begrenzten Körperschaft, die keinen Zusammenhang haben will
mit der im Dienste der Menschheit stehenden Erdenführung, okkulte
Geheimnisse ins Werk gesetzt werden. Erhält also zum Beispiel der Mensch
diejenigen Dinge, die er nur dann anwenden darf, wenn er über alle
nationalen und Rassenvorurteile hinweg ist, früher ausgeliefert, wendet
er sie an, bevor er über diese Vorurteile hinweg ist und bevor er eine
Ahnung davon hat, was es heißt, ein *heimatloser Mensch+ zu sein, dann
geht ganz genau dasselbe, was sonst weiße Magie ist, in den Dienst der
schwarzen Magie über. Ganz genau dasselbe. Wenn dasjenige, was der
Menschheit dienen soll, verwendet wird in dem Dienst einer abgesonderten
Rasse, etwa um dieser Rasse die Oberherrschaft über die Erde zu
verschaffen, dann ist das im großen Maßstabe schwarze Magie, denn es
geschieht nicht im Einklange mit der Erdenführung. Es ist das erste
Erfordernis: hinaus zu sein über das, was uns nur mit einem Teil der
Menschheit verbindet. Für einen heutigen weißen Magier gilt das als
erster Grundsatz. Nicht Selbstloslgkeit kann der Mensch anstreben, aber
Liebe für die ganze Menschheit. Erweitern kann er das Gebiet seiner
Liebe. Das kann er, und das ist es auch, worum es sich handelt.
Nun geschieht es aber
sehr häufig, daß die Menschen durch irgendwelche Machinationen zu
erzwingen suchen, etwas zu erhalten, was ihnen sonst nie mitgeteilt
werden kann. Jetzt kommen wir zu den eigentlichen Methoden, zu den
Machinationen, die auszuführen notwendig sind, um in den Besitz
schwarzmagischer Kräfte zu gelangen. Das ist etwas, was man durchaus
ganz im einzelnen beschreiben kann. Sie haben das erste Mittel, den
ersten Weg gesehen, um in den Besitz schwarzmagischer Kräfte zu kommen;
es ist das, sich die Mittel eben mitteilen zu lassen von den berufenen
Kräften und Wesenheiten. Ja, was sind sie denn überhaupt, diese
magischen Mittel, Sie sind dasjenige, wodurch wir die geistigen Kräfte
benutzen können, um hier in der Sinneswelt zu wirken, um hier Resultate
und Erfolge zu erzielen. Das sind solche Mittel. Aber es gibt ja
überhaupt keine anderen Wirkungen in der sinnlichen Welt als solche, die
von den geistigen Welten ausgehen. Alle Wirkungen, Erfolge und Taten in
der sinnlichen Welt gehen von der geistigen Welt aus. Daher kann
derjenige, der nicht auf dem rechtmäßigen Wege des langsamen Studiums -
durch diejenigen, die Eingeweihte oder Hellseher oder selbst Adepten
oder Magier sind -, zu diesen Dingen kommen will, auch nur einen anderen
Weg wählen, und der besteht darin, daß er sich, statt an die Menschen,
welche die Verkörperungen höherer geistiger Wesenheiten sind, an die
Natur selbst wendet und der Natur abzulauschen versucht die Art und
Weise, wie in sie hineingeflossen sind die geistigen Kräfte. Denn alles,
was in der Natur ist, fließt aus den geistigen Welten in sie ein, und
wir können der Natur durch gewisse Machinationen und Verrichtungen diese
geistigen Kräfte wieder ablauschen. In dem Augenblicke nun, wo wir in
bezug auf dasjenige, was wir nicht wissen, nicht die Natur handeln
lassen, sondern dasjenige, was wir wollen, selbst ausführen, also da
selbst handeln, wo wir nichts wissen, in dem Augenblicke sind wir auch
imstande, uns Kräfte aus dem Gebiete der schwarzen Magie zu verschaffen.
Wenn wir nicht auf dem Umwege durch Weisheit und Einsicht an die inneren
Kräfte der Natur kommen wollen, und wenn wir alles vermeiden, was durch
Weisheit und Einsicht auf dem Wege der Entwickelung der inneren Kräfte
geschieht, sondern andere Mittel wählen, so sind wir durch diese anderen
Mittel immer auf dem Wege zu schwarzmagischen Verrichtungen, zur
schwarzen Magie.
Sehen Sie, wer heute ein
schwarzer Magier werden wollte, der hätte von vornherein einen großen
Fonds für die schwarzmagischen Verrichtungen, wenn er ein furchtbarer
Hasenfuß wäre, schauderhafte Furcht hätte vor alledem, was ihm passieren
könnte. Eine solche Furcht im Inneren des Menschen ist ein sehr guter
Ausgangspunkt für den schwarzen Magier, denn diese Furcht ist nur
komprimierter Egoismus. Nehmen Sie einmal an, irgendein Mensch
beabsichtige, in größerem Umfange schwarzmagische Künste zu treiben. Da
würde er sich zunächst in der Welt umschauen nach möglichst
hasenfußartigen Individuen. Denn dieser Fonds von Furcht ist ein gutes
Mittel, das man so umbilden, umwandeln kann, daß die betreffenden
hasenfüßigen Personen gewisse andere Kräfte und Macht bekommen, ohne
Wissen und Einsicht, in viel größerem Umfange, als sie der Mensch sonst
haben kann. Was müßte ein solcher Zauberkünstler machen, der solche
Künste haben wollte? Er müßte sich zunächst ein Laboratorium einrichten,
in dem er diese Hasenfüße dazu abrichtete - ich spreche radikal, aber es
wird Ihnen so am besten klar werden -, sich ganz zu verhärten durch das
Mittel, sie fortwährend in lebendiges Fleisch schneiden zu lassen und
Blut rinnen zu sehen. Was in den Furchtgefühlen, die der Hasenfuß in
hohem Maße hat, als eine gewisse Kraft nach außen wirkt, das kann in
etwas Entgegengesetztes umgewandelt werden, wenn man den Menschen lehrt,
sich durch Schneiden in lebendiges Fleisch abzuhärten. Bei einem
Menschen, der keine Furcht hat, würde diese Prozedur gar nichts nützen.
Das ist sozusagen das
ABC, das allererste, was in der schwarzen Magie getan wird. Und wenn das
getan würde, würde sich das, was früher als Furcht im Menschen war,
umwandeln in Kräfte, durch die er in der Tat einen gewissen Einfluß auf
seine Umgebung gewinnen könnte; und wer sich solcher Gehilfen bedienen
würde, würde die unglaublichsten Scheußlichkeiten in der Welt verrichten
können. Wer aber ohne Gehilfen selbst ein großer schwarzer Magier werden
will, der tut manchmal noch etwas ganz anderes. Ein solcher schwarzer
Magier wollte einst ein Mensch des 15. Jahrhunderts werden, Gilles de
Rais. den die profane Welt `Ritter BlaubartA genannt hat. Dieser
Mensch suchte gewaltige okkulte Kräfte in seinen Besitz zu bekommen,
nicht auf dem rechtmäßigen Wege des Lernens, sondern dadurch, daß er
gewisse tief in ihm liegende egoistische Gefühle umwandelte. Er war zu
gleicher Zeit ein ausgezeichneter Beobachter seiner selbst. Verzeihen
Sie, wenn ich ein Wort ausspreche, das sonderbar klingen wird. Dieser
Mann war das, was man nennen könnte `der radikalste christliche EgoistA
oder `egoistische ChristA. Solche hat es nämlich auch gegeben und gibt
es noch. Es sind solche, die das Christentum vor allen Dingen als eine
Brücke betrachten, um für sich selbst möglichst viel zu erlangen, weil
es ihnen klar ist, daß ein guter Christ weit kommen kann in der
Seligkeit. Durch Selbsterkenntnis bemerkte er dies in seiner Natur, und
als er es bei sich bemerkt hatte, kannte er schon das beste Mittel,
wodurch man das umwandeln kann in unglaubliche Zauberkräfte. Es ist ihm
allerdings früh das Handwerk gelegt worden. Es wurde ihm der Prozeß
gemacht, und da zeigte sich, daß der Mann 1432 angefangen hatte, um
seine besonderen okkulten Kräfte zu entwickeln, ein Kind nach dem
anderen zu morden. Leben zu vernichten, das hat er angesehen als ein
besonderes Mittel, um das, was er nicht selbst als Wissen haben konnte,
der Natur abzulauschen. Der Mann hat, wie sich in dem Prozeß
herausgestellt hat in kurzer Zeit 800 Kinder ermordet. Jetzt werden
einige von Ihnen begreifen, die den Roman von
Mabel Collins `Flita. Wahre Geschichte einer schwarzen MagierinA
gelesen haben, warum da am Anfang ein Mord steht. Der gehört dazu. Der
Roman `FlitaA ist schon von jemand geschrieben, der das weiß. Was die
schwarze Magierin wollte, das konnte nur entwickelt werden unter dem
Einfluße dieses Mordes, der am Ausgangspunkt der Erzählung steht.
Und nun betrachten Sie
einmal diese Geschichte ganz ernsthaft und fragen Sie sich, was die
meisten Menschen schützen könnte vor diesen Prozeduren, die ich Ihnen
angeführt habe, und durch die der Mensch ganz sicher zur Beherrschung
schwarzmagischer Kräfte geführt werden könnte. Der Egoismus, er ist ein
sehr gutes Mittel, sich dagegen zu schützen. Es wird nicht jeder sich
überwinden können, in lebendiges Fleisch zu schneiden; dabei würden die
meisten Menschen in Ohnmacht fallen, und Ohnmacht ist nichts anderes,
als ein Ausdruck der Selbstsucht. Das ist also schon in seiner
physischen Wirkung ein gutes Mittel, davon abgehalten zu werden,
schwarze Magie zu treiben. Es ist auch schwer, ein Ritter Blaubart zu
werden, davor behütet die meisten Menschen ihr ganz gesunder Egoismus;
er tritt auf wie eine Schranke gegen das Sich-hinein-Versetzen in Mittel
zur Erlangung schwarzmagischer Kräfte.
Nun, sehen Sie, das
wollte ich nur anführen, um nicht in Phrasen zu reden. Das ist nicht
meine Art. Ich rede lieber von wirklichen Tatsachen. Ich wollte Ihnen
durch Beispiele zeigen, worin die Aneignung von Machinationen auf dem
Gebiete der schwarzen Magie besteht. Der Verrat okkulter Geheimnisse an
Profane ist die erste und einfachste Art. Solche Handlungen aber, wie
ich sie eben charakterisiert habe, gehören zu den Lehrmethoden der
schwarzen Magie, sie sind sozusagen das ABC. Und was nach diesem ABC
kommt, woran die schwarzmagischen Schüler unterrichtet werden im
`LesenA, - wenn ich Ihnen das erzählen würde, dann würden wahrscheinlich
mehrere von Ihnen hier ohnmächtig werden. Daher hören wir lieber bei
dieser ersten Stufe auf. Diese Dinge sind durchaus nicht etwas, womit
sich spaßen läßt, auch nicht mit Worten, sie sind etwas höchst
Ernsthaftes; und sie sind was die Menschen nicht wissen - leider, leider
nur zu sehr verbreitet in der Welt. Die meisten Menschen haben gar nicht
den Willen dazu, darauf einzugehen, wie diese Dinge in der Welt
verbreitet sind.
Nun steht die
Entwickelung solcher Dinge in innigem Zusammenhang, in inniger Beziehung
zu der ganzen Erdenentwickelung, überhaupt zu der Entwickelung eines
Planeten, und wir verstehen eine solche Sache in der richtigen Weise
erst dann, wenn wir eine Ahnung haben von der Tatsache, wie von einem
Planeten geistig auf seinen Nachfolger, auf den nächsten Planeten,
herübergewirkt wird, wie also zum Beispiel vom Mond auf die Erde
herübergewirkt wurde, und wie wiederum von der Erde auf ihren
Nachfolger, den Jupiter hinübergewirkt wird. Sie alle wissen, daß die
Erde in einer gewissen Weise von der sogenannten `weißen LogeA geführt
wird, in der vereinigt sind gewisse hochentwickelte
Menschen-Individualitäten mit Individualitäten noch höherer Art. Was tun
sie da? Sie arbeiten, sie führen die Erdenentwickelung. Während der
Führung der Erdenentwickelung arbeiten sie einen ganz bestimmten Plan
aus. Das ist tatsächlich der Fall, daß während der Entwickelung eines
jeden Planeten von den führenden Mächten ein bestimmter Plan
ausgearbeitet wird. Während sich die Erde entwickelt, wird in der
sogenannten `weißen LogeA der Erde der Plan für das Einzelne dessen
aufgestellt, wie der Jupiter sein muß, der die Erde ablöst. Der ganze
Plan wird in allen Einzelheiten entwickelt. Und darin besteht der Segen
und das Heil der Fortentwickelung, daß im Einklang mit diesem Plan
gehandelt wird. Wenn nun eine planetarische Entwickelung zu Ende geht,
wenn also unsere Erde am Ende ihrer planetarischen Entwickelung
angelangt sein wird, dann werden auch die Meister der Weisheit und des
Zusammenklanges der Empfindungen fertig sein mit dem Plane, den sie für
den Jupiter ausgearbeitet haben.
Und jetzt, am Ende einer
solchen Entwickelung eines Planeten, geschieht etwas höchst
Eigentümliches. Dieser Plan wird durch eine Prozedur zu gleicher Zeit
unendlich verkleinert und unendlich vervielfältigt, so daß von dem
ganzen Jupiterplan unendlich viele Exemplare, aber ganz en miniature,
vorhanden sind. So war es auch auf dem Monde. Der Plan der
Erdenentwickelung war da, unendlich vervielfältigt und unendlich
verkleinert. Und wissen Sie, was das ist, was von den Meistern der
Weisheit damals auf dem Monde ausgearbeitet worden ist? Das sind die
Atome, die Atome der Erde. Und die Atome der Jupiterentwickelung sind
es, deren Plan von der führenden `weißen LogeA auf unserem Planeten
ausgearbeitet wird. Das ist das wirkliche Atom, und alles andere Reden
über ein Atom ist nichts. Der erst erkennt das Atom eines Planeten, der
in ihm den verkleinerten Plan der Entwickelung des Planeten erkennt.
Wenn Sie dieses Atom, das der Erde zugrunde liegt, nach und nach
erkennen wollen, so werden Ihnen zur Erkenntnis dieses Atoms eben
diejenigen Maßregeln entgegentreten, die von den großen Magiern der Welt
ausgehen. Nun können wir über diese Dinge natürlich nur andeutungsweise
sprechen, aber wir können wenigstens etwas kennenlernen, was uns einen
Begriff von dem gibt, worum es sich hier handelt. Die Erde ist in
gewisser Weise zusammengesetzt aus diesen ihren Atomen, und ein jedes
Wesen, Sie selbst alle, Sie sind in gewisser Weise zusammengesetzt aus
solchen Atomen; und Sie stehen dadurch im Einklang mit der ganzen
Erdenentwickelung, daß Sie in unendlicher Zahl den verkleinerten Plan
des Erdplaneten in sich tragen, der früher ausgearbeitet worden ist.
Dieser Erdenplan konnte auf dem vorhergehenden planetarischen Zustande
unserer Erde, auf dem Monde, also auf dem Planeten, der unserer
Erdenentwickelung vorangegangen ist, nur dadurch ausgearbeitet werden,
daß führende Wesenheiten gewirkt haben im Einklange mit der ganzen
planetarischen Entwickelung von Saturn, Sonne, Mond und so weiter. Nun
handelt es sich aber darum, den unendlich vielen Atomen dasjenige
mitzugeben, was sie in die richtigen Verhältnisse bringt, sie in der
richtigen Weise zusammenordnet. Ihnen das mitzugeben, war den führenden
Geistern des Mondes nur möglich, wenn sie die Erdenentwickelung in ganz
bestimmte Bahnen lenkten. Die Bahnen, in die sie die Erdenentwickelung
gelenkt haben, habe ich ja schon öfter beschrieben. Als die Erde nach
der Mondenentwickelung wieder hervortrat, da war sie eigentlich noch
nicht unsere heutige Erde. Da war sie Erde plus Sonne plus Mond. Diese
waren ein Körper. Wenn Sie also die heutige Erde zusammenrühren würden
mit dem Mond und der Sonne und einen einzigen Körper daraus machten,
würden Sie das haben, was die Erde im Beginne ihrer Entwickelung war.
Zuerst trennte sich die Sonne von der Erde ab, und damit trennten sich
auch alle diejenigen-Kräfte, die für den Menschen zu dünn, zu geistig
waren, unter deren Einfluß er sich zu schnell vergeistigt haben würde.
Wenn der Mensch nur unter dem Einfluß der Kräfte gestanden hätte, die in
diesem Sonne-Mond-Erdenkörper zusammen enthalten waren, dann würde er
sich sehr rasch vergeistigt haben, er würde sich nicht bis in die
physische Materialität herunter entwickelt haben, und er hätte dann
nicht ein eigenes Selbstbewußtsein, ein Ich-Bewußtsein erlangen können,
das er erlangen mußte.
Sie wissen alle, daß es
eine imaginative Erkenntnis gibt und okkulte Schriftzeichen, [in denen
die imaginative Erkenntnis ausgedrückt ist]. Ich kann Ihnen jetzt nur
zwei okkulte Schriftzeichen angeben. Weitere zu besprechen würde uns zu
weit führen. Das okkulte Schriftzeichen für diejenigen Kräfte, die
gewirkt und der ganzen Erdenentwickelung die Richtung angegeben hätten,
wenn die Sonne mit der Erde vereinigt-geblieben wäre, das okkulte
Schriftzeichen für diejenigen Kräfte also, welche die Erde zu früh
vergeistigt hätten, ist dieses:

In diesem
Schriftzeichen kann derjenige, der okkulter Schüler ist, die die
Menschheit schnell zur Geistigkeit führenden Kräfte erkennen. Dagegen
würde die Menschheit, wenn sie sich mit der ganzen Erde aus der Sonne
herausgetrennt hätte, aber mit dem Monde noch zusammengeblieben wäre,
sehr rasch der Verknöcherung und Verhärtung anheimgefallen sein. Hätte
die Erde den Mond in sich behalten, würden die Menschen sehr bald eine
Art von Puppen geworden sein - Marionetten. Sie wären zu tief
hinuntergestiegen in die Materie, wie sie auf der anderen Seite zu rasch
sich vergeistigt hätten, wenn die Sonne mit der Erde verbunden geblieben
wäre. Daher mußte der Mond heraus aus der Erde. Und alle diejenigen
Kräfte, welche hinausbefördert worden sind und welche heute vom Monde
aus herrschen und von außen hereinwirken auf die Erde, alle diese Kräfte
werden zusammengefaßt dargestellt in diesem Zeichen, das wie ein
Doppelhaken aussieht. Das ist das Zeichen des Tieres oder des Lammes mit
zwei Hörnern aus der Apokalypse.

Das eine Zeichen heißt
Nachiel, das andere Sorat. Dieses zweite Zeichen nennt man auch das
Zeichen für das Erdendämonium. Alle diejenigen Kräfte, welche der
schwarze Magier durch die Anwendung so scheußlicher Methoden entwickelt,
führen auf okkulte Weise auf der Erde zur Vermehrung der Kräfte, die der
dämonischen Natur der Erde angehören und die zur Verhärtung der Erde
führen. Wenn viele Menschen schwarze Magier würden, so hätte das zur
Folge, daß die Erde immer ähnlicher würde dem Monde, während dagegen
durch die Kräfte der weißen Magie die Erde immer ähnlicher werden wird
den Sonnenkräften, den Kräften, die in den Sonnenstrahlen sind.
Wozu also würde ein
Überhandnehmen der schwarzen Magie auf unserer Erde führen? Es würde
führen zur Verhärtung des Erdballes, dazu, daß der Erdball ein Mond
würde. Dieselben Kräfte, wie sie mit dem Monde ausgeschieden worden
sind, die sich herausentwickelt hatten aus der Substanz der Erde, sie
sind als Anlage in den Schichten der Erde noch immer vorhanden. Neben
all den Kräften, die die gute Anlage haben, Sonnenkräfte zu werden, sind
auch die Kräfte noch vorhanden, welche die Anlage haben, Mondenkräfte zu
werden. Durch die weiße Magie wird die Erde immer mehr angenähert der
Sonnennatur; durch die Kräfte der schwarzen Magie wird sie angenähert
der Mondennatur. Durch die weiße Magie muß alles besiegt werden, was
nicht auf dem Wege der Erleuchtung, der Weisheit, zur Beherrschung
geistiger Kräfte führt. Denn alle solche Prozeduren, solche Tätigkeiten,
wie sie genannt worden sind, führen nicht auf dem Wege der Weisheit, der
Einsicht, nicht durch wirkliches Hineinschauen zur Beherrschung
geistiger Kräfte, sondern sie sind der Natur abgelauscht, indem man mit
ihr Machinationen und Prozeduren unternimmt, durch welche Kräfte ohne
Erleuchtung errungen werden sollen. So ist denn tatsächlich das
apokalyptische Siegel zu gleicher Zeit das Zeichen für die Überwindung
der schwarzen Magie durch die weiße Magie. Durch die menschlichen
Kräfte, die sich verwandeln, werden Sonnenkräfte geboren von dem
Menschen selber, so daß die Mondenkräfte zu des Menschen Füßen liegen.
Das ist der Weg, den der
Magier nehmen muß auf unserer Erde. Dann werden die Kräfte durch die
neun Stufen hindurch, von denen Sie einen Begriff bekommen, wenn Sie
meine `TheosophieA lesen, zu den neun Sternen. Was also muß der richtige
schwarze Magier zu seinem Schüler sagen? Sehr einfach:
Verachte nur Vernunft und
Wissenschaft,
Des Menschen allerhöchste
Kraft,
Laß nur in Blend- und
Zauberwerken
Dich von dem Lügengeist
bestärken,
So hab ich dich schon
unbedingt! -
Ihm hat das Schicksal
einen Geist gegeben,
Der ungebändigt immer
vorwärtsdringt
Und dessen übereiltes
Streben
Der Erde Freuden
überspringt.
Den schlepp ich durch das
wilde Leben,
Durch flache
Unbedeutendheit,
Er soll mir zappeln,
starren, kleben,
Und seiner
Unersättlichkeit Soll Speis und Trank vor gier'gen Lippen schweben:
Er wird Erquickung sich
umsonst erflehn,
Und hätt er sich auch
nicht dem Teufel übergeben,
Er müßte doch zu Grunde
gehn!
Das ist es, worum es sich
handelt: ob man auf dem Wege des Wissens oder ob man auf eine andere Art
zur Beherrschung der geistigen Kräfte kommt. Zu den höchsten Stufen
geistiger Kräfte zu kommen, ist nun aber gar nicht so einfach. Es wäre
leicht, ungeheuer leicht und da kommen wir zu einem sehr subtilen
Kapitel einerseits der Menschheitsentwickelung und andererseits der
Magie -, es wäre leicht, einfach zu warten, bis alle Menschen fähig
wären, die Dinge richtig einzusehen, die sie eben erst einsehen müssen,
bevor sie auf dem Wege magischer Entwickelung weiterkommen. Das wäre
unter Umständen ganz leicht. Aber dann würde man den Gang der
menschlichen Entwickelung verzögern. Es muß auf irgendeine Weise möglich
sein, den Menschen selbständig in die Hand zu geben die Verbreitung
okkulter Wahrheiten - und das ist in gewissem Sinne auch immer etwas von
der Verbreitung okkulter Kräfte -, und diese so zu verwenden, daß sie in
der Welt richtig wirken. Den Menschen müssen okkulte Wahrheiten und
Lehren in größerem Umfange zuteil werden, damit sie in gewissem Sinne
okkulte Lehrer werden können.
Nun könnte man ja fragen:
Aber ist denn nicht jeder, der okkulte Lehren verbreitet, in gewisser
Beziehung ein schwarzer Magier? - Es ist durchaus wahr, daß jemand, der
heute okkulte Lehren verbreitet leicht zum schwarzen Magier werden kann.
Dann nämlich, wenn er unfähig ist, den vollen Umfang der Wirkungen
seiner okkulten Lehren zu ermessen. Daher müssen die okkulten Schulen
dafür Sorge tragen, daß niemand wirklich okkulte Lehren verbreitet, der
nicht fähig ist durch seine eigene Entwickelung, den Umfang und die
Wirkung okkulter Wahrheiten zu ermessen. Es können heute okkulte Lehren
verbreitet werden, indem sie ein Schüler dem anderen nachsagt oder von
ihm abschreibt. Wenn der Betreffende Schüler oder Jünger sein will, so
ist das ganz gut, denn dadurch verbreitet er das Ursprüngliche, von dem
er gehört hat. Aber reden wir von dem Fall, wenn jemand selbständig
okkulte Lehren verbreiten würde und sogar sein eigenes Urteil
hineinmischen würde. Wenn jemand okkulte Wahrheiten in selbständiger
Weise verbreiten will, dann muß vor allen Dingen Vorsorge dafür
getroffen werden, daß dieser Mensch die Reife habe, selbständig okkulte
Wahrheiten zu verbreiten, und das hängt nicht von einer
verstandesmäßigen Schulung ab, sondern das machen die okkulten Schulen
von etwas ganz anderem abhängig, nämlich davon, wie die einzelnen
Glieder der menschlichen Natur sich nach und nach entwickeln.
Sie wissen aus dem
Aufsatz über die `Erziehung des KindesA, daß bei der Geburt des Menschen
der physische Leib geboren wird, daß bis zum siebenten Jahre der
Ätherleib, bis zum vierzehnten Jahre der astralische Leib, und bis zum
einundzwanzigsten Jahre das Ich herauskommt. Wir können das
weiterverfolgen und würden sehen, daß mit dem fünfunddreißigsten Jahre
des Menschen, oder besser gesagt zwischen dem fünfunddreißigsten und
vierzigsten Jahre, der Ätherleib und der Astralleib des Menschen so weit
frei werden, daß der Mensch erst dann das nötige Verantwortungsgefühl
haben kann für die Verbreitung okkulter Wahrheiten. Daher haben alle
okkulten Schulen das strenge Gesetz, daß niemand als Lehrer okkulter
Wahrheiten auftreten darf, bevor er dieses Alter erreicht hat. Und
dieses Gesetz ist es auch, das der große Dichter
Dante hingestellt hat, indem er gleich am Anfang seiner Dichtung
`Die göttliche KomödieA sagt: `Es war in des Lebens Mitte, daß ich mich
verirrte im Walde ...A und so weiter. Wenn Sie nachrechnen: Im Jahre
1300 war Dante fünfunddreißig Jahre alt. Da gingen alle diese großen
Dinge an seiner Seele vorüber.
Das ist ein strenges
Gesetz. Wenn Sie dieses strenge Gesetz einmal anschauen und manches
dabei berücksichtigen, was in der Gegenwart geschieht, dann werden Sie
unter diesem Gesichtspunkte einfach wissen, daß vieles, was verbreitet
wird, nicht aus okkulten Quellen stammt. Keine okkulte Schule läßt es
zu, daß Menschen selbständig okkulte Wahrheiten verbreiten, die dieses
Alter nicht erreicht haben. Damit ist selbstverständlich nicht gesagt,
daß man nicht früh genug damit anfangen kann, etwas zu lernen. Aber um
als Lehrer des Okkultismus aufzutreten, kann man nicht spät genug
anfangen.
Viel, viel Übles würde
vermieden werden, wenn die Leute wirklich den Okkultismus kennen würden
und die strengen Gesetze, die da herrschen.
Das sind Dinge, die man
im Zusammenhang mit dem Thema *Weiße und schwarze Magie+, das nicht so
leicht zu behandeln ist, beachten muß, und wovon ich wirklich nur einige
Brocken gesagt habe. Wenn Sie manches von dem, was hier nur angedeutet
werden konnte, in Ihrer Meditation in ernster Studienarbeit sich weiter
ausführen, dann werden Sie sehen, daß schon mit diesen unvollkommenen
Andeutungen die Anfangsschritte für mancherlei Wege gegeben sind, um in
der Erkenntnis weiterzukommen. Vor allem werden Sie sich davon überzeugt
haben, daß man über solche Dinge wie weiße und schwarze Magie nicht mit
den gewöhnlichen trivialen Begriffen überhaupt reden kann, daß man sogar
erst neue Begriffe formulieren muß, wenn man über solche hohen oder über
so scheußliche Dinge reden will. Es ist heute wichtig, solche Dinge zu
wissen, denn es ist vieles in der Welt, wovon der gewöhnliche Mensch
nichts weiß, was er aber doch wissen sollte, damit er sich retten kann
vor den Einflüssen magischer Künste. Manches kennen die Menschen auch,
sehen es aber als etwas Harmloses an. Aber es ist gar nicht harmlos.
Wir können, wenn wir
ein solches Thema besprechen, nur einen Anfang machen, um dann immer
weiter und weiter zu kommen auf diesem Gebiet. Der Anfang ist am besten
dann gemacht, wenn ein Gefühl von dem Ernst und der Bedeutung einer
solchen Sache erweckt werden konnte. Wenn auch die Darstellungen in der
Kürze der Zeit nur unvollkommen sein konnten, so hoffe ich doch, daß
dadurch, daß real gesprochen worden ist, einiges davon in Sie
übergegangen ist, um Sie zu veranlassen, die Sache mit dem höchsten
Ernste zu betrachten.
* * *
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